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Reseller Hosting: Alle großen Anbieter im Vergleich

Aus dem
t3n Magazin Nr. 30

12/2012 - 02/2013

Reseller Hosting: Alle großen Anbieter im Vergleich
3D Illustration. Website is under construction. Isolated on white.

Clevere Webagenturen, Designer und bieten den Webspace für die Projekte ihrer Kunden selber an. Damit binden sie Auftraggeber längerfristig, und die Kundschaft bekommt ein „Rundum-sorglos-Paket“. Doch ganz so einfach ist die Sache nun auch wieder nicht. Wer mit Webspace handeln will, braucht in jedem Fall einen zuverlässigen Hosting-Partner. Viele Hoster haben Pakete und individuelle Lösungen für Wiederverkäufer parat – englisch: Reseller. t3n sagt Ihnen, worauf Sie bei der Auswahl eines Reseller-Angebots achten müssen.

Eine Tabelle, die alle großen Anbieter direkt vergleicht, haben wir am Ende dieses Artikels als PDF zum Download bereitgestellt.

Webspace und die damit verbundenen Dienstleistungen weiterzuverkaufen, kann für viele Agenturen und Freelancer eine interessante Option sein. Kunden können auf diese Weise zum Beispiel neue Projekte leicht ausprobieren, indem man ihnen den benötigten Speicherplatz für eine bestimmte Zeit zur Verfügung stellt. Kann ein Kunde die folgenden Fragen positiv beantworten, dann stehen die Chancen gut, dass sich der Kunde für das durch die Agentur entscheidet: Stimmen Funktionalität und Geschwindigkeit des Webauftritts? Ist der Preis für den Webspace akzeptabel?

Komplettpaket für Agenturen und Entwickler: Mit der „Agentur-Toolbox“ bietet Mittwald viel mehr als nur Reseller-Funktionen.
Komplettpaket für Agenturen und Entwickler: Mit der „Agentur-Toolbox“ bietet Mittwald viel mehr als nur Reseller-Funktionen.

Wie aber findet ein Reseller den für seine Bedürfnisse optimalen Hosting-Partner? Nicht allein die technischen Anforderungen müssen passen – auch Flexibilität, Service und Support sind ganz entscheidende Auswahlkriterien. Und nicht zuletzt zählt der Einkaufspreis.

Vorhandenen Webspace nutzen?

Theoretisch wäre es möglich, einen selbst administrierten Root-Server [1] oder einen Managed Server [2] bei einem Hoster anzumieten und den meist üppig bemessenen Speicherplatz aufzuteilen, um ihn dann an die eigene Kundschaft weiterzuverkaufen. Das verbieten allerdings viele Hosting-Provider. Wer offiziell als Reseller in Erscheinung treten will, muss bei den meisten Hostern einen entsprechenden Vertrag abschließen beziehungsweise spezielle Reseller-Angebote auswählen. Das können sehr wohl Root-Server oder Managed Server sein. In den meisten Fällen sind es aber virtuelle Server oder Angebote aus dem Shared-Hosting-Bereich, die um notwendige Reseller-Funktionen ergänzt wurden – etwa die obligatorischen Verwaltungsfunktionen, um Webspace, E-Mail und so weiter für die Kunden einrichten zu können.

Komplettpakete und Individuelles

Die meisten Hoster haben Komplettpakete für Reseller geschnürt. Diese Pakete erkennt man in der Vergleichstabelle meist schon an der Bezeichnung, die das Wort „Reseller“ enthält, aber auch am konstanten Preis pro Monat. Mit einem Komplettpaket erhält man die vorgegebenen Leistungen – kann aber auch weitere hinzubuchen. Im Zweifelsfall lohnt ein Gespräch mit dem Anbieter, der in Frage kommt.

Einige Hoster bieten statt Reseller-Komplettpaketen andere Vermarktungswege. Bei dogado, Host Europe und Verio wählt der Interessent ein Hosting-Angebot aus dem Standard-Sortiment des Providers aus und schließt dazu einen Reseller-Vertrag ab, für den zusätzliche Gebühren anfallen. [Update: 13. Februar] Bei Verio fallen keine Gebühren an. [/Update] Dafür erhält der Kunde spezielle Rabatte. Bei Host Europe, unserer Empfehlung in Sachen Qualität und Service, funktioniert das zum Beispiel so [3]:

  • Auswahl eines beliebigen virtuellen Servers (oder auch Root Servers), der den technischen Leistungsumfang absteckt
  • Auswahl eines Tarifmodells, das den genauen Leistungsumfang für Reseller definiert („Basic Reseller“ oder „Profi Reseller“)
  • Auswahl eines Reseller-Basistarifs, der die Rabatt-Staffelung bestimmt („Reseller S“, „Reseller M“ oder „Reseller L“)

Pakete für verschiedene Ansprüche: So wie DM Solutions bieten fast alle Hoster mehrere Komplettpakete und Individuallösungen für Reseller an.
Pakete für verschiedene Ansprüche: So wie DM Solutions bieten fast alle Hoster mehrere Komplettpakete und Individuallösungen für Reseller an.

Ähnlich, doch nicht genauso, sieht die Angebotsauswahl bei Mittwald aus. Hier wählt der Interessent einen virtuellen Server mit zugesichertem Leistungsumfang aus und bucht einfach die gewünschten Reseller-Funktionen als Paket hinzu, zum Beispiel die „Agentur-Toolbox pro“ für 14,99 Euro pro Monat.

ECS-Webhosting bietet zwar vorkonfigurierte Reseller-Pakete wie alle anderen Anbieter. Je nach Detailausstattung können sie jedoch preislich variieren.

Shared Hosting oder virtueller Server?

Wie die Vergleichstabelle zeigt, hängt die Entscheidung für einen virtuellen Server mit Reseller-Funktionen oder ein Angebot aus dem Shared-Hosting-Bereich nicht unbedingt davon ab, wie viele Kunden zu betreuen sind. Denn nur wenige Hoster begrenzen die Kundenzahl. Vielmehr variiert die Größe des zur Verfügung gestellten Gesamt-Speicherplatzes von Hoster zu Hoster teils erheblich. Mit zehn GByte beziehungsweise zwölf GByte bewegen sich Variomedia und Greatnet am untersten Ende, wohingegen hosttech 200 GByte Webspace als Shared Hosting anbietet. Dagegen scheinen 25 GByte oder 30 GByte bei internet24 und InterNetX gering bemessen, obwohl es sich um virtuelle Server handelt.

Die Reseller-Angebote lassen sich durchaus vergleichen, auch wenn es sich sowohl um virtuelle Server als auch um Shared-Hosting-Angebote handelt. Bei der Auswahl für die Vergleichstabelle hat die Redaktion jedoch darauf geachtet, dass die Angebote hinsichtlich Preisen und Leistungen in einer Liga spielen. Alle aufgeführten Hoster bieten eine große Auswahl weiterer Reseller-Pakete an, viele außerdem kundenspezifische Lösungen. Das Einholen eines individuellen Angebot kann sich also lohnen.

Soweit es möglich ist, sollte man bei der Auswahl des Hosters auch darauf achten, wie viele Shared-Hosting-Pakete oder virtuelle Server sich einen Prozessorkern beziehungsweise Server teilen. Möglicherweise kann davon die Performance des Hosting-Pakets abhängen. Nicht alle Hoster lassen hinter die Kulissen blicken und geben eine Leistungsgarantie.

Speicher- und E-Mail-Funktionen

Egal, wie groß der insgesamt gemietete Webspace ist: Bei allen Anbietern lässt er sich frei aufteilen, sodass man jedem Kunden Speicherplatz individuell zuteilen kann. Zum Gesamt-Speicherplatz zählt aber auch der für E-Mails benötigte, sofern der Hoster keinen separaten Speicher für E-Mails bereitstellt. Vorbildlich sind hier Greatnet (10 GByte zusätzlicher E-Mail-Speicher), internet24 (20 GByte), DM Solutions (40 GByte), domainfactory (80 GByte) und ECS-Webhosting (100 GByte). Beim Variomedia-Angebot „Reseller Start“, das unsere Empfehlung für das Preis-Leistungs-Verhältnis bekommt, stehen für jedes einzelne E-Mail-Postfach zwei GByte Speicherplatz zur Verfügung – super.

Neben der Größe des Webspace ist der monatliche Inklusiv-Traffic ein wichtiges Auswahlkriterium. Bei bestimmten Webangeboten der Reseller-Kunden können schnell einige Hundert GByte Traffic pro Monat zusammenkommen, etwa dann, wenn es sich um Streaming-Content oder Downloads handelt. Insofern könnte das Traffic-Limit von 200 GByte bei InterNetX schon grenzwertig sein. Wichtig ist, sich über mögliche Zusatzkosten bei Überschreitung des Inklusiv-Traffics genauestens zu informieren.

Webspace: Kriterien für Entwickler

Da es sich bei den verglichenen Reseller-Angeboten um solche aus dem Shared-Hosting-Bereich oder um virtuelle Server handelt, obliegt die Betreuung der Technik weitestgehend dem Hoster. Der Vorteil: Reseller müssen sich nicht mit der Administration des Gesamtsystems befassen, wie es bei dedizierten Servern der Fall ist, sondern lediglich mit der Verwaltung ihrer Kunden. Allerdings sind die Möglichkeiten zur Installation spezieller Tools auf dem Webspace eingeschränkt. Deshalb sollte man bereits bei der Auswahl Obacht geben, welche Technologien angeboten werden und inwieweit diese erweiterbar oder Update-fähig sind.

Empfehlung in Sachen Preis/Leistung: Variomedia bietet mit „Reseller Start“ eine besonders preisgünstige Lösung für alle, die Webspace weiterverkaufen wollen.
Empfehlung in Sachen Preis/Leistung: Variomedia bietet mit „Reseller Start“ eine besonders preisgünstige Lösung für alle, die Webspace weiterverkaufen wollen.

Das beginnt mit der Anzahl der FTP-Zugänge. Bei vielen Hostern ist sie unbegrenzt, sodass mehrere Personen unabhängig und zeitgleich auf den Webspace zugreifen können. Schwach: hostNET und Verio bieten nur einen FTP-Zugang. Noch dazu ist Verio neben Greatnet der einzige Anbieter im Vergleich, der kein SFTP unterstützt.

Für viele Webauftritte sind MySQL-Datenbanken wichtig. Wenn so wie bei hostNET nur eine einzige MySQL-Datenbank Bestandteil des Reseller-Pakets ist, müssen womöglich mehrere Kunden diese Datenbank nutzen, was sich negativ in der Performance der Kunden-Webauftritte auswirkt. Eine gemeinsame Nutzung einer Datenbank für verschiedene Projekte ist mittels so genannter Datenbank-Präfixe möglich – in der Praxis ist davon abzuraten. Genau genommen beschränkt die Zahl verfügbarer MySQL-Datenbanken auch die mögliche Kundenzahl. Wir empfehlen deshalb Hoster, die unbegrenzt viele MySQL-Datenbanken anbieten.

Übersichtlich, aber nicht leicht zu finden: Das Reseller-Angebot von Host Europe ist auf der Website des Hosters gut versteckt - siehe Linkliste.
Übersichtlich, aber nicht leicht zu finden: Das Reseller-Angebot von Host Europe ist auf der Website des Hosters gut versteckt - siehe Linkliste.
Mit der Nutzung von MySQL-Datenbanken geht oft auch die Verwendung der Skriptsprache PHP einher. Die derzeit am häufigsten gebrauchte Version 5.3 wird von allen verglichenen Hostern unterstützt, wohingegen ältere Varianten sowie das ganz neue PHP 5.4 nicht immer angeboten werden. Die Programmiersprachen Ruby und Python werden nicht von allen verglichenen Hostern unterstützt, wohingegen Cronjobs Standard sind.

Domains: Adressen für die Kunden

Wer seinen Kunden neben Webspace auch Webadressen verkaufen will, muss das in der Regel über einen zusätzlichen Vertrag mit dem Hoster klären. In den meisten verglichenen Reseller-Paketen sind keine oder nur eine Domain inklusive (Ausnahme: drei Domains bei ISPHTTP). Die Hoster bieten allerdings attraktive Preise für Domain-Wiederverkäufer. Einige Anbieter machen die Kosten von der Abnahmemenge abhängig (Volumen), andere geben Standardpreise für .de-, .com- und andere Domains an. Nachfragen nach einer Rabattstaffelung kann sich aber trotzdem lohnen.

Kundenverwaltung und Branding

Die Verwaltung der Kunden-Webspaces und der dazugehörigen Dienste erfolgt bei allen Hostern über eine Verwaltungsoberfläche. Entweder handelt es sich um eine der bekannten Lösungen Confixx oder Plesk oder aber um Eigenentwicklungen der Anbieter. Bei Host Europe und UD Media kann man sogar auswählen, welche Oberfläche man lieber verwenden will.

Für viele Agenturen könnte es interessant sein, die Verwaltungsoberfläche für die Kunden individuell gestalten zu können. Beim so genannten „White Labeling“ darf der Reseller die Verwaltungsoberfläche nach eigenen Bedürfnissen anpassen, etwa ein eigenes Logo einfügen, Farben und Layout ändern. Der Hoster tritt vollkommen in den Hintergrund. Die Tabellenzeile „Kundencenter“ zeigt, ob „White Labeling“ grundsätzlich möglich ist.

Hilfe – nicht nur im Notfall

Service und Support spielen beim Webhosting eine wichtige Rolle, beim Reseller-Hosting sogar eine besonders wichtige. Bei Störungen oder Ausfällen sind oftmals nicht nur einzelne Kunden betroffen, weshalb technische Probleme zu ernsthaften Schwierigkeiten für den Reseller werden können. Ein längerer Ausfall von Webpräsenzen kann den Ruf der Agentur schwer schädigen und zum wirtschaftlichen Desaster werden. Aus diesem Grund sollte man unbedingt auf Service- und Support-Leistungen achten. Diese regeln die meisten Hoster in einem Service Level Agreement (SLA).

Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass bei technischen Problemen rund um die Uhr Hilfe angeboten wird. In der Praxis sieht das leider anders aus. 24-Stunden-Service bieten nur rund die Hälfte der verglichenen Hoster. Lediglich Host Europe und Verio ermöglichen den Rund-um-die-Uhr-Service kostenlos – so sollte es sein.

Alle großen Anbieter haben wir in dieser Tabelle (PDF) verglichen. Dort könnt ihr alle wichtigen Konditionen in Bezug auf Kategorien wie Preis, Sicherheit und Verfügbarkeit abgleichen.

(Vorschaubild: ©iStockphoto.com/Spectral-Design)

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6 Antworten
  1. von Werner am 03.12.2012 (18:11 Uhr)

    Zumindest als WebAgentur oder Entwickler sollte man in der Lage sein, solch ein Angebot selber zu machen: Root oder Virt. Server bei Hetzner od. ähnl. Anbietern mieten, pd-admin als Verwaltungsoberfläche und Internetworx fürs Domainhosting. Alles zusammen in einer Stunde erledigt und günstig.
    Nachteil: Wenn man das Business aus irgenwelchen Gründen beenden will ...die Kunden wieder umzuziehen.

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  2. von Thiel am 03.12.2012 (18:20 Uhr)

    Wie oben ja steht verbieten das einige Anbieter, daher kann man das als Agentur oder Entwickler zumindest nicht immer so ohne weiteres.

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  3. von Mat am 03.12.2012 (18:30 Uhr)

    Also ich persönlich bin mit hosteurope total zufrieden.
    Lauft reibungslos und sorgenfrei...

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  4. von dafire am 03.12.2012 (21:05 Uhr)

    Ich habe gute Erfahrungen mit Hetzner gemacht, sowohl mit den Servern, als auch mit dem Support.

    Mittwald kann ich leider nicht empfehlen. Ein Kunde der dort seine Domains hatte musste erst umziehen um ein Projekt umzusetzen, da die DNS Verwaltung sehr unflexibel war und es nicht möglich war einen eigenen Nameserver für seine Domain eintragen zu lassen. Es kam mir ein wenig so vor als wäre der Support mit allzu technischen Fragen überfordert.

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  5. von Ich am 04.12.2012 (09:27 Uhr)

    Bin / War bei mehreren Anbietern (Goneo, Strato, Host Europe, Hetzner, ECS etc.) und bin jetzt bei einem kleinen Anbieter gelandet der glücklicherweise nicht auf der Liste steht. Hat superschnellen Support, läuft alles einwandfrei und ist auch noch preiswert. Namen werde ich lieber nicht verraten damit nicht zu viele dahin wechseln ;-) Aber ansonsten als Tip: Ruhig mal einen kleinen Anbieter ausprobieren mit einem kleinen Projekt! Kann ich nur empfehlen!

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  6. von Markus am 04.12.2012 (09:52 Uhr)

    Interessant für mich wäre mal die Frage, worauf man dann als Reseller rechtlich achten muss, Stichwort Gestaltung der eigenen AGB wenn man selber als Hoster gegenüber dem Kunden auftritt.

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