von Peter Grosskopf, 01.03.2009

Rapid-Prototyping und Rails: Wie man schnell von A nach B kommt, ohne neue Buchstaben zu erfinden

Aus dem
t3n Magazin Nr. 16

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Vorgehen und Nutzen des Rapid-Prototyping

Um ein Entwicklungsprojekt ad-hoc starten zu können, muss der Kunde eine konkrete Idee haben, die umgesetzt werden soll. Das ‚Wie‘ bzw. die einzelnen Bestandteile der Spezifikation können in einem Workshop mit allen Projektbeteiligten ausgearbeitet werden – so entwickeln Entwickler und Kunde eine gemeinsame Idee von dem umzusetzenden Projekt. Das dabei entstehende ‚Wir‘-Gefühl führt zu einer kreativen Arbeitsatmosphäre und verrringert die Distanz zwischen Auftraggeber und -nehmer.

Es müssen nicht immer direkt Wireframes sein [1].

Es müssen nicht immer direkt Wireframes sein [1].

Um etwaige Verständnisprobleme aufzudecken, sollten die Ergebnisse des Workshops in einem Grobkonzept festgehalten werden, welches auch vom Entwicklerteam erstellt werden kann. Der Kunde profitiert vom Domänenwissen der Entwickler. Auf Entwicklerseite führt die positive Atmosphäre zu höherer Motivation und Produktivität, weil er sein Wissen einbringen und an der Gestaltung der Idee partizipieren kann.

Der Erstellung des ersten Prototypen sollte beim Projektstart die höchste Priorität zugewiesen werden. Die nachfolgenden Entwicklungsiterationen werden kurz gehalten und nach Prinzipien des Getting-Real [3] durchgeführt. Da nach jedem Entwicklungszyklus eine Integration der erstellten Funktionalitäten vorgenommen wird, kann der Kunde direkt Feedback geben und so verhindern, dass sich das Projekt von seinen Zielen entfernt. Außerdem sollte jede Woche ein Abstimmungsmeeting durchgeführt werden. Der Entwickler bekommt so ein Gefühl davon, was dem Kunden wichtig ist und kann dieses Wissen im Laufe des Projektes einfließen lassen. Die Erfahrungen bei dieser Vorgehensweise zeigen, dass das Team mit der Zeit immer eingespielter wird und sich die Entwicklungsgeschwindigkeit von Iteration zu Iteration erhöht.

Mit der fortlaufenden Integration der Teillösungen können neben der Akzeptanzkontrolle zusätzlich Architekturtests durchgeführt werden, um Rückschlüsse zu erhalten, ob die gewählte Architektur die gegebene Problemstellung löst. Somit werden Entwurfsfehler früher aufgedeckt, als es in klassischen Vorgehensmodellen der Fall ist.

Ruby on Rails und Rapid-Prototyping

Das Webentwicklungs-Framework Ruby on ermöglicht schnelle Ergebnisse und befreit den Entwickler von viel Overhead. Der produzierte Code ist schlank und aufgrund der Ausdrucksstärke der Programmiersprache Ruby und des regen Gebrauchs von domänenspezifischen Sprachen (DSL) sehr gut lesbar. Der Entwickler kann sich so auf den kreativen Teil seiner Arbeit konzentrieren und sich verstärkt konzeptionellen Aspekten widmen. Entwickler und Kunde können eng an einer Lösung zusammenarbeiten und den Prototypen gleich in Form von Quellcode erstellen, ohne dabei große Abstriche in Bezug auf Code-Qualität und Anpassbarkeit für zukünftige Erweiterungen zu machen. Diese Eigenschaften machen Ruby on Rails interessant für Rapid-Prototyping.

Häufig wird das Scaffolding als erster Ansatzpunkt von Rapid-Prototyping mit Rails angesehen. Scaffold-Generatoren ermöglichen die Erstellung eines kompletten Applikationsstacks bestehend aus Model, Controller und zugehöriger View inklusive aller notwendigen CRUD-Operationen für Datenzugriff und -manipulation. Ganzheitlich lassen sich allerdings drei Ansatzpunkte für Rapid-Prototyping bei Rails sehen: Rapid-Prototyping bei der Erstellung der Rails-Anwendung, bei der Erstellung von Klassen und beim Schreiben von Code.

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2 Antworten

  1. von Martin 10.09.2009 (11:57Uhr) 1.

    Spannend, vielen Dank!

  2. von Rapid-Prototyping und Rails: Wie man sch… 10.09.2009 (22:02Uhr) 2.

    [...] Nr. 16 die Grundlagen, zeigt Wege zur Umsetzung und geht auf die Grenzen des Rapid Prototyping ein. Sein Beitrag ist jetzt kostenlos in unserem Heftarchiv verfügbar. t3n Nr. 16 kann man zudem als Einzelheft für 9,80 Euro inklusive Versand in unserem Shop [...]

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