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Schöner verkaufen: Die wichtigsten Design-Trends im E-Commerce

Aus dem
t3n Magazin Nr. 27

03/2012 - 05/2012

Das eines Onlineshops ist weit mehr als nur eine nett angepinselte Idee. Vielmehr nimmt es starken Einfluss auf die Konversionsrate. So muss das Design für den Nutzer nicht nur leicht verständlich und nutzbar sein, sondern diesen auch emotional ansprechen, ihm Glaubwürdigkeit vermitteln und das Vertrauen in den Shop stärken. Der folgende Artikel beleuchtet Designtrends im , mit denen sich Shopbetreiber im Jahr 2012 auseinandersetzen sollten.

Schöner verkaufen: Die wichtigsten Design-Trends im E-Commerce

Die stetige Weiterentwicklung der Techniken im Internet führt auch zum steigenden Anspruch der Nutzer. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, sollte der Webdesigner sich mit den neuen Techniken und Stilen auseinandersetzen. Gerade im E-Commerce ist es allerdings unabdingbar, jede Designentscheidung sowohl aus Nutzersicht als auch aus wirtschaftlicher Sicht zu hinterfragen. Ein zu überladenes Design kann den Nutzer zwar eventuell visuell ansprechen, die Konversionsrate aber trotzdem in den Keller treiben, weil relevante Inhalte nicht wiedergefunden werden.

BILDSCHIRMFÜLLENDE BILDER

Professionelle Produktfotografie kann das Begehren des Nutzers positiv unterstützen. So zeigten in einer Studie durchweg alle Probanden beim Betrachten des Onlineshops shoeguru [1] eine erstaunlich hohe Aktivität im Nucleus Accumbens, dem Belohnungssystem im Gehirn. Ein starker “Will-ich-haben”-Impuls durchzog selbst die Probanden, die überhaupt nicht zur Zielgruppe gehörten [2].

Das besondere an dem Shop shoeguru ist die Produktfotografie. Das Produkt setzt sich sehr klar vom Hintergrund ab und wird deutlich ausgeleuchtet. Durch die große Darstellung sind alle Details des Schuhs sichtbar. Zusätzlich lenken keine unnötigen Elemente vom Schuh ab, wodurch die volle Aufmerksamkeit auf dem Schuh liegt.

Gerade mit bildschirmfüllenden oder großen Bildern kann der Nutzer sehr gut emotional angesprochen werden. Ein größeres Bild kann wesentlich stärker wirken als ein kleiner Bildteaser. Eine bildschirmfüllende Variante kann hierbei den Effekt noch mal verstärken. Allerdings benötigt man hierfür eine sehr gute Bildauswahl, die optimal auf ein bildschirmfüllendes Konzept ausgelegt ist. Andere Elemente wie zum Beispiel Sicherheitssignale oder Navigationselemente können bei dieser Darstellung allerdings untergehen. Deshalb ist diese Variante eher für Markenshops empfehlenswert, bei denen bereits die Marke genügend Sicherheit ausstrahlt. Vollflächige Produktbilder mit hoher Zoomstufe eignen sich auch, um Begehrlichkeiten zu wecken und dem Nutzer die Möglichkeit zu geben, jedes Detail des Produkts zu entdecken.

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Die Startseite des Onlineshops ShoeGuru erzeugte bei Studienprobanden erhöhte Aktivität im Nucleus Accumbens, dem Belohnungssystem im Gehirn.

DUNKLE DESIGNS

Dunkle Designs wurden in der Vergangenheit eher vermieden. Erstens ist eine helle Schriftart auf dunklem Hintergrund relativ schlecht zu lesen und zweitens kann ein dunkles Design schnell unfreundlich und abschreckend wirken. Schwarz in Verbindung mit hellen Schriften und Elementen erzeugt allerdings durch den hohen Kontrast eine visuelle Distanz, die implizit mit Eigenschaften wie Dominanz, Status, Macht und Effizienz verbunden werden. Gerade bei Männern ist diese Assoziation vermutlich ausgeprägter als bei Frauen. Deshalb wirken dunkle Webseiten vor allem für die Zielgruppe der Männer. Premium-Marken für Frauen hingegen setzen eher auf weiße oder hellgraue Hintergründe und erzielen den Kontrast mit einer dunklen Schrift.

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Sage, Premiumhersteller für Angelzubehör, setzt auf dunkles Webdesign, um für Männer Exklusivität auszustrahlen.

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11 Antworten
  1. von Shooooper County am 03.07.2012 (11:43Uhr)

    Schöner Artikel. Dennoch bin ich der Meinung, das Produkte wie zB Fahrräder im Fachladen vor Ort gekauft werden sollten.

    zB Aus 2 Gründen:
    - Probefahrt mit fachlicher Einrichtung des Sattels, Stoßdämpfer etc.
    - Reparatur: Ist etwas kaputt schickt man nicht das ganze bike zurück, sondern geht zum Fachhändler um die Ecke und das kostet etwas- trotz Garantie

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  2. von Moritz am 03.07.2012 (13:17Uhr)

    zum Thema Fahrrad Konfigurator, der hier ist der Hammer! Selbst wenn man das Produkt im Laden kauft, kann man sich hier vorab informieren und sich sein Wunsch-Bike "Live" zusammenstellen.
    http://www.roseversand.de/configurator

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  3. von Thomas am 03.07.2012 (15:21Uhr)

    Schöner Artikel, nur ist es schade das die meisten, vor allem kleine Shops aus Deutschland so aussehen als wären sie von 1998 übrig geblieben. Oft fehlen nur noch die drehenden @-Zeichen...

    Leider musste ich auch schon feststellen das Designs wie die, die in dem Artikel gezeigt werden von vielen dieser Shopbetreiber sogar als hässlich abgelehnt werden. Irgendwie verstärkt sich bei mir der Gedanke immer mehr das die meisten Deutschen nur wenig mit Design am Hut haben. Es sei denn es wird explizit daraufhingewiesen etwas sei schön...

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  4. von Daniel W. am 03.07.2012 (17:29Uhr)

    Man sollte aber auch auf die Ladezeiten achten. Wer da nicht ein optimales Ergebnis mit großen Grafiken gewährleisten kann, sollte auf riesige Bilder besser verzichten. Manchmal hilft da einfach ein größeres Webpaket, manchmal ist aber auch ein CDN oder anderes notwendig. Dass ein Shop ggf. nicht optimal aussieht, interessiert mich im Zweifelsfall weniger als wenn ich ewig auf das Laden einzelner Unterseiten warten muss.

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  5. von Peter am 04.07.2012 (08:29Uhr)

    Ich denke auch, dass gerade beim onlineverkauf, also bei shops das design das A und O ist. Denn viel mehr sieht der Kunde auch nicht. Im Laden kann er das Fahrrad anfassen, wenn er es online anschaut, dann sieht er nur das Design.

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  6. von Sascha Ballweg am 04.07.2012 (08:45Uhr)

    Interessant! Dann sind wir ja mit organicum-haarpflege.de schon ganz gut aufgestellt :-)

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  7. von Sylvio Teubert am 04.07.2012 (09:01Uhr)

    Schöner Artikel!

    Gerade das emotionale Shopping rückt immer stärker in den Fokus. Das Produktbilder ein zentraler Erfolgsfaktor darstellt, zeigt uns jüngst der Hype um Pinterest. Daher finde ich es spannend mit großen Produktbildern zu experimentieren. Vor allem hat mir das Parallax Scrolling super gefallen.

    Jedoch darf man nicht die Zielgruppe vergessen, die eher rational einkaufen. Hier steht die Informationsvermittlung im Vordergrund. Daher gilt es wie immer: Die Mischung machts!

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  8. von Lukas am 04.07.2012 (10:33Uhr)

    @Sascha Ballweg
    tztz Schleichwerbung.... :-)

    Sorry, aber das Shop-Template sieht aus wie von der Stange und ist m.E. nicht wirklich vergleichbar mit den hier gezeigten...

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  9. von Philip am 04.07.2012 (18:27Uhr)

    Ich denke, dass ein Aspekt noch fehlt. Der Konfigurator ist nur eine Option den Kunden auf dem Weg zum richtigen Produkt zu begleiten. Darüber hinaus finden auch immer mehr Produktberater wie bei Fahrrad.de, Hammer.de oder Christ.de im Einsatz großen Anklang. Ansonsten stimme ich jedoch dem Autor zu!

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  10. von H. Neidhardt am 11.07.2012 (16:56Uhr)

    Ein Shop ohne ansprechendes Design verkauft weniger als Shop mit gutem Design, davon bin ich überzeugt. Aufgeräumtes Design strahlt Seriösität aus.

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  11. von Michael am 23.07.2012 (17:39Uhr)

    Auf jeden Fall sehen die Screens durch die Bank sehr gut aus. Ob sie unterm Strich auch noch für einen Shop ausreichend sind, der mehr als 100.000 Produkte im Sortiment hat lassen wir mal dahin gestellt. Was ich aber sagen kann, ein ordentliches Aktionsportal verwertet den Traffic deutlich besser als 0815 Shop!

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