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SEO mit TYPO3: In wenigen Schritten zur besseren Platzierung

Aus dem
t3n Magazin Nr. 23

03/2011 - 05/2011

Jeder Website-Betreiber freut sich über steigende Besucherzahlen – zumal der Erfolg einer Website in zunehmenden Maß auch die Basis für den geschäftlichen Erfolg seines Betreibers bildet. Wer für seine Webseite auf das Content Management System TYPO3 setzt, kann die Platzierung der eigenen Website mit einfachen technischen wie inhaltlichen Kniffen optimieren. Wir zeigen, welche das sind.

Die Zahl der Websites nimmt kontinuierlich zu – was aber praktisch konstant bleibt, ist die Zahl der Ergebnisse einer Suchmaschine, die ein Nutzer wahrnimmt. Meist sind es nur die ersten zehn Resultate, die Relevanz haben. Schon die Ergebnisse auf den Plätzen 11 bis 20 nehmen nur noch etwa zehn Prozent der Nutzer wahr. Und auch auf der ersten Seite bekommen nur die Top Five viele Besucher.

Ein Betreiber, der geschäftlichen Erfolg anstrebt, kommt um eine Optimierung der Seite für Suchmaschinen nicht herum. Inzwischen hat sich ein beachtlicher Markt für Dienstleistungen im Bereich SEO (Search Engine Optimization) und SEM (Search Engine Marketing) entwickelt. Leider gibt es auch hier einige schwarze Schafe, die nur das Beste des Kunden möchten – sein Geld.

Qualität statt Quantität

Auch die Betreiber der Suchmaschinen haben ein Interesse an einer entsprechenden Optimierung, denn dadurch wird es einfacher, die Ergebnisse nach Relevanz auszugeben. Längst sind die Zeiten vorbei, in denen es darum ging, möglichst viele Suchergebnisse anzuzeigen. Heute zählen einzig und allein die richtigen Treffer. Idealerweise sollte der Nutzer auf jede Anfrage gleich die optimalen Ergebnisse bekommen, ohne dass er die Suche mehrfach eingrenzen und wiederholen muss.

Für Websites mit Zielgruppen im europäischen Markt genügt es, die Seiten für Google zu optimieren. Da sich jedoch die Algorithmen der Anbieter nicht wesentlich unterscheiden, ist es nicht erforderlich, für jede Suchmaschine eine spezielle Optimierung einzusetzen. Mit großer Skepsis sollte man daher auch Angeboten wie „wir tragen Ihre Seite in 500 Suchmaschinen ein“ begegnen. Die Offerten sind meist ihr Geld nicht wert.

Wichtige Parameter

Google bietet mit seinen Richtlinien für Webmaster [1] bereits viele Informationen für die Optimierung einer Website. Auch wenn es einige wichtige technische Regeln für den Aufbau einer Seite gibt, ist doch letztlich der Inhalt und Informationsgehalt einer Seite ausschlaggebend. Eine Strategie für die Verbesserung des Ranking muss daher auch die Redakteure einschließen, sie tragen mindestens 50 Prozent zum Erfolg bei (siehe auch Artikel ab Seite 54).

Neben Extensions für TYPO3 können Seitenbetreiber auch kostenlose Tools wie Firebug zur Optimierung der Performance nutzen.
Neben Extensions für TYPO3 können Seitenbetreiber auch kostenlose Tools wie Firebug zur Optimierung der Performance nutzen.

Auch wenn angeblich 200 Faktoren in die Reihenfolge der Suchergebnisse eingehen, sind es nur eine überschaubare Anzahl von Parametern, die eine wichtige Rolle spielen. Man muss jedoch beachten, dass neue Faktoren dazu kommen und die Bedeutung anderer mit der Zeit abnehmen kann. Früher galt, dass der Keywords-Parameter bei den Metatags eine entscheidende Rolle spielt. Mit der Folge, dass viele Betreiber und Optimierer hier zu viel des Guten taten und teilweise bis zu 1.000 Schlüsselbegriffe eingetragen haben.

Manch einer meinte, mit Begriffen wie „Britney Spears“ zusätzliche Besucher für Seiten zum Thema Küchenutensilien generieren zu können. Schnell stellt der Suchende fest, dass die aufgerufene Seite nicht die gesuchte Information liefert und kehrt zur Ergebnisliste zurück. Das merkt auch Google: Wenn der Anwender ein zweites Ergebnis wenige Sekunden nach dem ersten Klick aufruft, war der zuerst gewählte Treffer wohl nicht relevant. Das führt, wenn es häufiger vorkommt, zu einer Herabstufung in den Rankings.

Google hat schon vor längerer Zeit bestätigt, dass die Keywords in den Metatags keinen Einfluss mehr auf das Ranking haben. Dafür gehen neue Parameter, wie das Alter der Domain und die Geschwindigkeit der Website, in die Wertung ein. Während man das Domainalter nicht nachträglich ändern kann, besteht oft Optimierungspotenzial bei der Performance. In seinen Webmaster Tools zeigt Google die gemessene Geschwindigkeit einer Seite an, vergleicht diese mit dem Durchschnitt und gibt Tipps zur Optimierung (siehe Abbildung auf der nächsten Seite).

Googles Webmaster-Tools helfen Website-Betreibern bei der Optimierung der Geschwindigkeit – auch ein Aspket bei der Suchmaschinenoptimierung. So zeigt ein Diagramm beispielsweise an, wie sich die durchschnittliche Ladezeit der eigenen Website in den letzten Monaten verändert hat und ob sie dabei eher zu den schnellen oder langsamen Websites im Google-Index gehört.
Googles Webmaster-Tools helfen Website-Betreibern bei der Optimierung der Geschwindigkeit – auch ein Aspket bei der Suchmaschinenoptimierung. So zeigt ein Diagramm beispielsweise an, wie sich die durchschnittliche Ladezeit der eigenen Website in den letzten Monaten verändert hat und ob sie dabei eher zu den schnellen oder langsamen Websites im Google-Index gehört.

Hilfreiche Tools

Mit kostenlosen Werkzeugen wie Firebug [2], YSlow [3] oder Page-Speed [4] kann man eine Website auf Möglichkeiten zur Verbesserung der Geschwindigkeit untersuchen.

Mit TYPO3-Erweiterungen wie „scriptmerger“ lassen sich beispielsweise mehrere CSS und JavaScript-Dateien zusammenfassen, optimieren und mit gzip komprimieren. Dadurch reduziert man sowohl die Zahl der Anfragen, als auch die zu übertragenden Datenmengen deutlich.

Viele Tipps zur Steigerung der Performance bietet die Website von Steve Souders [5]. Sollte die von Google gemessene Geschwindigkeit auch nach Abschluss der Optimierung unbefriedigend sein, kann gegebenenfalls auch ein Wechsel des Providers den gewünschten Effekt liefern.

Sprechende URLs moderat einsetzen

Vor einigen Jahren hatten Suchmaschinen noch Probleme mit dynamischen Parametern in der URL, also den Angaben, die nach einem Fragezeichen kommen. Abhilfe schaffte in TYPO3 die Verwendung der Funktion „simulateStaticDocuments“. Diese simulierte bei allen Links eine statische URL, die beim Aufruf dann wieder in die ursprünglichen Parameter zurückübersetzt wurde. Von Nachteil ist jedoch, dass die Website nach Außen nur eine flache Hierarchie ohne Unterverzeichnisse abbildet und dass dynamische Parameter durch einen verkürzten md5-Hash nicht unbedingt die Lesbarkeit der URLs verbesserten.

Die Extensions „realurl“ und „cooluri“ lösen dieses Problem. Die Hierarchie der Seite wird ähnlich wie beim Navigationspfad (Brotkrumen-Menü) in der URL abgebildet. Suchmaschinen erkennen an URLs wie „/produkte/tv/led“, „/produkte/tv/lcd“ und „/produkte/tv/plasma“ die Struktur der Seite, zudem können Besucher sich die Adressen leichter merken. Für die Umsetzung der URLs werden meist die Seitentitel verwendet, dabei werden Leer- und Sonderzeichen sowie Umlaute entsprechend umgewandelt.

Durch geschickte Wahl der Seitentitel können Seitenbetreiber passende Suchbegriffe in die Adresse einbauen. Allerdings sollte man hier nicht übertreiben: Untersuchungen haben gezeigt, dass die Suchmaschinen nur die ersten sieben bis acht Elemente in der Adresse auswerten. Als Trennzeichen für Elemente gelten Binde-, Unter- und Schrägstriche. Mit URLs wie „/produkte/beschreibung-meines-produkts-mit-vielen-worten/tolle-eigenschaften-guter-preis“ schießt man über das Ziel hinaus. Die URLs einzelner Seiten lassen sich in der realurl-Konfiguration anpassen und ganze Menüebenen bei Bedarf überspringen. Die Konfiguration der realurl-Erweiterung ist zum Teil knifflig, eine detaillierte Anleitung gibt es unter [6].

SEO für Bilder

Auch Bilder kann man für die Indexierung optimieren. Wichtig ist hier ein Eintrag im ALT- und TITLE-Tag mit einer Beschreibung des Bildinhalts. Auch kann man Suchbegriffe in den Dateinamen integrieren. Bei allen Bildern jedoch, die TYPO3 dynamisch erzeugt, wird ein Dateiname in der Form „/typo3temp/pics/a574bf7c1b.jpg“ generiert. Mit Hilfe der Extension „fl_realurl_image“ kann man jedoch auch hier einen sprechenden Pfad bilden. Über Einstellungen in den TypoScript-Konstanten legt man fest, aus dem Inhalt welcher Datenfelder die URL gebildet wird.

Sitemap für Suchmaschinen

Man kann natürlich darauf hoffen, dass die Robotor der Suchmaschinen nach und nach die komplette Struktur der Website erfassen. Seit einigen Jahren gibt es aber die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden. Dazu erstellt man eine Sitemap im XML-Format und teilt diese den Suchmaschinen mit. Dadurch kennen diese die komplette Struktur einer Site und können die Robotor gezielt vorbei schicken. Mit Hilfe von TYPO3-Erweiterungen wie „google_sitemap“ hält man diese Listings immer aktuell, neue Seiten werden automatisch aufgenommen. Die Konfiguration einer solchen Sitemap-Extension beschreibt [7].

Passenden Seitentitel festlegen

Nach dem Domainnamen ist der Seitentitel eines der wichtigsten Kriterien für das Ranking bei Suchmaschinen. Hier übernimmt die Suchmaschine den im Browsertitel angezeigten Text und zeigt diesen beim Suchergebnis in blauer Schrift an. TYPO3 verwendet standardmäßig den Seitentitel für den title-Tag. Mit einer Erweiterung wie „browser_page_title“ kann man jedoch den Titel und damit den von der Suchmaschine angezeigten Text individuell festlegen. Sinnvoll ist hier eine Länge von sechs bis acht Wörtern, mehr wird ohnehin nicht angezeigt. In diesem kurzen Text steckt oft ein großes Optimierungspotenzial: es kommt nicht nur darauf an, hier die richtigen Suchbegriffe unterzubringen. Vielmehr muss man die Formulierung so wählen, dass der Suchende den Eintrag auch anklickt.

Formulierungen wie „Willkommen auf unserer Homepage“ sind zwar nett gemeint, aber wenig hilfreich. Auch hier ist Ehrlichkeit wichtig: man sollte nichts versprechen, was die Seite nicht hält. Also nicht „Kostenloser Ratgeber für Thema XYZ“, wenn dieser auf der Seite nicht vorhanden ist oder doch etwas kostet. Da der Browsertitel so wichtig ist, sollte man hier unbedingt genügend Zeit für die richtige Formulierung aufwenden.

Aufgaben der Redakteure

Nur ein Teil der Optimierungen lässt sich mit technischen Lösungen implementieren. Einen wesentlichen Anteil an den Maßnahmen haben die Redakteure. Mittel- und langfristig kommt es vor allen Dingen auf den (guten) Inhalt der Seiten an. Nur Inhalt, der für den Leser interessant ist und einen Nutzen bietet, hat gute Chancen, von den Suchmaschinen als relevant eingestuft zu werden und dauerhaft Verlinkungen von anderen Seiten zu erhalten.

Redakteure müssen daher wissen (oder geschult werden), wie man Texte für Online-Medien schreibt und passende Überschriften findet. Für jede Seite sollte man Suchbegriffe und deren Synonyme festlegen, mit denen die Seite in den Suchergebnissen erscheinen soll. Wichtig ist es dabei, sich in die Rolle des Besuchers zu versetzen, da dieser für ein Produkt vielleicht einen ganz anderen Suchbegriff verwendet. Sonst kann es passieren, dass beispielsweise ein Hersteller von Werkzeugen seine Seite für den sachlich korrekten Begriff Schraubendreher optimiert, potenzielle Kunden jedoch nach dem umgangssprachlich gebräuchlichen Wort Schraubenzieher suchen.

Die festgelegten Suchbegriffe sollte man im Inhalt der Seite streuen und in Fließtext, Überschriften, Linkbeschreibungen (title-Tag) unterbringen. Auch kann es sinnvoll sein, die Begriffe gelegentlich durch Fettschrift (strong-Tag) hervorzuheben.

Worauf man verzichten sollte

Das Ranking in den Suchmaschinen wird auch dadurch bestimmt, welche anderen Seiten auf den eigenen Internetauftritt verlinken. Dabei geht es nicht nur um die Zahl, sondern vor allem die Qualität der Links. Auch wenn die Versuchung groß ist, sollte man von der Verwendung gekaufter Links absehen. Sollte der „Verkäufer“ den Suchmaschinen bekannt sein, kann es sonst genau den gegenteiligen Effekt haben und die eigene Seite abgestraft werden. So wurden in einem bekannt gewordenen Fall die Websites der Kunden einer unrühmlichen Optimierungsfirma aus dem Google Index entfernt.

Fazit

Der Einsatz von SEO-Maßnahmen ist für einen Erfolg einer Website wichtig. Um die Strategien richtig umzusetzen, ist kein großes Budget, jedoch eine Portion gesunder Menschenverstand notwendig. Gute Ergebnisse lassen sich bereits mit kleinen technischen Maßnahmen erzielen, die Rolle eines guten Texters darf man dabei nicht unterschätzen.

Links und Literatur

Softlink 2870
  1. 1 http://www.google.com/support/webmasters/bin/answer.py?hl=de&answer=35769
    Richtlinien für Webmaster
  2. 2 http://getfirebug.com
    Firebug
  3. 3 http://developer.yahoo.com/yslow/
    YSlow
  4. 4 https://dl-ssl.google.com/page-speed/current/page-speed.xpi
    Page-Speed
  5. 5 http://stevesouders.com
    Blog von Steve Souders
  6. 6 http://jweiland.net/typo3/anleitung/suchmaschinen-optimierung/realurl.html
    Anleitung zu realurl
  7. 7 http://jweiland.net/typo3/anleitung/suchmaschinen-optimierung/google-sitemaps.ht...
    Google-Sitemaps mit TYPO3 erzeugen
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Eine Antwort
  1. von Martin am 28.11.2011 (10:11 Uhr)

    Ansich guter Artikel.

    Jedoch paar punkte lassen sich in der Realität nicht umsetzen mit TYPO3.

    Scriptmerger in Verbindung mit YAML, sollte mal probiert werden, dabei wünsche ich
    natürlich viel ERFOLG ;-)

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