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Social Intranet: Wie Unternehmen soziale Netzwerke zur internen Kommunikation nutzen

Aus dem
t3n Magazin Nr. 29

09/2012 - 11/2012

Es hat sich viel getan in der Unternehmenskommunikation: Mit Kunden, Fans und Kritikern können sich Firmen heute sehr direkt im Netz austauschen. Doch intern klappt es mit der Kommunikation an vielen Stellen noch nicht. Dabei können Unternehmen viel von Social Media lernen.

Social Intranet: Wie Unternehmen soziale Netzwerke zur internen Kommunikation nutzen

Viele Unternehmen verfügen heutzutage über Konten in den großen . Über diese kommunizieren sie nach außen: Sie suchen den Dialog, lassen sich auf Diskussionen ein und bemühen sich um Transparenz. Kurz gesagt: Sie legen ein vorbildliches Kommunikationsverhalten an den Tag. Doch was nach außen hin oft sehr gut klappt, ist innerhalb der Unternehmen noch ausbaufähig. Dabei könnten sie viele Strategien ihrer Social-Media-Kommunikation auf interne Prozesse übertragen.

Es geht dabei nicht darum, die erfolgreichen sozialen Netzwerke eins zu eins innerhalb des Unternehmens nachzubilden. Doch bereits die Anwendung einiger grundlegender Prinzipien kann ausreichen, um die interne Kommunikationskultur nachhaltig zu verändern. Um diese Prinzipien verstehen und auch umsetzen zu können, benötigen die Mitarbeiter gewisse Social-Media-Grundkenntnisse. Sind diese nicht vorhanden, sollten sie durch Workshops oder Coachings aufgebaut werden. Das ist jedoch nicht so aufwändig wie es im ersten Moment klingt. Oft verstehen Mitarbeiter diese Prinzipien in kürzester Zeit, der Rest ist dann Übung und Training in der Praxis.

Die Liste der Prinzipien ist kurz: Bereits die Umsetzung von fünf Grundregeln reicht aus, um die unternehmensinterne Kommunikation zu verändern. Sie sollen im Folgenden kurz angerissen werden.

Offene Kommunikation

Sowohl bei den eingesetzten Tools als auch bei den Kommunikations-Guidelines müssen Unternehmen eine offene Kommunikation fördern und ermöglichen. Nur wenn Mitarbeiter direkt, offen und vorbehaltlos miteinander kommunizieren können, werden kreative Prozesse möglich und vorhandene Informationen und Ressourcen optimal genutzt. Natürlich sollte die Kommunikation zu einem bestimmten Projekt innerhalb des zuständigen Teams bleiben. Doch der Grundgedanke, offen miteinander zu sprechen, muss – mittel- und langfristig – Teil der Unternehmenskultur werden. Diesen neuen Ansatz einfach vorzugeben oder nur temporär zu testen, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt. Erst wenn alle Mitarbeiter den offenen Umgang wirklich verinnerlicht haben, kommt das volle Potenzial dieser Veränderung zum Tragen.

Synchrone und Asynchrone Kommunikation

Facebook macht es vor: Die Nutzer können untereinander mehr oder weniger synchron per Chat kommunizieren oder sich – asynchron und zeitautonom – über die Nachrichten austauschen. Google+ hat die synchrone Live-Kommunikation mit den Hangouts noch einen Schritt weiter gedacht. Dafür sind vor allem die leichte Handhabung und die ständige Verfügbarkeit der Hangouts verantwortlich. Denn in Google+ lässt sich zu jedem Beitrag mit einem einzigen Klick ein Hangout anlegen. Videokonferenzen gab es zwar lange vor Google+, doch die Selbstverständlichkeit, mit der sich Videokonferenzen auf Googles Plattform nutzen lassen, ist neu.

bus kom Interne yammer
Auch das t3n-Team nutzt Yammer für die interne Kommunikation.

Im Unternehmen stellen Skype- oder Telefonkonferenzen das Pendant zu den Hangouts dar. Doch auch der Chat zwischen zwei Mitarbeitern oder innerhalb eines Teams sollte möglich sein. Die asynchrone Kommunikation kann ganz klassisch über E-Mails laufen – wenn alle Mitarbeiter in der Lage sind, die Informationen der verschiedenen Kanäle zusammenzuführen. Das gilt jedoch nur, solange die Kommunikation zwischen wenigen Mitarbeitern stattfindet. Sind mehrere Personen beteiligt, bietet sich der Einsatz entsprechender Tools wie Yammer [1] oder Communote [2] an.

Öffentlicher Erfahrungsaustausch

Viele Studiengänge und Lerngruppen sind inzwischen dazu übergegangen, eigene Facebook-Gruppen zu gründen oder die entsprechende Funktion im E-Learning-System ihrer Universität zu nutzen. Auf diesen Plattformen tauschen sich die Studenten aus, stellen Fragen und beantworten diese. Der große Vorteil zu Offline-Lerngruppen: Alle Mitglieder der Gruppe können eine Frage und die entsprechende Antwort sehen. Das Wissen wird so geteilt, lässt sich ergänzen und ist für alle verfügbar.

Das funktioniert natürlich auch in einem Unternehmen. In internen Wikis, kleinen Blogs oder Kommunikations-Tools wie dem schon erwähnten können sich Mitarbeiter untereinander austauschen und den Diskussionsverlauf und die so gewonnenen Informationen allen anderen Kollegen zugänglich machen. Solche öffentlichen Diskussionen sollten auf die Teams und Abteilungen beschränkt sein, die zusammenarbeiten oder thematische Überschneidungen haben.

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11 Antworten
  1. von diediener am 25.08.2012 (12:30 Uhr)

    Hallo Herr Müller,

    In Ihrem Artikel steht, dass Yammer auf dem firmeneigenen Server installiert werden kann. Mir wurde von mehreren Leuten,einschl. einem Yammer-Mitarbeiter gesagt, dass das nicht möglich sei. Die Nutzung von Yammer würde nur über deren Server laufen, wenngleich dort ein hoher Sicherheitsstandard herrscht. Habe ich das falsch verstanden? Wir würden nämlich gerne Yammer nutzen, aber nur, wenn die Daten auf unserem eigenen Serv liegen.

    Viele Grüße

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  2. von mic.buege am 26.08.2012 (22:53 Uhr)

    Das hat mich auch verwirrt, ich hatte Yammer so kennengelernt, dass es ausschließlich als SaaS verfügbar ist.
    Die Suche nach Hinweisen für eine Installation von Yammer auf einem eigenen Server verlief entsprechend erfolglos. Es fand sich nur diese Antwort von 2011, dass Yammer ausschließlich SaaS sei.
    http://www.quora.com/Yammer/How-do-you-install-Yammer-on-a-local-server

    Sollte sich da etwas getan haben, wäre ich über einen Link zum Download sehr dankbar.

    Viele Grüße

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  3. von mic.buege am 29.08.2012 (10:48 Uhr)

    Ergänzung: Als tatsächliche Opensourcelösung für den eigenen Server probiere ich zur Zeit status.net aus - http://status.net/download. Das ist ein Twitterclone mit der Möglichkeit an Gruppen zu posten, Dateien mit einem Post zu verbinden, Abstimmungen durchzuführen, Ereignisse anzukündigen und die Teilnahme bestätigen zu lassen ...

    gutes Gelingen

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  4. von Lars Budde am 15.02.2013 (15:58 Uhr)

    Die Self-Hosted-Version von Yammer wurde vor einigen Jahren angekündigt, aber – soweit ich weiß – nie umgesetzt.

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  5. von maxrau am 15.02.2013 (16:18 Uhr)

    Yammer gibt's nicht als Self-Hosted-Version. Communote hingegen gibt's als SaaS nach deutschem Datenschutz UND als Self-Hosted-Version.

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  6. von Lars Budde am 15.02.2013 (16:27 Uhr)

    @Max Durch die kleine Ergänzung, die ich gerade vorgenommen habe, ist das jetzt deutlich.

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  7. von Adrian am 15.02.2013 (16:39 Uhr)

    Ui, der Screenshot von Communote ist aber alt, sieht schon ne Weile viel moderner aus ;)

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  8. von Jan Marquardt am 15.02.2013 (23:06 Uhr)

    Schade, dass Coyo (http://de.wikipedia.org/wiki/Coyo) aus Deutschland auf t3n immer noch nicht erwähnt wird ...

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  9. von Michael Krebs am 18.02.2013 (10:29 Uhr)

    Für mich ist die Frage weniger ob on-premise oder SaaS, sondern vielmehr ob mit oder ohne Taskmanagement. Ich habe mir schon sehr viele verschiedene Lösungen angesehen, gerade die Enterprise Social Networks sind vom Funktionsumfang meist vergleichbar, spannend wird es bei Social Buisness Suite wie Jive oder der Kombination von interner Kommunikation und dem produktiven Task-Management wie bei Social PM oder Projectplace..
    Wäre mal spannend herauszufinden, was in den meisten Unternehmen den größeren Mehrwert bringt, nur Enterprise Social Network oder der Mehrwert durch Projekt- und Task-Steuerung.

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  10. von Nikolai am 18.02.2013 (12:54 Uhr)

    Hallo an die Diskussionsrunde :)

    Bei Bitrix24 (http://www.bitrix24.de/) können Kunden sich selbst entscheiden, wie ihr Intranet aussehen soll: Social oder Klassich, Cloud oder Self-Hosted. Daher kann ich paar interessante Zahlen "verraten":

    Wir haben die Erfahrung gemacht, dass der Trend gar nicht so eindeutig ist. Social Intranet ist zwar ein Hype, aber von gut 40% unserer Kunden wird immer noch das klassische Intranet bevorzugt wird.

    Bei der Cloud ist auch sehr interessant. Bei kleinen Firmen (bis 50 Mann) hat sich die Cloud eindeutig durchgesetzt. Knapp 80% nutzen die Cloud-Version, zudem sie monatlich "in kleinen Raten" bezahlt werden kann. Btw, bei den Kleinen ist auch der Anteil von Social Intranet überdurchschnittlich groß.

    Große Unternehmen setzen dagegen vorwiegend auf die Self-Hosted-Version und fangen mit dem klassischen Intranet an. Das Social Intranet wird dann nach und nach implementiert. Dabei kann so eine Einführung locker mal paar Jahre dauern.

    PS: Alle genannten Zahlen gelten nur für Deutschland, in anderen Ländern, z.B. den USA sieht's etwas anders aus :)

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  11. von Lars Budde am 19.02.2013 (15:51 Uhr)

    @Adrian: Der Magazinartikel stammt aus der t3n 29. Dessen Erstveröffentlichung ist der 28.08.2012 (siehe oben), daher vermutlich der etwas veraltete Screenshot.

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