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Die neuen Social-Media-Stars und was Unternehmen von ihnen lernen können: Plötzlich berühmt

    Die neuen Social-Media-Stars und was Unternehmen von ihnen lernen können: Plötzlich berühmt

(Bild: Shutterstock / chainarong06)

Firmen streiten sich schon fast um die Gunst der neuen Social-Media-Stars. Was sie auszeichnet, sind ihre spontanen Aktionen und ihre authentische Aura.

Die meisten Menschen machen sich einen Tag vor ihrem zwanzigsten Geburtstag vor allem um zwei Dinge Gedanken: Sind genug Getränke für die Party da? Und werden die Gäste auch alle Spaß haben? Nicht so Pamela Reif. Die junge Frau hat an jenem Tag andere Sorgen. Ihr Steuerberater will mit ihr die Steuererklärung für das Jahr 2015 abschließen. Es gibt viel zu besprechen: Welche von ihren zahlreichen Reisen lassen sich steuerlich absetzen? Und welche Pauschalen kann sie in Anspruch nehmen, etwa für Werbung? Solche Fragen muss sich Pamela Reif stellen, seit sie sich im vergangenen Jahr zu einem der gefragtesten deutschen Instagram-Stars überhaupt entwickelt hat. Die Bilder, die sie täglich auf der Plattform teilt, sehen mehr als zwei Millionen Menschen.

Wer heutzutage bekannt werden will, muss weder von einer Modelagentur entdeckt noch von einer Fernsehshow gecastet werden. Erfolgreiche Social-Media-Stars, Influencer genannt, haben ähnlich viele Fans wie Fußballstars, schließen erfolgreiche Werbeverträge ab und verdienen Millionen. Angefangen hat diese Entwicklung mit Youtubern wie Ytitty oder LeFloid. Inzwischen aber gibt es mit Apps wie Instagram, Snapchat oder Musical.ly eine ganze Reihe sozialer Plattformen, auf denen sich nicht nur Fußballer, Musiker und Schauspieler präsentieren, sondern auf denen ganz normale Menschen zu Stars werden. Über ihren Erfolg entscheidet ein einziges Kriterium: ihr Gespür dafür, was die Welt da draußen sehen will.

„Ich poste jeden Tag mindestens einmal“

Es war im Sommer vor vier Jahren, als Pamela Reif die ersten Bilder auf Instagram teilte. Die Schülerin fotografierte ihr Essen, schöne Landschaften und ihre Kleider und verschickte sie an ihre Freunde und Familie. Etwa zur gleichen Zeit begann sie, ins Fitnessstudio zu gehen. Also teilte sie auch das. Sie verschickte Fotos von sich vor dem Sport, beim Sport, mit Fitnessdrink oder Handtuch. Nach knapp zwei Jahren, kurz vor ihrem Abitur, schauten ihr dabei nicht mehr nur ihre Freunde und ihre Familie zu, sondern schon hunderttausende Menschen in ganz Deutschland. „Ich habe das nie so geplant“, sagt Pamela Reif. „Es wurden einfach nach und nach immer mehr.“ Während die junge Frau mit dem durchtrainierten Körper und den langen hellbraunen Haaren auf ihren Bildern oft deutlich älter aussieht, als sie ist, klingt ihre Stimme genauso jung, wie man es von einer 20-Jährigen erwartet.

Längst ist Instagram für Pamela Reif mehr als nur ein Zeitvertreib. Seit etwa einem Jahr arbeitet sie mit der Hamburger Agentur Pulse Advertising zusammen. Sie fliegt nach Los Angeles, um dort eine Fotoserie gegen Plastikmüll im Meer aufzunehmen. Sie dreht TV-Spots in New York und Werbeclips auf Ibiza. Wie viel sie pro Auftrag verdient, will sie nicht verraten. Das könne man nicht festlegen, sagt ihr Management.

Manchmal kommen auf der Straße wildfremde Menschen zu ihr und sagen, sie sei wie eine beste Freundin. Das kann sich dann selbst Pamela Reif nicht ganz erklären. Ganz bewusst hält sie jedoch immer Kontakt zu ihren Fans. „Ich poste jeden Tag mindestens einmal“, sagt sie. „Ich denke, die Menschen interessieren sich für mich, weil ich alle meine Interessen mit ihnen teile: den Sport, die Mode, das Essen.“

Gestylt selbst beim Styling: Pamela Reif hat aus einem Hobby ein Geschäft gemacht. Die 20-Jährige inszeniert sich auf Instagram als Fitness- und Beauty-Queen. Das hat ihr lukrative Werbeverträge eingebracht. (Screenshot: Instagram)

Die Bilder von Pamela Reif sind mit der Zeit professioneller geworden – genau wie Instagram selbst. Während auf der Plattform früher eher schnelle Schnappschüsse geteilt wurden, sind es heute meist perfekt ausgeleuchtete und inszenierte Szenen. „Bei Instagram ist eine ganz ähnliche Dynamik wie damals bei Facebook und Youtube zu beobachten“, sagt Caspar Tajbakhsh von der Stuttgarter Social-Media-Agentur Tobesocial. „Um dort erfolgreich zu sein, muss man inzwischen schon bestimmte Standards etwa bei der Bildqualität einhalten.“ Bei Pamela Reifs Bildern etwa passt jedes Detail: vom oft extravaganten Hintergrund über das perfekt abgestimmte Outfit bis hin zur genau eingeübten Pose.

Live-Kommentare beim Kochen

Ein erneut aufkommender Trend etwa ist auch das Live-Streaming. Im März vergangenen Jahres startete Twitter die App Periscope, mit der Nutzer Videos direkt live ins Netz übertragen können. Die Bedienung der App ist äußerst simpel: Schon zwei Klicks reichen, um mit dem Smartphone gefilmte Szenen in Echtzeit zu teilen. Und für die, die nicht selbst filmen, sondern lieber zuschauen wollen, zeigt eine Weltkarte, wo überall gerade Menschen „live auf Sendung“ sind.

Amanda Oleander malt live vor Publikum – auf Periscope. Über die Streaming-App können ihr Millionen Menschen bei ihrer Arbeit zuschauen. (Screenshot: Periscope)

Amanda Oleander war eine der ersten, die das Potenzial der neuen App erkannte. Die bis dahin völlig unbekannte Illustratorin begann kurz nach dem Start von Periscope, regelmäßig Szenen aus ihrem Leben zu filmen und zu teilen. In nur knapp einem Monat wurden ihre Videos mehr als sieben Millionen mal „geloved“, also das, was auf Facebook „geliked“ heißen würde. Sie streamt sich beim Malen und beim Kochen und nimmt ihre Zuschauer auch schon mal mit, wenn sie sich ihre Beinhaare weglasern lässt. Das Reizvolle für die Nutzer: Sie können ihr direkt während des Live-Streams Nachrichten schreiben. Dann poppt für alle Welt sichtbar ein kleines Dialogfenster im Stream auf und im besten Fall gibt Amanda Oleander auch direkt eine Antwort.

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3 Reaktionen
Big Dislike
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Als Unternehmen sollte man sich immer zuerst fragen: Welche Informationen will ich vermitteln? Über welche Plattform erreiche ich meine Kunden am besten?“, rät Tajbakhsh. „Danach kann ich dann entscheiden, wo ich wie welche Inhalte publiziere.“

Wow, genius! Gut, dass es Menschen gibt die diesen Durchblick haben und es anderen gegen etwas Aufmerksamkeit mitteilen.

Zu den "Stars": Was genau soll man aus diesem Artikel nun mitnehmen? Es ist doch nicht mehr als "Sex Sells" in einer modernen Form. Getragen von einer Armee von gehirnlosen Konsumzombies. Immer schön auf heile Welt machen und die wirklichen Probleme die unsere Gesellschaft hat am besten auch garnicht erst ansprechen, sonst gibts Dislikes!

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Eva
Eva

Hallo t3n Redaktion,

könntet ihr den Text bitte noch einmal lesen und die doppelten Sätze ab Seite 2 entfernen?
Man liest einige Sätze mehrmals und zweifelt dann am eigenen Verstand :-D

Sowas bin ich als Euer regelmäßiger Leser doch gar nicht gewöhnt :-)

Viele Grüße
Eva

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Gandalf
Gandalf

Ich bin selbst Gründer, aber ich hoffe dass keiner von diesen "Stars" "lernt". Das Ergebnis ist nur noch mehr irrelevanter Bullshit in einer Welt, die echt andere Probleme hat.

Kein Unternehmer, der ein solides Produkt hat, das ein echtes Problem löst, braucht derartigen Marketing-Müll.

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