Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

t3n 47

Dieser Starinvestor hält Businesspläne für absoluten Quatsch

    Dieser Starinvestor hält Businesspläne für absoluten Quatsch

(Foto: Accel Partners)

Starinvestor Fred Destin entdeckte früh Startup-Überflieger wie Deliveroo oder Dailymotion. Im Interview spricht er über den Unsinn von Businessplänen und „Die Höhle der Löwen“.

t3n Magazin: Fred, Donald Trump ist im Januar überraschend zum US-Präsidenten gewählt worden. Eine Gefahr für das Silicon Valley?

Fred Destin: Auf die Hälfte aller Startups im Silicon Valley entfällt mindestens ein Gründer mit ausländischen Wurzeln. Die Sorge, dass es in Zukunft erheblich schwieriger werden wird, große Talente mit Migrationshintergrund ins Valley zu holen, ist also berechtigt. Auch für europäische Startups wird die Expansion in die USA nicht leichter. Sollte Trump die Einwanderungspolitik so umsetzen, wie von ihm angekündigt, kriegen wir definitiv Probleme.

 

t3n Magazin: Zuletzt gab es viel Kritik an den teils absurd hohen Bewertungen von Startups. Es gab einige Korrekturen. Ist die Goldgräberstimmung langsam vorbei?

Fred Destin: Die vergangenen beiden Jahre waren wirklich krass. 2014 und 2015 gab es ja noch richtig große Spätphasen-Finanzierungen, nicht nur in Asien und den USA, sondern auch in Europa. Deliveroo konnte im vergangenen Sommer noch 275 Millionen US-Dollar neues Kapital einsammeln. Aber nur wer wirklich Rang und Namen hat, kommt noch an solche Summen. Ansonsten hat sich der Markt extrem abgekühlt.

t3n Magazin: Deliveroo zählt zu einem deiner derzeit bekanntesten Investments. Früher gehörten auch Dailymotion und das E-Commerce-Startup Priceminister dazu. Beide wurden für viel Geld verkauft. Hast du ein Geheimnis, wie man ein erfolgreiches Unternehmen früh erkennt?

Fred Destin: Nein. Aber ich versuche, die Nische zu meiden.

t3n Magazin: Das klingt zu einfach. Was müssen Unternehmen denn mitbringen, um dich als Investor zu gewinnen?

Fred Destin: Mein Fokus liegt auf Unternehmen aus dem Fintech- und verbraucherorientierten Bereich. Aber ganz ehrlich? Für mich geht’s vor allem darum, mich in einen Gründer zu verlieben. Ein gutes Investment verbindet eine emotionale Beziehung zum Gründer mit dem Gefallen an einer Geschäftsidee. Nur deswegen habe ich in Sachen wie Deliveroo oder auch Zoopla investiert. Es geht darum, echte Beziehungen aufzubauen und nicht irgendeinem Investor mit ein paar hübschen Folien das Geld abzujagen.

t3n Magazin: Gab es schon Startups, deren Idee du zuerst blöd fandest, die am Ende aber doch durch die Decke gegangen sind?

Fred Destin: Ohja, davon gab es jede Menge. Twitter ist wahrscheinlich das berühmteste Beispiel. Ich habe es damals nicht für möglich gehalten, dass sich aus 140 Zeichen ein börsennotiertes Unternehmen aufbauen lässt. Inzwischen ist mir klar geworden: Die besten Investments sind meistens die, über die andere Leute zunächst sagen: Was für ein Blödsinn.

t3n Magazin: Hast du noch ein Beispiel?

Fred Destin: Vor ein paar Jahren haben wir zum Beispiel in Blablacar investiert. Die Leute haben uns ausgelacht, was für eine Hipster- Hippie-Firma das denn bitte sei. „Wieso steckt ihr euer Geld Geld in eine App für Mitfahrgelegenheiten ohne Geschäftsmodell?“ wurde mein Kollege Philippe Botteri, der die Investition geführt hat, ständig gefragt. Heute ist Blablacar eines der größten alternativen Transportnetzwerke mit beachtlichen Umsätzen. Bei Deliveroo zeichnet sich gerade ein ähnliches Szenario ab.

Finde einen Job, den du liebst

Eine Reaktion
Gerald Forster

Einen Hinweis darüber, in welcher Sprache das Interview geführt wurde, fände ich toll.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n-Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Abbrechen