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Freiräume, Flexibilität und Führung: So motiviert man Startup-Mitarbeiter

Aus dem
t3n Magazin Nr. 27

03/2012 - 05/2012

In der Startphase eines Unternehmens fallen viele Aufgaben auf einmal an. Zur Bewältigung werden Mitstreiter gebraucht, die vielseitige Fähigkeiten haben, gut mit Komplexität umgehen können und unbegrenzt belastbar scheinen. Gesucht also: Die eierlegende Wollmilchsau, der man als Gründer aber weder viel Geld, noch Sicherheit, noch Status versprechen kann. Die richtige Motivation kann das ersetzen.

Freiräume, Flexibilität und Führung: So motiviert man Startup-Mitarbeiter

Professionals, die sich bewusst für ein entscheiden – und das sollte Ziel des Recruitingprozesses sein – sind Flexibilität und Risiko lieber als ausgefeilte Strukturen und Prozesse. Ihnen sind jeden Tag wechselnde, herausfordernde Aufgaben lieber als business as usual.

Dahinter stecken persönliche Vorlieben, der Wunsch nach Eigenverantwortlichkeit, Spaß an der Arbeit, nach persönlicher Weiterentwicklung und Herausforderung. In Motivationssystemen, die auf Manipulation und (materielle) Belohnungen setzen, sind diese Bedürfnisse kaum umsetzbar.

Motivation für Startup-Mitarbeiter heißt deshalb vor allem, Demotivationsfaktoren abzustellen und die Rahmenbedingungen für Eigenverantwortlichkeit, Begeisterung und Entwicklung zu schaffen. Das zu erreichen setzt voraus, dass die Motive und Bedürfnisse der Mitarbeiter klar sind, ohne Faktoren wie fachliche Qualifikation, Erfahrungen und Sympathie zu vernachlässigen.

Risikofreude und Neugier

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Miteinander reden ist essenziell bei der Motivation.

Die Komplexität und schlechte Planbarkeit des Startup-Alltags braucht Mitarbeiter, die sich nicht leicht aus der Ruhe bringen lassen und risikofreudig sind. Im besten Fall kann ein Mitarbeiter mit Komplexität und Herausforderungen nicht nur leben, sondern hat das Bedürfnis, vor ständig wechselnden Aufgaben zu stehen und Aufträge zu bekommen, die auf den ersten Blick unlösbar scheinen.

Dahinter kann Neugier stecken, aber ebenso gut pure Lust an der Herausforderung. Das Bedürfnis nach Abwechslung und Risiko ist eines der nützlichsten Motive für den Startup-Alltag. Wer den Reiz des Neuen schätzt, sich persönlich und fachlich weiterentwickeln will, gern die eigenen Grenzen testet und intellektuell gefordert werden möchte, hat im Startup gute Chancen, auf seine Kosten zu kommen.

Gestaltungswille und Eigenverantwortung

Daneben bringen Startup-Mitarbeiter meist eine gehörige Portion Gestaltungswillen mit, der allerdings weniger mit „die Welt verändern“ zu tun hat als mit dem Wunsch, greifbare Ergebnisse der eigenen Arbeit zu sehen.

Wer sich bewusst für die Arbeit in kleinen, jungen Unternehmen entscheidet, hat wenig Interesse daran, ein Rädchen im großen System zu sein. Bewegen sollen und wollen Startup-Mitarbeiter aber durchaus: Sie sind oft darauf angewiesen, sich ihre Ressourcen selbst zu besorgen oder zu erschaffen. Gestaltungswille und das damit verbundene Denken sind also Voraussetzungen für Startup-Mitarbeiter. Menschen, die lieber nicht darüber nachdenken, zu welchen Enden ihre Handlungen führen und die ohne klare Vorgaben und Strukturen nicht arbeiten können, haben gerade in sehr jungen Unternehmen schlechte Karten.

Beziehungen und Anerkennung

Nun ergibt eine Ansammlung Einzelkämpfer kein dynamisches Startup, ganz im Gegenteil. Eine Gründung lebt davon, dass alles bestmöglich ineinandergreift. Was nur funktioniert, wenn die Beteiligten nicht stets und ausschließlich den eigenen Vorteil im Auge haben, sondern das gemeinsame Ziel.

Deshalb bringt ein Startup-Mitarbeiter optimalerweise das Bedürfnis mit, Beziehungen zu knüpfen und zu pflegen, was sich auch in seiner Arbeitsweise äußert: Bevor er wochenlang allein nach Lösungen sucht, erfragt er die nötigen Informationen. Er braucht den Austausch mit dem Team. Neue Teammitglieder werden so auch schneller integriert, ein Netzwerk für das wachsende Unternehmen schneller gebaut.

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Startups brauchen multitalentierte Mitarbeiter.

Ein Bedürfnis nach Anerkennung auf Mitarbeiterseite ist dabei auch von Vorteil und das nicht im Sinne von Statussymbolen oder Gehalt, sondern im Sinne von Feedback und Austausch. In gesundem Maße ist ein Anerkennungsbedürfnis der Stimmung im Team und der gemeinsamen Ziele förderlich.

Eine weitere wichtige Eigenschaft, die Startup-Mitarbeiter mitbringen sollten, ist Begeisterungsfähigkeit. Ihnen ist es in der Regel wichtiger, dass sie sich für die Idee, an der sie gerade mitbauen, begeistern können, als dass sie zum Beispiel in einem renommierten Konzern arbeiten, dessen Idee und Wert sich in keiner Weise mit den täglichen Aufgaben verbindet.

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Eine Antwort
  1. von Lars Heinemann am 07.09.2012 (15:07 Uhr)

    Hallo zusammen,

    ich sehe das genauso wie Constanze Buchheim, die ich in Berlin auch schon persönlich kennen lernen durfte.

    Ich selbst bin jetzt seit 1.8. 2012 als CMO bei einem Start Up und versuche folgende Punkte zu beherzigen, die hier im Artikel auch sehr gut dargestellt wurden:

    1. Vision entwerfen
    2. Team daran teilhaben und aktiv beitragen lassen
    3. messbare Ziele ableiten
    4. Vorbildcharakter: die Ziele und Arbeitsweise vorleben
    5. transparent kommunizieren - was wurde erreicht, wer hat welchen Anteil?
    6. Freiräume geben und auf Freizeit bei den Kollegen achten
    7. Mitarbeitergespräche nutzen, um herauszufinden, wie es dem Mitarbeiter geht, ob die Ziele zu erreichen sind

    Führung ist nicht leicht, man kann viele Fehler macen, insbesondere in der Kommunikation. Jeder Mitarbeiter braucht auch eine individuelle Führung, jeder ist anders, nimmt Informationen anders auf.

    Lars Heinemann

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