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„Der einfachste Server der Welt“ – Protonet im Portrait

Aus dem
t3n Magazin Nr. 30

12/2012 - 02/2013

Die Vorteile der vereint in einer lokalen Box mit sozialem Anstrich: So ließe sich das Produkt von kurz beschreiben. Das will den Cloud-Markt für kleine und mittelständische Unternehmen umkrempeln. Was ihre größten Herausforderungen dabei sind und warum sie den lokalen Aspekt von Daten für so wichtig erachten, verrieten die Gründer in einem Gespräch mit t3n.

„Der einfachste Server der Welt“ – Protonet im Portrait

Im Betahaus in Hamburg, einem Coworking Space, spürt man die kreative Energie geradezu in der Luft. Überall sitzen Digitalarbeiter mit ihren Notebooks, arbeiten, trinken Café, tauschen sich aus. Inmitten dieser Kreativzone werkelt Protonet an seinem Produkt. Das Hamburger Startup hat im Erdgeschoss des Betahauses in Hamburg Altona sein Quartier bezogen. Sechs Leute sitzen an einer Tischgruppe, ein großer Durchgang führt gleich in das Café des Betahauses. „Wir lieben diese kreative Atmosphäre hier. Man kann sich einfach sehr gut austauschen mit Leuten, die aus anderen Bereichen kommen und beispielsweise wertvolle Tipps erhalten. Das ist toll und für uns besonders wertvoll“, erklärt Ali Jelveh, einer der beiden Protonet-Gründer.

Der 32-jährige hat mit dem gerade erst 23-jährigen Christopher Blum Protonet gegründet. Die Beiden waren vorher als Software-Entwickler bei Xing angestellt. Bereits 2008 hatten Jelveh und Blum erste Ideen, 2010 wagten sie dann den Weg in die Selbstständigkeit – und gründeten Protonet. Das Startup entwickelt und vertreibt einen Server. Was unspektakulär und geradezu langweilig klingt, ist bei zweitem Hinschauen deutlich spannender. Schließlich wollen die Jungs nicht einfach einen komplizierten Server bauen, der im Serverregal verschwindet und nur von Systemadministratoren konfiguriert werden kann. Vielmehr wirbt das Startup mit dem Claim: „Der einfachste Server der Welt.“

Sozialer Fileserver

Diese Einfachheit beginnt bei der Server-Hardware selbst. So hat das Gerät lediglich einen Knopf. Netzwerk- und Netzkabel einstecken, einschalten, fertig. Der kleine Server fungiert dabei als WLAN-Router, als Fileserver und als internes soziales Netzwerk in einem Gerät. Denkbar schnell lassen sich Accounts einrichten, sind Nutzer in der Lage loszulegen. Diese können Dateien per Drag-and-drop in die Protonet-Oberfläche kopieren, andere Nutzer können sofort auf die so hochgeladenen Daten zugreifen. Dateien lassen sich mit Zugriffsbeschränkungen versehen, kommentieren und verschieben. Nutzer können den Protonet-Server wie Dropbox auch als Laufwerk in den Finder auf dem Mac und im Arbeitsplatz unter Windows integrieren. Das Kopieren von Daten geht dabei rasend schnell, schließlich passiert alles lokal, nichts muss per DSL-Leitung hochgeladen werden.

Das Hosting von Daten ist den Protonet-Jungs aber nicht genug. Sie haben ein rudimentäres Soziales Netzwerk in das auf Linux basierende Protonet-System eingebaut, das an die großen „Vorbilder“ wie Twitter und Facebook, im Business-Umfeld am meisten an Yammer erinnert. Es gibt Aktivitätsstreams, die sich kommentieren lassen. Zudem lassen sich Channels, also Gruppen, einrichten, zu denen dann nur vorher festgelegte Mitglieder Zugang haben. In Zukunft wollen die Entwickler die Kollaborationsmöglichkeiten ausbauen und beispielsweise gemeinsame Editiermöglichkeiten eines Textdokuments ermöglichen. Nutzer oder Kunden können übrigens auch von extern über den DNS-Dienst von Protonet auf den Server zugreifen, wenn es gewünscht ist – mit entsprechenden Restriktionen versteht sich, aber mit gleichen Kommunikationsmöglichkeiten wie interne Nutzer.

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Die Protonet-Gründer Ali Jelveh und Christopher Blum im Gespräch mit t3n-Redakteur Luca Caracciolo.

Doch was passiert, wenn die Kiste geklaut wird oder kaputt geht? „Wir bieten eine Backup-Lösung, die sich dazubuchen lässt. Die Daten werden verschlüsselt auf Servern gespeichert, die in Deutschland stehen. Wenn die Box also abschmieren sollte, könnten wir innerhalb kürzester Zeit eine virtuelle Maschine aufsetzen und der Kunde kann in der Regel am gleichen Tag weiterarbeiten“, erklärt Blum. Wer das Backup-Modul nicht dazu bucht, kann eine eigene Backup-Lösung aufsetzen, beispielsweise über eine zweite Box oder einen Server an einem anderen eigenen Standort.

NEU: Lass dir diesen Artikel vorlesen
Ein Service von t3n, in Kooperation mit Narando.

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Eine Antwort
  1. von Uwe am 04.05.2013 (07:47 Uhr)

    Neu...? Tonido macht im Prinzip nix anderes und gibt's schon lange...

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