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Telefonieren in der Cloud: Was Unternehmen über Voice over IP wissen müssen

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t3n Magazin Nr. 38

12/2014 - 02/2015

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Telefonie per Internet ist auf dem Vormarsch – auch in Unternehmen. Doch worauf kommt es bei Voice over IP (VoIP) an? Was muss man bei der Umstellung beachten? Und welche Anbieter, Services und Tarife gibt es? Marktexperten, Anbieter und Unternehmer geben Auskunft.

Telefonieren in der Cloud: Was Unternehmen über Voice over IP wissen müssen

(Foto: suze / Photocase)

Dass Telefonieren über das Internet zu Lasten der Qualität gehe, mit diesen Ruf hat Voice over IP noch immer zu kämpfen. Noch vor wenigen Jahren häuften sich die Klagen über abgehakte Verbindungen und eine bescheidene Qualität. Doch im Zuge des stetigen Ausbaus der Bandbreiten in den vergangenen Jahren stehen mittlerweile eine Vielzahl an Cloud-Angeboten zur Verfügung.

Auch die Deutsche Telekom stellt das deutsche Festnetz bereits in 54 deutschen Städten auf die Internet-Telefonie um. 3,5 Millionen ihrer Kunden telefonieren schon mit dieser Technologie – zum Teil sogar ohne ihr Wissen – und jede Woche kommen 60.000 weitere hinzu. Bis 2018 sollen nach Firmenangaben alle Anschlüsse über VoIP telefonieren. Wie wird sich der Markt entwickeln? Und finden dabei die Anforderungen von Unternehmen Beachtung?

Was ist eigentlich Voice over IP?

Bei VoIP sorgt ein Protokoll dafür, dass Telefonate nicht über einen Analog- oder ISDN-Anschluss, sondern über eine Internet-Verbindung wie DSL, Kabel oder LTE laufen. Er überträgt neben der Sprache auch Steuerinformationen für den Verbindungsauf- und -abbau, Faxe und vieles mehr.

Was hinter dem Router eines VoIP-Anschlusses passiert ist komplex. Privatnutzer und kleine Firmen, die ihre analogen Telefone an einem speziellen Adapter betreiben, merken in der Regel nicht, über welche Technologie sie kommunizieren. Alle gängigen Funktionen wie Makeln, Anrufe heranholen oder Durchstellen funktionieren genauso. Doch die Internet-Telefonie bietet weitaus mehr Features als ein ISDN-Anschluss, da Endgeräte – wie Notebooks, Telefone und anderes – direkt am Firmennetzwerk hängen, das über das Internet mit der Cloud-TK-Anlage verbunden ist. Immer mehr Mittelständler macht das hellhörig.

Welche Vorzüge hat Voice over IP?

Die Ansprüche an einen Telefonanschluss von Firmen und Privatkunden unterscheiden sich beträchtlich. Unternehmen brauchen Rufnummernblöcke, möglichst viele parallel nutzbare Leitungen und einfach zu administrierende Anschlüsse. All das ist mit VoIP einfach und kostengünstig möglich, denn Telefonleitung und Netzwerk verschmelzen miteinander und vereinfachen so die Infrastruktur stark. Oft sind in Bürogebäuden bereits die Datenleitungen für VoIP vorhanden, dann entfällt die doppelte Verkabelung. Der Anschluss lässt sich zudem unabhängig vom Standort betreiben.

„VoIP ist mittlerweile ausgereift und bietet viele Vorteile gegenüber klassischer Telefonie. Einige unserer Kunden haben zunächst noch Bedenken, doch schon nach wenigen Wochen wollen die allermeisten nicht mehr auf die Vorteile dieser Technologie verzichten“, erklärt Dr. Andreas Bahr, Geschäftsführer des VoIP-Anbieters Easybell.

Einer dieser Vorteile ist der Preis. Dazu gehören nicht nur die oft sehr günstigen Ferngespräche und die meist monatlich kündbaren Tarife, sondern vor allem auch, dass selbst weltweit verstreute Filialen über ein firmen-internes Cloud-Netzwerk kostenlos miteinander telefonieren können. Obwohl der Tarifdschungel der VoIP-Anbieter sehr unübersichtlich ist, sind die Preise im Vergleich zu ISDN günstig.

Ein weiterer Vorteil: Klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) wachsen oft sehr schnell. Entsprechend flexibel muss auch ihre IT sein, und VoIP bietet dafür die entsprechend hohe Skalierbarkeit. Eine Technik namens „SIP Trunking“ erleichtert das Routing, indem es viele Sprachkanäle in nur einem virtuellen Anschluss bündelt. Eine Anmeldung der Telefonanlage beim Anbieter reicht aus, um Gespräche und Endgeräte zu verwalten. Besonders flexibel sind Lösungen, die ausschließlich ein Headset sowie eine Rufnummer benötigen und bei denen das Routing in der Telefonanlage im Rechenzentrum abläuft.

Eine Telefonanlage aus der Cloud bindet Filialen weltweit, Home-Offices und auch mobile Telefone der Mitarbeiter ein und ermöglicht zum Beispiel kostenloses Telefonieren innerhalb dieses Netzwerks. (Grafik: Agentur Evernine)
Eine Telefonanlage aus der Cloud bindet Filialen weltweit, Home-Offices und auch mobile Telefone der Mitarbeiter ein und ermöglicht zum Beispiel kostenloses Telefonieren innerhalb dieses Netzwerks. (Grafik: Agentur Evernine)

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2 Antworten
  1. von Nikolai am 05.03.2015 (15:18 Uhr)

    Ein sehr spannendes Thema, welches wir seit zwei Jahren sehr intensiv verfolgen.

    Was dabei rausgekommen ist, ist ein kostenloses Social Intranet und CRM mit eingebauter VoIP-Telefonie: http://www.bitrix24.de/

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  2. von TobiasKollewe am 02.04.2015 (12:13 Uhr)

    Wir telefonieren seit einigen Jahren nur noch mittels sipgate. Und sind sehr zufrieden. Die PC Welt hatte das damals in einem kleinen Umstellungs-/Anwenderbericht verwurstet:
    http://www.pcwelt.de/ratgeber/Installation-von-VoIP-5757390.html

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