von Jan Tißler, 28.02.2008

Blogosphäre: Neue Runde in der Diskussion „Blogger gegen Journalisten“: Tummelplatz für Schmierfinken

Aus dem
t3n Magazin Nr. 11

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Die Top 20 der deutschen Blogcharts im Dezember 2007.

Einige Blogger und Journalisten sind wie die sprichwörtlichen Hunde und Katzen. Sie fallen immer wieder übereinander her und man weiß nicht wirklich, warum. Die Masse sieht zu und wundert sich. So wie Anfang des Jahres in Berlin bei einer Podiumsdiskussion. Dabei hat die Blogosphäre ganz andere Sorgen. Eine Frage ist zum Beispiel: Wie viele deutschsprachige Blogs gibt es eigentlich? Der „Blogcensus“ hat nachgezählt.

„Blogs sind meines Erachtens nur in ganz wenigen Ausnahmefällen journalistische Erzeugnisse. Sie sind eher der Tummelplatz für Menschen, die zu feige sind, ihre Meinung frei und unter ihrem Namen zu veröffentlichen.“ So äußerte sich Michael Konken, Bundesvorsitzender des Deutschen Journalistenverbandes (DJV), anlässlich des DJV-Verbandstages Anfang November. In seiner Rede [1] forderte er außerdem Richtlinien, „um Müll von Qualität zu trennen“ und beschwerte sich über „Schmierfinken, die sich als Journalisten bezeichnen, die aber Persönlichkeitsrechte verletzen, sich nicht an unsere Postulate wie Wahrhaftigkeit, Objektivität, Vollständigkeit halten“.

Die Reaktion der Blogosphäre ließ nicht lange auf sich warten, beispielsweise durch den bloggenden Journalisten Thomas Knüwer („Indiskretion Ehrensache“ [2], Handelsblatt). Die neuerliche Diskussion um die Qualität des heutigen Journalismus und über die Rolle von Bloggern führte schließlich zu einer Podiumsdiskussion Anfang Januar in Berlin. Unter anderem trafen hier der stellvertretende Stern-Chefredakteur Hans-Ulrich Jörges und Blogger DonAlphonso aufeinander. DonAlphonso hatte sich im Vorfeld die Website stern.de sehr genau angesehen und konfrontierte Jörges genüsslich mit den journalistisch zweifelhaften Inhalten – allerdings ohne wirklichen Effekt.

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