von Markus Timpner, 03.12.2006

Konica Minolta setzt auf dezentrales Konzept mit zentraler Verwaltung: TYPO3 im Konzerneinsatz

Aus dem
t3n Magazin Nr. 6

Innerhalb kürzester Zeit musste also ein alternatives CMS gefunden werden. Die Lösung fand man im eigenen Unternehmen: Mit Konica Minolta Photo Imaging existierte eine erfolgreiche Community-Website für Kamera-Besitzer und Fans mit etwa 200.000 aktiven Anwendern – basierend auf . Aufgrund dieser positiven Erfahrungen wurden zwei Agenturen Mitte 2005 damit beauftragt, innerhalb von sechs Wochen die europäische und die deutsche Webpräsenz unabhängig voneinander mit TYPO3 zu realisieren. Beide Projekte wurden erfolgreich und termingerecht umgesetzt. Zudem konnte das europäische Webmarketing-Team auf einer Promotion-Tour eine Reihe weiterer Länder überzeugen, dass TYPO3 auch für ein gesamteuropäisches Konzept genau das Richtige System ist.

Master-Konzept

Da die tschechische Konica-Minolta-Website ohnehin ein Redesign benötigte und eine einheitlichen Plattform angestrebt wurde, erklärte Konica Minolta Europa dieses Projekt zum Piloten des neuen Master-Konzepts. Einerseits zielt dieses Konzept auf ein europaweit einheitliches System und eine einheitliche Struktur für alle Websites. Andererseits bestehen die einzelnen Länderniederlassungen zu Recht auf eine größtmögliche Freiheit bei der Strukturierung und Pflege ihrer Internetauftritte, um den Anforderungen ihrer nationalen Märkte und Wettbewerbssituationen gerecht zu werden. Das Masterkonzept ist daher grundsätzlich als Verbund unabhängiger Websites mit einer gemeinsamen Basis konzipiert.

Der sogenannte europäische Master ist eine vollwertige archetypische Umsetzung einer fiktiven Landes-Website. In diesem Master werden alle Strukturen, Inhalte und das grafische Design gepflegt und weiterentwickelt. Der Europäische Webmaster stellt jedem Land, das einen neuen nationalen Webauftritt startet, eine Kopie des Masters zur Verfügung. Dabei wird von vornherein darauf geachtet, dass die Kopie den unterschiedlichen Anforderungen und Eigenheiten der nationalen Märkte flexibel angepasst werden kann. Grundvoraussetzung ist die Lokalisierung der englischen Orginalinhalte. Bei der Pflege des Masters legt Konica Minolta daher besonderen Wert auf die Internationalisierung der Inhalte. Die Länderniederlassungen haben die Möglichkeit, ihre Kopie um spezifische Ergänzungen, wie etwa eigene Shop- oder CRM-Systeme, zu erweitern.

Die Definition von Workflows zur Pflege einer Website stellt TYPO3 erst seit Version 4.0 zur Verfügung. Bei der täglichen Arbeit wird diese Funktion jedoch nicht vermisst. Das hat vor allem zwei Gründe. Eine europaweit einheitliche Definition von Workflows widerspricht dem bereits genannten Freiheitsprinzip und schränkt die Flexibilität und die Anpassungsmöglichkeiten für die Länderniederlassungen ein. Darüber hinaus arbeiten alle Redakteure in regional verteilten Webteams unabhängig voneinander und eigenverantwortlich mit unterschiedlichen Systemen. Im Durchschnitt besteht ein solches Team aus lediglich drei Mitarbeitern, die Definition von Workflows wäre ein unnötiger Mehraufwand.

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