Pflichtenhefte offenbaren oft viele Überraschungen. Im vorliegenden Beispiel lag eine der größten Herausforderungen darin, TYPO3 mit Oracle als Datenbank zu betreiben. Neben dieser Anbindung fanden sich viele kleine und große Wünsche für Änderungen an TYPO3, seinen Erweiterungen oder für neue Erweiterungen. Nach Projektabschluss kamen so knapp 100 reine Kern- oder Extensionpatches, ein Dutzend neue Erweiterungen und eine komplette Überarbeitung des DBAL (Datenbank-Abstraktionslayer) sowie des Workspacesystems zusammen.
TYPO3 mit Oracle
Die TYPO3-Featureliste und diverse Publikationen suggerieren, dass TYPO3 praktisch mit jeder Datenbank funktionieren kann. Hierfür existiert der DBAL von Karsten Dambekalns, der als Bindeglied zwischen TYPO3 und anderen Datenbankwelten fungieren soll.
Um keine falsche Kritik aufkommen zu lassen: Betrachtet man die Applikationsstruktur des derzeitigen TYPO3 bleibt praktisch nur der DBAL, um fremde Datenbanken an TYPO3 anzudocken. Das bringt in seiner aktuellen Ausbaustufe allerdings noch viele Probleme mit sich. Das gilt zum Beispiel, wenn die Datenbank (wie eben Oracle) nicht größtmöglich kompatibel mit dem MySQL-Sprachschatz ist oder komplexere Anfragen benötigt werden. Oracle wird vom DBAL laut Spezifikation zwar unterstützt, dennoch scheitert ein Versuch, TYPO3 mit Oracle zu verbinden spätestens dann, wenn Standarderweiterungen wie TemplaVoila, die Mediendatenbank oder „tt_news“ eingesetzt werden sollen.
Nach dem Entfernen verschiedenster Fehler und der Beachtung einer großen Anzahl von Oracle-Besonderheiten wurde schnell klar, dass die überarbeitete Version des DBAL zukünftig nur noch für Oracle sinnvoll nutzbar sein wird. Neben dem DBAL musste weiterhin praktisch jede Erweiterung ausführlich auf mögliche Inkompatibilitäten hin geprüft werden. Sehr oft wurden dann Datenbankanfragen generalisiert oder konkret auf Oracle umgeschrieben.
Michael Ablass







