Herr im Haus
Viel Leistung in Form eines dedizierten Servers ist ein Argument, die volle Kontrolle über den Rechner mag für manchen Interessenten ein anderes schlagendes Argument sein.
Beim Root-Server kümmert sich der Hoster tatsächlich nur um die reine Hardware, sorgt also dafür, dass Strom und Netzwerk vorhanden sind und defekte Teile innerhalb kurzer Zeit ausgetauscht werden. Als einzige Software-Dienstleistung wird ein rudimentäres Linux-Grundsystem bereitgestellt, mit dem man den Server booten und sich per Linux-Shell dort einloggen kann.
Bei allen anderen Aspekten hat man völlig freie Hand. Ob neben TYPO3 beispielsweise noch ein Mailserver, ein Streaming-Server oder eine Firewall installiert werden, ist allein Sache des Kunden. Das setzt natürlich ein gewisses Linux-Grundwissen, Geduld und vor allem Know-how in Bezug auf Internet-Sicherheit voraus. Wenn man einen Root-Server nicht perfekt konfiguriert, kann es sehr schnell passieren, dass der eigene Mailserver plötzlich als Spam-Schleuder missbraucht oder der Rechner als illegale Tauschplattform gekapert wird.
Wer sich solche Fähigkeiten jedoch zutraut oder sich die entsprechenden Anleitungen aus dem Internet zusammensucht, beispielsweise bei howtoforge.com [1], erhält mit einem Root-Server die Top-Lösung unter den Hosting-Angeboten. Der ständige Wartungsaufwand zum stabilen Betrieb eines Root-Servers sollte jedoch stets mit einkalkuliert werden.
Hosting-Varianten im Überblick
| Shared-Hosting |
| Wie in einem Mietshaus teilen sich beim Shared-Hosting viele Kunden einen in der Regel großzügig dimensionierten Server. Jeder Kunde hat seinen eigenen Speicherbereich, auf den er per FTP zugreifen kann, ebenso wie E-Mail-Postfächer und eine oder mehrere MySQL-Datenbanken. Verwaltet wird der Webspace über ein Web-Interface, wobei die Einstellmöglichkeiten begrenzt sind. Die Ressourcen des Servers und die verfügbare Netzwerk-Bandbreite werden auf alle Kunden aufgeteilt, wobei ein guter Hoster darauf achtet, nicht zu viele Kunden auf einen Server unterzubringen, damit diese sich nicht gegenseitig behindern. |
| V-Server |
| Ähnlich wie beim Shared-Hosting bündelt der Hoster auch hier mehrere Kunden auf einem Server, allerdings erhält jeder Nutzer einen virtuellen Server, der für ihn so aussieht, als wäre er allein auf der Maschine. Das bedeutet beispielsweise, dass man Root-Rechte für den V-Server erhält, zusätzliche Programme und Bibliotheken installieren kann und auch die Apache- und PHP-Konfigurationsdateien selbst modifizieren kann. Meist sind spezielle Administrations-Tools wie Confixx oder Plesk installiert, mit denen der V-Server verwaltet wird. Auch hier gilt: Ein guter Hoster legt nicht zu viele V-Server auf eine physikalischen Maschine. |
| Managed-Server |
| Der Kunde erhält einen kompletten Rechner oder einen adäquaten V-Server, auf dem ihm alle Ressourcen zur Verfügung stehen. Jedoch hat man hier nicht wie beim Root-Server das Problem, sich selbst um alles kümmern zu müssen, denn die Mitarbeiter des Hosters warten und managen den Server, was auch den vergleichsweise hohen Mietpreis rechtfertigt. So hat man die Gewissheit, immer mit einem optimal konfigurierten System zu arbeiten. Allerdings mit der Prämisse, keinen Vollzugriff auf die Maschine zu haben, sondern nur mittels Web-Interface die diversen Konfigurationsarbeiten erledigen zu können. Für größere Modifikationen ist daher immer ein Anruf beim Hosting-Anbieter notwendig. |
| Root-Server |
| Ein Root-Server bedeutet volle Kontrolle über den Server und das Betriebssystem, aber auch die komplette Verantwortung darüber. Denn ist der Server nicht sauber konfiguriert, sind nicht alle aktuellen Security-Patches eingespielt und tut die Firewall nicht das, was sie soll, ist es meist nur eine Frage von Minuten oder bestenfalls Stunden, bis der Server kompromittiert und in fremder Hand ist. Der Betreiber eines Root-Servers muss viel Know-how mitbringen, dafür winkt jedoch die flexibelste und leistungsfähigste Lösung, denn man ist Herr im (eigenen) Haus. |
Fazit
Wer für sein TYPO3-Projekt Webspace benötigt, findet mittlerweile viele passende Angebote für jede Preislage. Oft genügt bereits ein preisgünstiges Shared-Hosting-Angebot, mit dem man zuerst einmal austesten kann, wie viele Ressourcen tatsächlich benötigt werden. Bei größeren Installationen sollte ein Managed-TYPO3-Server die erste Wahl sein. Und wer Linux-technisch auf der Höhe ist und sich auch vor anspruchsvollen Konfigurationsaufgaben nicht fürchtet, findet in einem Root-Server die Top-Leistung zu den besten Konditionen. Für weitere Informationen zu Providern lohnt sich auch ein Blick auf webhostlist.de [2].




Dieter Mayer ist Manager Technology bei der Sapient GmbH. Er entwickelt Lösungen im Bereich Web-Infrastrukturen, Portale und Online-Services und berät Kunden, wie sich deren Geschäftsprozesse im Web abbilden lassen. Mit TYPO3 beschäftigt er sich seit 2004 im Rahmen diverser Web-Auftritte, mit vielen Höhen und Tiefen im Umgang mit diesem CMS. Außerdem ist er ein großer Freund des Weblog-Systems WordPress, unter dem er sein IT-Info-Blog contentschmiede.de betreibt. Die TYPO3-Community unterstützt er durch die regelmäßige Pflege der TYPO3-Linkliste, der derzeit wohl umfangreichsten Sammlung von TYPO3-relevanten Links mit aktuell über 1.100 Einträgen.





