Dabei ist es einer der Grundgedanken der BarCamps, dass erst vor Ort geklärt wird, welche Themen behandelt und wer wann und in welchem Raum seine Session hält. Das geschieht, indem jeder Vortragende sein Thema an ein Grid pappt, eine Art Matrix, die sämtliche Uhrzeiten und Räume darstellt. Durch Handzeichen wird ermittelt, wie viele der Teilnehmer Interesse an einem Thema haben und entsprechend der Raum vergeben. Passend zur Offenheit des BarCamp-Konzepts ist die Teilnahme für jeden kostenlos, vom Internet-Millionär bis zum Studenten. Die Finanzierung übernehmen Sponsoren, die wichtige Dinge wie die Location oder die Verpflegung der Teilnehmer stellen.

Die Zahl solcher Unkonferenzen nimmt in letzter Zeit auch in Deutschland stark zu. Beinahe bekamen sich die Veranstalter der BarCamps Leipzig und Offenburg in die Haare, weil beide den April als Termin anpeilten. Am Ende wurde doch alles gut: Das Leipzig findet am 3. und 4. Mai statt, das BarCamp Offenburg ist für den 26. und 27. April angekündigt. Weitere geplante Unkonferenzen in diesem Jahr sind das BarCamp Ruhr in Essen am 15. und 16. März und das BarCamp Bodensee in Friedrichshafen vom 31. Mai bis 1. Juni. Viele weitere Termine sind bisher grob geplant. Eine sehr gute Übersicht bietet Thomas Gigold von Medienrauschen, der das bereits erwähnte BarCamp in Leizpig betreut [1].

Die Idee dieser Treffen greift inzwischen weiter um sich. Zum einen gibt es erste spezialisierte Treffen, wie das schon genannte WordCamp oder das TYPO3Camp vom 7. bis 9. März in Hamburg, zum anderen versuchen sich in Deutschland auch andere an einer Unkonferenz, die nur am Rande oder gar nichts mit Web-Applikationen, Open-Source-Software, Social Networks oder Blogs zu tun haben. Ein Beispiel für solche ThemenCamps: Das EduCamp in Ilmenau, bei dem es um „mediengestütztes Lernen“ gehen soll. Oder das BibCamp in Berlin, bei dem sich alles um Bibliotheken drehen wird. Darüber hinaus sind für das noch recht junge Jahr ein iPhoneDevCamp sowie ein PolitCamp geplant.

Dass die BarCamps unterdessen in Bezug auf die Teilnehmerzahl immer größer werden, bereitet manchem zunehmend Bauchschmerzen. Der ursprüngliche Gedanke eines Treffens mit der Möglichkeit zum Austausch und zum Kennenlernen ist bei 200 bis 300 Teilnehmern kaum mehr machbar, die Veranstaltung verläuft sich stark. Auch die Zahl der passiven Besucher nimmt naturgemäß zu.

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