Die Daten hierfür müssen sie dabei gar nicht selbst erheben, denn viele Dienste arbeiten mit einer programmierbaren Schnittstelle, der sogenannten API (Application Programming Interface). Diese erlaubt den Diensten, auf schon vorhandene Daten wie den Aufenthaltsort zuzugreifen. So entsteht ein ganzes Ökosystem neuer Dienste, die sich gegenseitig befruchten.
Tablett der Zukunft
Trotz des großen Erfolgs des iPhones, der diversen Android-Geräte und der Blackberrys sind internetfähige Endgeräte noch nicht wirklich bei der breiten Masse angekommen. Vor allem die Kosten für Datentarife sind nach wie vor eine Hürde, die viele vom Smartphone abhält. Während die Preise für Datentarife aber sinken, werden die Geräte selbst auf absehbare Zeit nicht günstiger werden.
Nichtsdestotrotz: Die Zukunft unserer Kommunikation gehört den Gadgets. Tablet-PCs, eine Kreuzung aus Smartphone und Notebook, sind die neuen Lieblinge von Technologiebegeisterten weltweit. Apples iPad ist das am schnellsten verkaufte Gadget aller Zeiten [3] ; es löst damit sogar den DVD-Player ab [4]. Und die Konkurrenz schläft nicht: Neue Tablet-PCs mit Android, Chrome OS und Blackberry OS stehen teilweise schon in den Läden oder strömen künftig auf den Markt (siehe auch Artikel ab Seite 22).
| GPS-Apps für Android, iPhone und Co |
| Was mit kontextbezogenen Informationen und GPS heute möglich ist,
zeigen die Apps layar (Android, iPhone) und wikitude (Android, Bada,
iPhone, Symbian) auf eindrückliche Weise: Die so genannten
Augmented-Reality-Apps erkennen über GPS, Kompass und Kamerabild Gebäude
und blenden Restaurants in der Nähe ein, zeigen Informationen zu
Sehenswürdigkeiten und bauen sogar die Berliner Mauer virtuell wieder
auf.Für Liebhaber öffentlicher Verkehrsmittel stellt Öffi DE/AT/CH
(Android) einen sehr angenehmen Reiseplaner dar. Insbesondere in
Großstädten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz findet sich die
App, die vom jeweils eigenen Standort aus navigiert, sehr gut zurecht.
Und wenn der Nahverkehr doch einmal aussetzt, findet Cab4Me (Android,
iPhone) Telefonnummern lokaler Taxiunternehmen sowie Taxistände in der
Nähe.Wer viel in unbekannten Städten und Ländern unterwegs ist, hat mit
Google Maps (Android, iPhone) einen guten Reiseführer, der allerdings im
Ausland durch die permanente Internetverbindung Roaming-Gebühren
kostet. Günstiger sind da MapDroyd (Android) und OffMaps (iPhone). Die
beiden Apps beziehen das Kartenmaterial ausgewählter Länder vorab über
OpenStreetMap und navigieren anschließend offline.
Apropos offline: Apps wie MyTracks (Android) oder runtastic (Android, Blackberry, iPhone) zeichnen zurückgelegte Strecken ebenfalls ohne Internetverbindung auf. Die gespeicherten Strecken lassen sich dann auf der Karte, im Zeitverlauf und als Höhenprofil darstellen. Bei runtastic lassen sich anschließend auch Freunde herausfordern, die aufgezeichnete Strecke schneller zu absolvieren. Foursquare (Android, Blackberry, iPhone, Symbian), Gowalla (Android, Blackberry, iPhone) und SCVNGR (Android, iPhone) verfolgen einen spielerischen Ansatz: Nach dem Login zeigen die Apps die Standorte der eigenen Freunde an und fordern je nach Aufenthaltsort zu so genannten Challenges heraus, über die man sich mit seinen Freunden misst. Im Fast-Food-Lokal ein Origami aus der Serviette zu falten gehört dabei noch zu den einfacheren Aufgaben. Als Preis wirkt der Titel des „Bürgermeisters“. Etwas ungewöhnlichere Anwendungen stellen Immoscout24 (Android, iPhone), Google Sky Map (Android) und gratisparken (iPhone) dar: Während Immoscout24 Miet- und Kauf-Immobilien in der Umgebung einblendet, verweist gratisparken auf kostenlose Parkplätze in der Nähe und navigiert auf Wunsch direkt dorthin. Google Sky Map ähnelt der Maps-Anwendung, zeigt allerdings die vom eigenen Standort aus sichtbaren Sternbilder an. Der faszinierende Himmelsbetrachter kommt ebenfalls ohne Internetverbindung aus. |
Permanenter Zugang
Das Ergebnis sind eine stärkere Konnektivität und schnellerer Zugang zu Informationen. Verhaltensmuster brechen auf, weil Menschen anders durch ihre Städte wandeln. Arbeit ist nicht mehr an das Büro gebunden, die statistische Auswertung der eigenen Lebensweise wird Menschen einiges über sich selbst verraten.
Als Alvin Toffler in den 80er-Jahren sein Buch „Third Wave“ schrieb, meinte er damit die dritte Stufe der gesellschaftlichen Entwicklung, den Wandel der Gesellschaft von der Agrar- hin zur Industrie- und anschließend zur Informationsgesellschaft. Das 21. Jahrhundert, so Toffler, werde primär durch unlimitierten Zugang zu Informationen definiert, der gravierende gesellschaftliche Folgen mit sich bringe. Wie recht er hatte: Das Internet begann seine Revolution von stationären PCs in den Büros dieser Welt; heute tragen wir mit Smartphones und Tablet-PCs jederzeit ein Guckloch zum gesammelten und frei durchsuchbaren Wissen der Menschheit mit uns herum.
Dennoch stehen wir erst ganz am Anfang einer langen Reihe von Veränderungen. Immer mehr Objekte werden über die Anbindung an das stetig wachsende Netz ein „Bewusstsein“ erhalten und nicht nur mit uns, sondern auch untereinander kommunizieren. Die Minicomputer verschwinden aber nicht vollkommen im Hintergrund. Wir werden noch lange Zeit ein mobiles Endgerät – in welcher Form auch immer – mit uns herumtragen. Allerdings konsumieren wir damit nicht mehr nur Informationen, sondern interagieren auch mit der Umgebung um uns herum. Die trennende Schicht zwischen uns, unseren Smartphones und der Umwelt wird dünner.
Je mehr Gegenstände – ob Tisch, Kühlschrank oder Spülmaschine – vernetzt sind, desto stärker wird auch unsere Interaktion mit der Umwelt. Schon bald könnten unsere intelligenten Kühlschränke mit Smartphones kommunizieren, und uns im Supermarkt eigenständig und im richtigen Moment daran erinnern, frischen Joghurt mitzubringen.
Was als tragbares Telefon angefangen hat, wird sich schon bald zum persönlichen Assistenten entwickeln, der uns hilft, organisierter durch den Tag zu kommen. Der mobile Computer wird immer mehr zu einer Fernbedienung für die Welt um uns herum – zumindest solange der Akku hält.


![Wo und wann die meisten Smartphones verloren gehen [Infografik]](http://t3n.de/uploads/t3n-news-post-382496_smartphone-verloren-ftrd_medium.jpg)


4 Antworten
von Interview about cognitive cities (Conven… 18.11.2010 (15:27Uhr) 1.
[...] we also published an article at T3N that just came out, titled “Wie uns Smartphones und Geodienste helfen, die Umwelt intensiver zu erfahren: Hier bin ich!“ leave a comment! Tags: cognitive cities, convention camp, interview, media, my stuff, [...]
von Wie Smartphones und Geodienste helfen, d… 19.09.2011 (09:46Uhr) 2.
[...] Hier geht's zum kompletten Artikel... [...]
von Fünf Gründe, warum Augmented Reality d… 29.09.2011 (10:06Uhr) 3.
[...] Wie uns Smartphones und Geodienste helfen, die Umwelt intensiver zu erfahren: Hier bin ich! - t3n Magazin [...]
von Der Augmented Urschleim – Woher ko… 03.01.2012 (11:32Uhr) 4.
[...] zu GPS und den Anfängen Augmented Reality gibt es hier: http://t3n.de/magazin/uns-smartphones-geodienste-helfen-umwelt-intensiver-226160/ Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in AR Today und verschlagwortet mit AR, Augmented [...]