Ein Berichtswesen realisieren
Hat man Daten gesammelt und diese ausgewertet, müssen die Ergebnisse in Berichten zusammengefasst werden. Auch diese Aufgabe lässt sich mit Business-Intelligence-Software erledigen. Ziel eines guten Berichtswesens ist es, die jeweiligen Mitarbeiter einfach und schnell mit standardisierten, intuitiv verständlichen Informationen zu versorgen.
Sollen aus Palo-Daten Berichte erstellt werden, ist man zunächst vollkommen auf die Excel-Funktionalität angewiesen, was die Formatierung und grafische Darstellung betrifft. Die Verteilung der Berichte kann lediglich über einen File-Server oder per E-Mail erfolgen. Zieht man den Worksheet-Server hinzu, lassen sich die Berichte zusätzlich über eine Weboberfläche verteilen und spezielle Grafiken nutzen.
Auch in diesem Punkt unterscheiden sich Jaspersoft und Pentaho von der Palo-Lösung: Beide Anbieter bieten zunächst die Option, ein Adhoc-Reporting im Browser durchzuführen. Auf diese Weise haben auch technisch weniger versierte Anwender die Möglichkeit, einfache Berichte zu erstellen. Für den Aufbau eines Standard-Reportings, das in regelmäßigen Abständen die gleichen Berichte mit aktuellen Zahlen ausgeben soll, gibt es einen eigenen Berichtsdesigner. Damit können die unterschiedlichen Elemente und Grafiken eines Berichts auf einer Art Schablone positioniert werden, die regelmäßig mit Daten befüllt wird.
Sowohl JasperSoft als auch Pentaho stellen eine Vielzahl an Berichtselementen und Grafiken bereit, sodass sich komfortabel Berichte und Dashboards erstellen und schließlich in unterschiedlichen Ausgabeformaten zu festgelegten Zeitpunkten publizieren lassen. Der fertige Bericht kann dann entweder von berechtigten Empfängern auf einer Website abgerufen oder auf einem Fileserver abgelegt werden.
Mit dem Berichtsdesigner von JasperSoft lassen sich Elemente und Grafiken anlegen, die regelmäßig mit Daten befüllt werden.
Open Source als Alternative
Losgelöst vom jeweiligen Produkt lässt sich feststellen, dass sich durch das Angebot von Open-Source-Software im BI-Umfeld mehrere ernsthafte Alternativen zu etablierten Anbietern entwickelt haben. Das gilt insbesondere für mittelständische Unternehmen und die öffentliche Hand. Hier waren hohe Lizenzkosten beziehungsweise hohe Anforderungen an die Anpassbarkeit bislang häufige Hinderungsgründe für die Einführung einer BI-Softwarelösung.
Jedox Palo unterscheidet sich in Ansatz und Technologie deutlich von den beiden anderen betrachteten Lösungen. Es handelt sich um eine technologisch sehr moderne Software, die mit der Excel-Integration vor allem bei Anwendern im Fachbereich auf Interesse stoßen dürfte. Berücksichtigt man noch Funktionen zur Realisierung von Planungsapplikationen, erhält man mit Palo ein sehr gutes Controlling-Werkzeug.
Steht im Mittelpunkt des Projekts der Aufbau eines Standardreportings mit einer Vielzahl von Berichten, findet man in Pentaho und Jaspersoft hingegen sehr gute Lösungen. Beide unterscheiden sich in funktioneller Hinsicht kaum und verfolgen einen ähnlichen Ansatz: Sie wollen eine BI-Plattform bieten, die von der Datenintegration über Reporting und Analyse das vollständige BI-Funktionsspektrum abdeckt. Bei aller Ähnlichkeit ist jedoch bei Pentaho die Integration der verschiedenen Module etwas besser gelungen, während Jaspersoft im Bereich Dashboards Stärken hat.
Den Gedanken von Offenheit und Integration, der Open Source im Allgemeinen und den betrachteten Lösungen im Speziellen zugrunde liegt, kann man noch weiter spinnen: Ein Best-of-Breed-Ansatz, der die Lösungen integriert und ihre jeweiligen Stärken zum Vorschein bringt. Ein Unternehmen könnte so seine Planung mit Palo durchführen, während Berichtswesen und die Dashboards auf Pentaho oder JasperSoft basieren. Durch den Open Source-Faktor und die Modularität der Lösungen lässt sich diese Idee durchaus zu vertretbaren Kosten realisieren.







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8 Antworten
von Business Intelligence mit Open Source: V… 16.07.2010 (08:12Uhr) 1.
[...] zur Verfügung. In unserem Artikel aus t3n Magazin Nr. 19 werden drei von ihnen verglichen. Der Beitrag steht jetzt kostenlos im Heftarchiv zur Verfügung. Zudem kannst Du t3n Nr. 19 versandkostenfrei in unserem Shop bestellen. [...]
von Frank Xavier 21.07.2010 (14:36Uhr) 2.
Sehr geehrte Frau Ilkem Güclü, sehr geehrter Herr Stefan Müller,
vielen Dank für diesen interessanten Artikel zum Thema Open Source Business Intelligence. Dieser Artikel gibt einen guten ersten Überblick zum Thema. Als vierten Open Source Business Intelligence Anbieter hatte ich gerne die Rapid-I GmbH ( http://www.rapid-i,com/ ) aus Deutschland mit Ihren Open Source Lösungen RapidMiner und RapidAnalytics im Vergleich gesehen. Mit diesen Lösungen lassen sich ebenfalls alle Schritte eines BI-Prozesses von der Datenintegration (ETL) über die Analyse und das Data Mining bis zum Reporting abdecken. Diese Lösungen werden bereits von vielen Unternehmen in über 60 Ländern weltweit eingesetzt:
http://rapid-i.com/content/view/8/56/
Mit freundlichen Grüßen
Frank Xavier
von Bachari 03.08.2010 (18:26Uhr) 3.
Hallo,
ich schreibe gerade DA über die Verwendbarkeit von palo, jasper und Pentaho in Bereich Patentanalyse.
kann mir jemand vllt hilfen?
die ausgewählte kriterien sind:
1 Tabellarisierung
2 einfache Diagramme
3 Matrizen
4 Reporting
5 Analytische Auswertung
6 Textminung
7 Dashboard
Vielen Dank
von Frank Xavier 03.08.2010 (19:29Uhr) 4.
Hallo Bachari,
da weder Jasper noch Palo Text Mining anbieten, ergänze ich Deine Liste noch die Open-Source-Lösung RapidMiner ( http://www.RapidMiner.com/ ). Hier ist die entsprechende Übersicht:
1) Tabellarisierung: Können alle genannten Tools: Jasper, Palo, Pentaho, RapidMiner.
2) Einfache Diagramme: Können alle genannten Tools: Jasper, Palo, Pentaho, RapidMiner.
3) Matrizen: Was genau ist hier gemeint?
Matrix-Diagramme: RapidMiner: ja; alle anderen: vermutlich auch.
Verarbeitung von Daten in Matrix-Form: RapidMiner: ja; alle anderen vermutlich auch.
4) Reporting: Können alle genannten Tools: Jasper, Palo, Pentaho, RapidMiner.
5) Analytische Auswertung:
(a) einfache Analyse: Können alle genannten Tools: Jasper, Palo, Pentaho, RapidMiner.
(b) Data Mining und Predictive Analytics: Pentaho und RapidMiner: ja; Palo und Jasper: nein.
6) Text Mining: Pentaho und RapidMiner: ja; Palo und Jasper: nein.
7) Dashboards: Können alle genannten Tools: Jasper, Palo, Pentaho, RapidMiner.
Man kann die Lösungen auch in Kombination einsetzen, z.B. JasperSoft für OLAP, Dashboards und Reporting und RapidMiner für Data Mining, Text Mining und Predictive Analytics.
Viel Spaß mit den genannten Open Source Business Intelligence Lösungen,
Frank
von Bachari 03.08.2010 (19:51Uhr) 5.
Hallo Frank,
Vielen dank, dass du Zeit genommen und mir geholfen hast.
wie sieht bei ETL aus?
ich muss noch die kriterien von Patentanalyse untersuchen, ob die drei Tools (palo, jasper , pentaho)
für patentanalyse eignen.
zum Bespiel für Patentportfolio, Produktfamilien, clusteranalyse und text mining im zusammenhang mit der Patentanalyse.
Ziel der Arbeit ist eigentlich : Verwendbarkeit von palo, jasper, pentaho für Patentanalysen einzuschätzen und eventuelle Anpassungs- und Ent-wicklungsvorgänge zu definieren
Herzlichen dank nochmal.
Adil Bachari
von Frank Xavier 03.08.2010 (20:03Uhr) 6.
Hallo Adil Bachari,
hier ist die Fortsetzung der Vergleichsliste:
8) ETL: Jasper (JasperETL = Talend): ja. Pentaho (Kettle): ja. RapidMiner: ja.
Palo: ?
9) Patentportfolio: Was genau ist die technische Anforderung?
Bewertung von Portfolio-Positionen, Potentialen oder Risiken mit Data Mining, Text Mining
und Predictive Analytics: Pentaho (Weka) und RapidMiner: ja. Jasper und Palo: nein.
10) Produktfamilien, Clusteranalyse, Text Clustering, automatische Text Kategorisierung:
Pentaho (Weka) und RapidMiner: ja. Jasper und Palo: nein.
Wenn es wirkliche um text-/inhaltsbezogene Analyse und Clustering von Patenten geht, sind Jasper und Palo nicht dafür ausgelegt, allenfalls in Kombination mit einer Lösung wie RapidMiner.
Mit RapidMiner und Pentaho (inkl. Weka) ließen sich die beschriebenen Aufgaben aber lösen. Gerade im Bereich Text Mining halte ich RapidMiner dabei für deutlich leistungsstärker und flexibler einsetzbar als Weka/Pentaho.
Alle Angaben spiegeln natürlich nur meinen individuellen Wissenstand und meine Meinung wieder und sind ohne Gewähr. Nichts desto trotz hoffe ich, dass sie hilfreich sind.
Viele Grüße
Ralf
von adil 04.08.2010 (01:02Uhr) 7.
Hallo Ralf,
vielen Dank für deine Hilfe.
Patentportfolio dient eigentlich zur Auswertung und Aufzeigen von Ergebnissen.
was muss eigentlich vebessert werden damit diese Tools für Patentanaylse eignen?
die Methoden von Patentanalyse wie oben geschrieben: Clusteranalyse, Portfolioanalyse, Produktfamlien und Textmining...
Ich wäre für alle Vorschläge sehr Dankbar.
Viele Grüße
Adil Bachari
von torey 04.08.2011 (11:03Uhr) 8.
Der Link zur Studie ist leider falsch. hier der richtige Link