von Achim Barczok, 03.06.2008

Neue Maßstäbe für User Generated Video Content: Videos und Live-Streaming im Web 2.0

Aus dem
t3n Magazin Nr. 12

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Seesmic (seesmic.com) geht in Sachen Networking einen anderen Weg und versucht sich als eine Art Twitter für Video. Ähnlich wie bei dem populären Micro-Blogging-Dienst setzt Seesmic auf die Konversation seiner Mitglieder, nur verschicken die Nutzer statt kurzen Textnachrichten Video-Clips. Um im Wusel der zeitgleich ablaufenden Konversationsstränge den Überblick zu behalten, kann man in Seesmic die Clips nach Diskussionen und Sprachen sortieren. Spannend für Anwender könnte die kürzlich von Seesmic-Gründer Loic Le Meur vollzogene Übernahme des deutschen Twitter-Clients Twhirl werden: Mit der lokal installierten Software soll man demnächst Twitter mit Seesmic kombinieren können.

Der eigene Fernsehsender

Einige Dienste im Web 2.0 setzen auf Live-Streaming statt Video-on-Demand. Auf der Plattform ustream.tv basteln sich sendebereite Hobby-Moderatoren ihr eigenes Ein-Mann-Fernsehen. Die angeschlossene Video- oder Webcam wird zur Fernsehkamera, das Mikro zum Sprachrohr für die Welt. Ein eigener öffentlicher oder passwortgeschützter Channel ist in wenigen Minuten eingerichtet. Zuschauer können per Chat Feedback geben, an Umfragen teilnehmen oder sich als Co-Moderatoren in den Stream einklinken. Wer seine ausgestrahlten Sendungen der Nachwelt erhalten möchte, nimmt den Live-Stream per Knopfdruck auf und kann den Clip später auf der Website veröffentlichen oder herunterladen.

Einer professionellen Fernsehproduktion am nächsten kommt aber der Webdienst Mogulus (mogulus.com). In einer Studio-Oberfläche können Hobby-Produzenten das Livebild von zugeschalteten Webcams mit vorher aufgenommenen Clips oder Videos zu einem eigenen Fernsehsender zusammenmixen. Um dem Ganzen einen professionellen Charakter zu verleihen, bindet der Nutzer ein eigenes Senderlogo, Bauchbinden, einen Live-Ticker und animierte Zwischensequenzen ein. Das klingt kompliziert, ist aber dank Vorlagen und übersichtlicher Bedienoberfläche denkbar einfach. Wie in ustream.tv lässt sich der Live-Stream aufnehmen und den Nutzern zur Verfügung stellen. Ein individuell angepasstes Widget erlaubt es, den eigenen Fernsehkanal auch außerhalb der Mogulus-Website, beispielsweise in einem Blog, auszustrahlen.

Im Mogulus Studio klicken sich Hobby-Produzenten einen eigenen Fernsehsender  aus vorgefertigten Videos und Live-Bildern zusammen.

Im Mogulus Studio klicken sich Hobby-Produzenten einen eigenen Fernsehsender aus vorgefertigten Videos und Live-Bildern zusammen.

Seit kurzem bietet auch Yahoo mit Yahoo! Live einen Streaming-Dienst an, der den Fokus eher auf Video-Live-Chats zu legen scheint. Hier können sich neben dem Channel-Besitzer bis zu vier Personen mit Bild und Ton in einen Chatroom schalten, weitere Besucher müssen mit dem Text-Chat vorliebnehmen. Bisher findet man auf der Plattform allerdings nur wenig interessanten Content: Auf gefühlten 90 Prozent der Channels verraten weibliche Teenies männlichen Zuschauern intime Geheimnisse.

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