Von Cat Content und Copy Cats
Ein großer Teil der vorgestellten Webdienste hat derzeit noch Beta-Charakter, und man sollte immer im Hinterkopf behalten, dass bei den meisten die Monetarisierung völlig ungewiss ist. Sie leben von der Gunst ihrer Geldgeber, die in ihren Konzepten ein zukünftiges Marktpotenzial sehen. Auch wenn Server-Space und Traffic heutzutage vergleichsweise billig sind: Das Hosten von Video-Communitys ist unheimlich teuer. Das führt wie im Beispiel der kürzlich geschlossenen Video-Plattform Stage6 zu einer paradoxen Situation: Je erfolgreicher der Dienst, desto roter die Zahlen.
Doch nicht nur die Anbieter, auch die Nutzer, so scheint es, befinden sich noch in der Experimentierphase. Nur wenige nutzen bisher das Potenzial, das Video 2.0 im Netz bietet, tatsächlich aus. Stattdessen sind die Server voll mit Clips à la „Ich beim Essen“, „Ich sitze am Computer“ oder „Ich philosophiere mal eine Runde“. Um Persönlichkeitsrechte anderer machen sich die meisten ebenso wenig Gedanken wie über die Urheberrechte von Videos. Das macht es für die Webdienste schwer, nicht zur Filmtauschbörse oder Plattform für banale Alltagsvideos zu degradieren.
Fazit
Dennoch: Das Potenzial der heute verfügbaren Video- und Streaming-Technologien im Web 2.0 ist riesig. Sie bieten ein vielfältiges Einsatzspektrum: Hobbyfilmer stellen mit ihnen ihre Urlaubs-Clips ins Netz, Jung-Regisseure können ihre Werke auch in Hochauflösung kostengünstig distribuieren, Laien-Journalisten bauen sich eigene Internet-Fernsehsender auf. Das Mitmach-Web stellt Werkzeuge für Live-Video-Chats ebenso wie für aufwendige Video-Podcasts zur Verfügung. Wer die Funktionsweise seines TV-Geräts im Wohnzimmer mit den Möglichkeiten von Webdiensten wie Mogulus oder Qik vergleicht, der kann sich ausmalen, wie sich unsere Kommunikation in Zukunft wesentlich verändern wird.



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