Wie sozial ist Soziale Software?
Ungeachtet des Einflusses auf die etablierten Medien sind in der Blogosphäre Netze entstanden, in denen O'Reilly zufolge „laut nachgedacht“ wird und in denen gemeinschaftlich bessere Lösungen gefunden werden. Die „Wisdom of Crowds“, wie sie der amerikanische Autor James Surowiecki nennt, tritt unter bestimmten Bedingungen zutage, wenn Menschen zusammenkommen. Sie führt in der Regel zu besseren Resultaten als die Einzelnen im Durchschnitt zu liefern imstande wären [8]. Das betrifft nicht allein die Blogs, als „Soziale Software“ wird jede Art von Software bezeichnet, die es den Benutzern ermöglicht, einfacher oder überhaupt zusammenzuarbeiten, zu kommunizieren oder andere Dinge miteinander zu tun. Wikis, Flickr, YouTube oder del.icio.us, aber auch Applikationen aus Deutschland wie Lycos IQ leben davon, dass die Benutzer Inhalte beitragen, organisieren und bewerten. Aus den Daten Einzelner werden durch die Masse bessere Daten, sei es durch das so genannte „Taggen“ von Informationen zur späteren Erschließung durch einen selbst oder durch andere, sei es durch das Bereitstellen des eigenen Wissens.
Warum stellen die Benutzer ihre Zeit so uneigennützig zur Verfügung? Zum Teil haben Benutzer einen direkten Nutzen durch die Verwendung von Sozialer Software wie dem Social-Bookmarking-System del.icio.us: Abgesehen von der einfachen Benutzerschnittstelle wird das Anlegen von Bookmarks durch die Vorschläge erleichtert, die aus den Bookmarks anderer Benutzer für den gleichen Link generiert werden. Die Bookmarks können einfach importiert und exportiert werden und selbst das Bereitstellen auf der eigenen Website ist dank API relativ einfach. Darüber hinaus haben die Benutzer das Gefühl, dass sie etwas Sinnvolles tun und zudem kommt schnell ein Gemeinschaftsgefühl auf.




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