Das Web nach 2.0
Kaum war der Begriff „Web 2.0“ populär, wurden die Rufe nach der nächsten Evolutionsstufe des Internets laut. Wer schon mit der Versionsnummer 2.0 Probleme hatte, wird sich auch wenig für ein Web 3.0 begeistern können und angesichts der Diskussionen um den Begriff „Web 2.0“ werden wir das Benennen der Webgenerationen wahrscheinlich den zukünftigen Historikern überlassen müssen.
Wir stehen immer noch ganz am Anfang einer Entwicklung, die sich wie in anderen Industrien auch durch Unsicherheiten und Fehler auszeichnet. Glaubten die Web-Pioniere Mitte der 90er Jahre daran, dass wir uns bald in virtuellen Welten tummeln würden, die dem von William Gibson beschriebenen Cyberspace ähnelten, erblicken erst jetzt mit Second Life & Co die ersten 3D-Welten das Tageslicht. In der Zwischenzeit war von VRML sowie von anderen 3D-Erweiterungen des Webs wenig zu hören. Auch der Begriff „Cyberspace“ wird heute nur noch selten verwendet und noch gibt es eine Grenze zwischen dem jetzigen Web und dem proprietären Grid von Second Life. Es ist zu erwarten, dass diese Grenze verschwimmen wird, sobald auch diese Welt einfacher zu bedienen und der Nutzen einer solchen Welt für die breite Masse erkennbar ist. In den kommenden Monaten scheint dafür ein anderes altes Versprechen der New Economy wahr zu werden, denn das Web wird mobil. Wie damals sind die Zugangskosten momentan zwar noch zu hoch, aber die Zugangsgeschwindigkeiten sollten angesichts von UMTS bald steigen. Die Endgeräte gehen jedenfalls eindeutig in diese Richtung. Local Search ist seit Jahren ein Thema bei den Suchmaschinen und die Verbindung von Local mit Mobile Search könnte einen neuen Evolutionsschritt des Webs bringen – Die Mobilnetzbetreiber sollten aber aus den Fehlern der New Economy lernen.




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