„The New Handmade“
Der neue Trend zum Selbermachen wird in den USA „The New Handmade“ genannt und repräsentiert einen Crossover von bewährt Gutem und der Moderne: traditionelle Handarbeits- und Handwerktechnik trifft auf moderne, oft unkonventionelle Formensprache.
Die gegenwärtige Welle erinnert entsprechend an den Schwung eines Pendels zurück zur Mitte: Die 60er und 70er erlebten einen Selbermachentrend, geprägt von der Hippiebewegung, die mehr auf politische Statements denn auf Qualität Wert legte. Die Gegenreaktion kam in den 80ern und 90ern, in denen „Handwerk“ zu „Kunsthandwerk“ wurde und sich in exklusivere Nischen zurückzog – mit dem gemeinen Basteln und Handwerkeln wollte man nichts zu tun haben. In den späten 90ern kam der Wandel: Weder schlechte Qualität noch elitäres Abschotten wollten die Indie-Designer der ersten Stunde, sie wollten lediglich eigene Ideen umsetzen und eine Alternative zum Einheitsbrei der Massenproduktion schaffen. Aspekte wie etwas in die eigenen Hände zu nehmen und selber zu machen oder die selbstgemachten Produkte Gleichgesinnter zu kaufen und zu wissen, wo das Produkt herkommt und wer es gefertigt hat, wurden zu den obersten Maximen erklärt. Die Sehnsucht nach mehr Individualität und vielleicht auch nach ein bisschen heilerer Welt schwang bei diesen Anliegen deutlich mit.
Kreativ-Communitys der neuen Generation finden sich auch in Deutschland. Beispiele hierfür sind wanaba [1] (2008) oder Burdas Portal BurdaFashion [2], das diesen Herbst wieder mit der hauseigenen, ursprünglich für den US-Markt gelaunchten „Open-Source-Sewing-Community“ BurdaStyle [3] (2008) verschmolzen werden soll. Ravelry [4] (2008) ist mit rund 270.000 Mitgliedern eine geschlossene Community, die sich einzig ums Stricken, Häkeln und Wollespinnen dreht. Wolle- und Projektlisten sowie Muster und Literatur sind nur einige Beispiele aus der reichen Feature-Liste.
Instructables [5] ist seit 2005 eine der wichtigsten Communitys zum Thema Do-it-yourself (DIY) im englischsprachigen Netz und ähnlich erfolgreich wie Ravelry. Hier können Nutzer Bauanleitungen für fast alles präsentieren, was sich selbermachen lässt. Die Anleitungen werden in der Community diskutiert, bewertet und können per Mausklick in guter Social-Web-Manier an anderen Orten im Netz gezeigt werden. In Deutschland stehen Expli [6] und WaWerko [7] ganz im Zeichen von DIY 2.0.
Für Christian Bücherl von Expli ist das Internet ein perfektes Tool für DIY-Begeisterte: „Internet und Do-it-yourself gehen inzwischen Hand in Hand. Haben sich Selbermacher zuvor nur im eigenen Hobbyraum oder kleinen Vereinen getroffen, so ermöglicht das Internet eine fast grenzenlose Vernetzung von Gleichgesinnten.“






4 Antworten
von Produkt 2.0 | crealytics Blog 19.01.2010 (11:42Uhr) 1.
[...] t3n Magazin ist nun ein interessanter Artikel erschienen, der sich mit der aktuellen Do-it-yourself Welle beschäftigt. Im öffentlichen [...]
von bausteln > Hauptsache handmade 19.01.2010 (14:21Uhr) 2.
[...] Do it yourself – Erfolgreich Marke Eigenbau [...]
von Tweets die Web 2.0: Do it yourself – E… 19.01.2010 (16:16Uhr) 3.
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von handmade2.0, Dimitri Nain erwähnt. Dimitri Nain sagte: Web 2.0: Do it yourself – Erfolgreich Marke Eigenbau http://bit.ly/iKG1A via @yeebase_t3n [...]
von DaWanda – People and Products with… 21.04.2010 (16:15Uhr) 4.
[...] handmade 2.0 ist unserer Meinung nach eines der bestrecherchiertesten Blogs zum Thema DIY und allem was dazu gehört. Wenn Ihr in der Handemade-Szene mitreden wollte, dann gehört handmade2.0 zum absoluten Must-read. Neben ihrem eigenen Blog schreibt Anissa regelmäßig als Gastautorin für Exciting Commerce und tn3. [...]