Das Web 2.0 und die damit verbundene Informationsflut haben das Semantic Web noch unverzichtbarer gemacht, so die Grundhypothese dieses Artikels. Zahlreiche Web-2.0-Dienste haben neben der Erstellung von Inhalten zwar auch die Aufgabe übernommen, Inhalte im Web zielsicherer zu verteilen, dennoch scheint das Angebot an Webinhalten sowie an unternehmensinternen Informationen täglich zuzunehmen. Somit steigt auch der damit verbundene Aufwand, Information professionell zu managen. Neben gängigen Suchmaschinen haben sich zwar Portale wie netvibes.com oder liferay.com, RSS-Feeds, Mashup-Generatoren wie zembly.com oder Social-Tagging-Netzwerke wie delicious.com oder bibsonomy.org als weitere Informationskanäle und -filter etabliert, dennoch sind wir nach wie vor daran gewöhnt, dass wir Information aus dem Internet oder Intranet aktiv holen müssen (Stichwort: „googeln“).
Nicht so in Zukunft. Recommender-Systeme sollen helfen, User mit personalisierter und dementsprechend relevanter Information zu versorgen – die Information kommt dann zu uns.
Jeder Internet-User weiß intelligente Dienste wie Amazons Vorschlagsfunktion („Leute, die X gekauft haben, kauften auch Y“) grundsätzlich zu schätzen. Wenn aber die Holzeisenbahn, die man vorletztes Weihnachten dem Neffen gekauft hat, noch Jahre später zu unerwünschten Empfehlungen führt, sehnt man sich wieder nach dem „Ur-Web“, das völlig ohne Personalisierung und Vorschläge funktioniert hat.
Zentrale Bausteine eines Web 3.0 sind bereits realisiert, das erläutern Dr. Sören Auer, Sebastian Dietzold und Michael Martin in ihrem Beitrag „Semantische Webapplikationen entwickeln“ ab Seite 30. Doch welche Rolle spielen sie bei der Entwicklung neuer, intelligenterer Webanwendungen? Was unterscheidet diese von Web-2.0-Anwendungen? Werden Recommender-Systeme nun endlich intelligent?





