Beispiel drei ist Twine [12]. Kaum ein anderer Applikations-Launch wurde so lange in den Medien und der Blogosphäre inszeniert wie der von Twine. Nova Spivack, der Gründer der Plattform (und übrigens der Enkel des Management-Gurus Peter F. Drucker), hat schließlich im Oktober 2008 die „erste Mainstream-Semantic-Web-Anwendung“ für die Öffentlichkeit freigegeben. User können im Portal „Items“ (also Web-Ressourcen) in so genannten „Twines“ gruppieren und mit verschiedenen Facetten wie Tags, Personennamen, Ortsnamen und Organisationen beschreiben und verknüpfen. Für jedes Item wird somit ein semantischer Graph erstellt, der auch im RDF-Format zugänglich ist (allerdings noch nicht verknüpft mit anderen RDF-Daten aus der LOD-Cloud). Auf Basis dessen kann der User laufend mit Empfehlungen versorgt werden. So werden zum Nutzerprofil passende „Twines“ oder User sowie facettierte Links zum „Querlesen“ vorgeschlagen. War die Qualität des Empfehlungsdienstes dieser „Delicious 3.0“-Plattform anfangs noch irritierend, so hat sich das Tool nun als hervorragende Quelle der Inspiration etablieren können.

Fazit

Aus Anwendersicht kann ein „semantisches Web“ auch dann bereits Nutzen stiften, wenn noch nicht die technischen Spezifikationen des W3C zum Einsatz kommen. So können mit facettierter Suche, Recommender-Systemen oder Angeboten zum Querlesen Inhalte vom User besser erschlossen werden. Das entfaltet sich jedoch im Sinne einer höheren Skalierbarkeit erst dann, wenn zugrunde liegende Datenmodelle auf RDF basieren, gängige Metadaten-Schemata wie Dublin Core oder FOAF (Friend-of-a-Friend) und die Linked-Data-Prinzipien zum Einsatz kommen. Einzelne Anwendungen können dann in diesem „Ökosystem“, das in vielerlei Hinsicht mit dem Web 2.0 verwoben ist, das Web als globale Datenbank abfragen und der Begriff „Mashup“ bekommt somit eine neue Dimension.

Buch zum Thema
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Ende 2008 hat Andreas Blumauer gemeinsam mit Tassilo Pellegrini den Sammelband „Social Semantic Web – Web 2.0, was nun?“ herausgegeben. Das Werk soll Praktikern dabei helfen, Web-2.0-Anwendungen in Kombination mit semantischen Technologien nutzbringend einsetzen zu können. Semantic Wiki zum Buch: http://social.semantic-web.at/. 509 Seiten, 88 Abbildungen, gebunden. ISBN: 978-3-540-72215-1. Springer-Verlag GmbH, Heidelberg.

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