von Christian Wenz,
online veröffentlicht am 04.12.2006
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Was steckt wirklich hinter Ajax?: Die Web-Wunderwaffe

Aus dem
t3n Magazin Nr. 6

Den Begriff Ajax gibt es schon lange. Doch sucht man danach mit einer Suchmaschine, tauchen der Allzweckreiniger, das holländische Fußballteam und die Figuren aus Homers Ilias erst recht weit hinten auf.

Statt dessen steht mittlerweile vor allem für einen Kunstbegriff, den Jesse James Garrett Anfang 2005 kreiert hat. Gemäß seinem Essay [1] steht das Akronym für „Asynchronous JavaScript + XML“. Nicht nur merkwürdig, dass das Plus-Zeichen (englisch „and“) einen eigenen Buchstaben im Kürzel erhält (das zweite A), sondern auch sonst wirkt der Begriff Ajax eher wie ein Marketinginstrument. Asynchron muss das ganze nämlich, auch wenn es sehr sinnvoll ist, gar nicht sein. Die Verwendung von XML ist ebenfalls keine Pflicht.

Dennoch: Seit dem es den Begriff gibt, kann man sich auch über die Technologie besser unterhalten. Technologischer Vorreiter ist die Firma , die mit Diensten wie Google Suggest, Google Mail oder Google Maps schon lange auf Ajax setzte, noch bevor es den Begriff gab. Doch worum geht es überhaupt? Normalerweise gibt es nur eine Möglichkeit, das Aussehen einer Webseite zu verändern: durch Neuladen. Mit ein wenig JavaScript und ein paar Tricks, wie beispielsweise versteckten Frames oder Inlineframes, ließ sich das umgehen, doch im Massenmarkt kamen diese Ansätze nicht an. Unter anderem deswegen, weil die Implementierung relativ mühsam war und das ganze eher als „Hack“ denn als seriöse Entwicklungstechnik galt.

Dann entwickelte Microsoft für den Eigengebrauch eine Möglichkeit, im Hintergrund eine HTTP-Abfrage an einen Server zu schicken und die Rückgabe auszuwerten. Per JavaScript ließ sich diese Rückgabe dann auf der aktuellen Seite anzeigen, ohne dass der gefürchtete „Page Refresh“ (das Neuladen) einsetzte. Andere Browserhersteller zogen nach und bauten diese Funktionalität ebenfalls in ihre Produkte ein. Google war eine der ersten Firmen, die dies aktiv nutzten. Viele weitere folgten, im deutschen Raum beispielsweise die dynamische Landkartensuche von GoYellow.

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