Aufgeräumt, aber mit kleinen Detail-Fehlern präsentiert sich das Setup-Modul von webEdition.

Aufgeräumt, aber mit kleinen Detail-Fehlern präsentiert sich das Setup-Modul von webEdition.

Mit jedem Feature, das man sich bei webEdition näher anschaut, merkt man, dass bei diesem irgendetwas nicht stimmt. Ein Blick in den Quellcode offenbart die Ursachen: Das über 33 Megabyte große Sammelsurium an externen Bibliotheken und unstrukturiertem, meist prozeduralen PHP-Code lässt selbst wenig versierte PHP-Einsteiger an der Qualität des Systems zweifeln. Wo heutzutage eigentlich durchgehend sauberer, objektorientierter PHP5-Code zeitgemäß wäre, findet sich bei webEdition eine Mischung aus scheinbar überstürzt implementierter Funktionsvielfalt in Kombination mit schlechter Namensgebung und wenig bis keiner Dokumentation.

Eine der ersten Regeln bei der Programmierung komplexer Software, nämlich das selbsterklärende und einheitliche Benennen von Dateien und Funktionen, wurde beim webEdition-Quellcode scheinbar vernachlässigt. Bei „denglischen“ Dateinamen wie „baumFrame.php“ und Funktionsnamen wie „setEditorIsHot“ kommen berechtigte Zweifel auf bezüglich Wartbarkeit und Zukunftsfähigkeit des Systems im konkurrenzreichen Markt der Open-Source-Einstiegs-Content-Management-Systeme.

Fazit

Als reizvolles Projekt für einen Entwickler auf der Suche nach einer technisch soliden CMS-Basis dürfte webEdition aufgrund seiner inkonsistenten und veralteten Architektur eher nicht in Frage kommen. Daran ändern auch die halbherzige Integration des Zend Frameworks und das mit der neuen Version eingeführte „Software-Developer-Kit“ (SDK) nichts.

Als Webdesigner auf der Suche nach einem Einstiegs-CMS kann es aber durchaus interessant sein, einen Blick auf webEdition zu werfen. Je nach Arbeitsweise und technischem Anspruch können sich die What-You-See-Is-What-You-Get-Funktion und der See-Modus (vereinfachte Sicht auf die Administrationsoberfläche) als praktische Lösungswege für den Betrieb einfacher Websites herausstellen.

In jedem Fall lohnt sich in Zeiten von „Web 2.0“ und dem „Keep-it-simple-stupid“-Prinzip ein Blick rüber zu deutlich schlankeren freien CMS-Alternativen wie Drupal, oder Contenido.

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Eine Antwort

  1. von Alex 12.05.2009 (10:13Uhr) 1.

    Inzwischen gibt es auch Anbieter (webedition-zone.de), die fertige Lösungen für Webedition anbieten. Man muß also kein Webedition-Profi sein, und das CMS zu nutzen.

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