von Martin Grund, 02.12.2007

Entwickeln domänenspezifischer Sprachen mit Ruby: Auf dem Weg zur nächsten Programmiersprache

Aus dem
t3n Magazin Nr. 10

Evaluator

class SimpleEval < Dhaka::Evaluator
	self.grammar = SimpleGrammar
	define_evaluation_rules do
		for_start { eval(evaluate(child_nodes[0])) }
		for_operation {  evaluate(child_nodes[2]) +   child_nodes[1].token.value + 
			evaluate(child_nodes[3]) }
		for_integer { child_nodes[0].token.value.to_s }
end

Listing 4

Listing 4 lässt gut erkennen, wie dies funktioniert. Zunächst wird im Evaluator mittels einer Klassenvariable definiert, dass die zuvor erstellte Grammatik als Grundlage für die Auswertung verwendet werden soll. Im Anschluss daran werden die notwendigen Hooks installiert, wobei es nur zwei Dinge zu beachten gibt: Hooks können nicht für die eigentliche Regel, sondern nur für Produktionen definiert werden und für jedes Terminalsymbol muss immer ein Hook definiert werden. Damit die Mathematik wieder stimmt, können nun Lexer und Parser zusammen mit dem gerade entstandenen Evaluator aufgerufen werden, sodass „(+ (- 10 2) 1)“ den Wert 9 ergibt.

Ausführen des Beispiels

lexer = Dhaka::Lexer.new(SimpleLexer)
parser = Dhaka::Parser.new(SimpleGrammar)
puts SimpleEval.new.evaluate( parser.parse(lexer.lex("(+ (- 10 2) 1)")) )

Listing 5

Ist das schon alles?

Natürlich ist das hier gezeigte Beispiel recht einfach und übersichtlich, doch zeigt es, wie schnell man eine eigene Programmiersprache entwickeln kann. Die Möglichkeiten, die eine externe DSL dem Entwickler bietet, sind nahezu unbegrenzt. Man sollte sich jedoch nicht verleiten lassen, für jeden Spezialfall eine DSL zu schreiben, denn wenn zusätzlich zum eigentlichen Applikationscode noch ein weiteres Projekt gewartet werden muss, kann dies die Kosten für die Softwareentwicklung steigern. Auf der anderen Seite kann eine DSL die nötige Flexibilität bieten, um schneller zum Ziel zu kommen beziehungsweise spezielle Anwendungsgebiete überhaupt abdecken zu können.

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