AIR ist die neue Laufzeitumgebung aus dem Hause Adobe. Mit Hilfe der Adobe Integrated Runtime lassen sich Rich Desktop Applikationen entwickeln, die plattformübergreifend auf Mac OS X und Windows laufen. Zukünftig sollen mit AIR entwickelte Applikationen auch auf Linux sowie mobilen Endgeräten laufen können. Die neue Adobe-Runtime fasst verschiedene Dateiformate zusammen und kann Flash, HTML oder PDF-Inhalte darstellen.
AIR-Anwendungen lassen sich in verschiedenen IDEs entwickeln. Adobe selbst bietet Flexbuilder 3, Flash CS3, Dreamweaver CS3 und ein kostenloses AIR SDK an. Beta-Plugins für Flash CS3 und Dreamweaver CS3 sowie eine Prerelease-Version des Flexbuilder 3 und des AIR SDK lassen sich in den Adobe Labs [1] herunterladen. Darüber hinaus steht Webentwicklern mit Aptana Studio [2] eine umfangreiche Open-Source-IDE zur Verfügung, die in den letzten Monaten enorm erweitert wurde und mittlerweile auch eine Unterstzützung für die Entwicklung von AIR-Applikationen besitzt.
Application Descriptor File
AIR-Anwendungen benötigen ein Application Descriptor File im XML-Format. Neben allgemeinen Informationen über die Anwendung wie einer ID, einem Anwendungsnamen sowie einer Beschreibung und einem Copyright, enthält die Datei eine Referenz zur sogenannten NativeApplication – der Hauptapplikation. Die NativeApplication selbst kann ein HTML-Dokument oder eine Flash-Datei sein.
Die Adobe-Applikationen erstellen ein umfangreiches Descriptor File, aber im Prinzip reicht eine gekürzte Fassung wie im Listing 1 bereits aus. Flash und Dreamweaver besitzen ebenfalls einen Assistenten zum Erstellen und Bearbeiten dieser Datei. Der Application Namespace ist derzeit auf „ns.adobe.com/air/application/1.0.M6“ gesetzt und verweist auf die Beta 3 der AIR-Runtime. Für den <id>-Eintrag wird ein rekursiver URL-Eintrag empfohlen. <filename> bestimmt den Dateinamen des AIR-Files und <name> den angezeigten Namen bei der Installation. Das <version>-Tag hingegen verweist auf die Version des Builds. AIR verfolgt zwar keine Logik bei der Vergabe der Versionsnummer, aber über eine Update-API kann eine eigene Routine geschrieben werden. Wichtig für ein automatisches Update ist, dass die Anwendungs-ID identisch mit der bereits installierten Version ist. Die Einträge unter <name> und <description> werden nach der Bestätigung der Sicherheitshinweise im Installationsvorgang angezeigt. Die Einträge unter <initialWindow> beziehen sich auf das erste NativeWindow, das die Applikation zum Start darstellt.
Das in jedem Fall benötigte <content>-Tag verweist auf die Hauptapplikation und kann auf eine SWF- oder HTML-Datei zeigen. <title> wird in der Windows-Taskbar und in der Titelleiste der Applikation angezeigt, sofern diese vorhanden ist. Ob die Applikation im Look des Betriebssystems oder mit einem individuellen Interface gestaltet wird, bestimmt der Wert des Tags <systemchrome>. Zur Auswahl stehen die Werte „none“ und „standard“. Letzteres stellt ein typisches Betriebssystemfenster mit Basisfunktionen zum Minimieren, Maximieren, Schließen und Verschieben zur Verfügung. Die Eigenschaft „none“ besitzt kein eigenes UI. Die Eigenschaft <transparent> kann nur auf „true“ gesetzt werden, wenn „systemchrome“ auf „none“ steht und sorgt dafür, dass man der Applikation eine völlig freie Form geben kann, die auch transparente Bereiche unterstützt.







