Fazit und Ausblick
Xen 3 ist eine ausgereifte und stabile Open-Source-Softwarelösung für den Betrieb von virtuellen Servern auf x86-Hardware. Mögliche Gastsysteme sind Linux, xBSD, NetWare, Opensolaris, Mini OS, Plan 9 und, auf Prozessoren mit Vanderpool- beziehungsweise Pacificatechnologie, auch unmodifizierte Betriebssysteme wie Microsoft Windows. Xen unterstützt auch weitere Hardware-Architekturen: In der aktuellen Version ist IA64 (Itanium) bereits umgesetzt und die Implementierung für die PowerPC-Architektur soll bald folgen. Mit dem gewählten Ansatz der hybriden Paravirtualisierung kann Xen durch hervorragende Performance überzeugen. Die Leistungseinbußen liegen bei maximal fünf Prozent im Vergleich von virtuellem zu nativem Betrieb.
Für Installation und Administration sind gute Linuxkenntnisse erforderlich. In Punkto Management mit grafischen Tools und Dokumentation gibt es noch einige Defizite gegenüber vergleichbaren proprietären Virtualisierungslösungen.
Die aktuellen Enterprise Linux-Distributionen von Red Hat (RHEL5, angekündigt für 12/2006) und Novell/Suse (SLES10, bereits verfügbar) werden mit integriertem Xen ausgeliefert, Microsoft wird in der Virtualisierungslösung seiner nächsten Servergeneration (Longhorn) auch den Betrieb von Xen-Gastsystemen ermöglichen. Die Schnittstellen zum Hypervisor wurden von den Xen-Entwicklern eingefroren, sodass Portierungen von weiteren Betriebssystemen erfolgen werden. Xen wird mittels der generischen Schnittstelle „paravit_ops“ in den offiziellen Linux-Kernel 2.6 integriert. Mit der weiteren Unterstützung durch namhafte Firmen (Intel, AMD, HP, IBM, Red Hat, Novell/Suse) und der Zusammenarbeit der weltweiten Community kann Xen zum Katalysator der Virtualisierung unter Linux werden.




