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Marketing

10 Social Media Mythen entzaubert

    10 Social Media Mythen entzaubert
#FLICKR#

Social Media Mythen gibt es fast so reichlich wie SEO Mythen. Am bekanntesten sind wohl „Jeder muss dabei sein“ und „Social Media ist kostenlos“. Dass beide Aussagen ins Reich der Mythen gehören, dürfte sich mittlerweile rumgesprochen haben, auch wenn es bestimmt noch nicht überall angekommen ist. Wir wollen heute einige der gängigsten Social Media Mythen entzaubern.

Social Media Mythen: Nicht alles was sich gut anhört ist es auch

Social Media Mythen haben die SEO Mythen abgelöst. (Foto: tsmall / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA)

Der Grund dafür, dass es immer noch so viele Social Media Mythen gibt, liegt sicherlich auch darin begründet, dass es mittlerweile sehr viele „Social Media Experten“ gibt, die oft nicht sehr viel mehr Ahnung von Social Media haben als diejenigen, die bei ihnen Rat suchen. Daher sollte sich ein Unternehmen seinen Berater sehr gut aussuchen. Ein guter Tipp für die richtige Wahl ist es, sich genau anzuschauen, wie der Berater selbst im Social Web auftritt. Gibt es Accounts bei Facebook, Twitter, Google+, YouTube usw. und hat er vielleicht auch einen eigenen Blog? Wie lange ist er schon aktiv und was hat er vorher gemacht?

Wer früher zu den „Geld verdienen im Netz“-Leuten gehörte, denkt heute bei der Social-Media-Beratung vermutlich auch nicht anders und wird von seinem Engagement wahrscheinlich selbst am meisten profitieren. Gute Social-Media-Agenten gehen in aller Regel auch nicht hausieren, sondern haben gut gefüllte Auftragsbücher von zufriedenen Kunden. Wer hier die Frage nach Referenzen nicht beantworten möchte, scheint nicht viel vorweisen zu können. Sollte ein Berater aber eine der folgenden Social Media Mythen verbreiten, so hat er sich damit selbst disqualifiziert.

10 Social Media Mythen entzaubert

  1. Social Media ist kostenlos! Nein, ist es nicht. Zwar kann man die Plattformen kostenlos nutzen, doch die Betreuung einer Fanpage oder die Erstellung von Inhalten kosten wenigstens die Zeit der betreuenden Mitarbeiter. Oft kommen dann noch Produktionskosten, beispielsweise für Videos, Fotos oder Grafiken dazu.
  2. Jeder braucht Social Media! Es liegt in der Natur so manchen Beraters, seine Tätigkeit als Wunderwaffe für alle Bereiche anzupreisen. Fakt ist aber: Es gibt Unternehmen, für die sich ein breitangelegtes Engagement im Social Web nicht lohnt. Lokale Unternehmen mit einer sehr beschränkten lokalen Zielgruppe können beispielsweise genauso dazu gehören wie auch Unternehmen mit nur wenigen Großkunden. In beiden Fällen ist eine direkte Kommunikation sinnvoller.
  3. Wir brauchen virale Kampagnen! Virale Kampagnen, also beispielsweise ein Video auf YouTube, sorgt zwar für sehr viel Buzz, doch ob das aber wirklich erfolgreich ist, steht auf einem anderen Papier. 2010 sorgte die virale Kampagne von Old Spice für einen Interaktionsanstieg von 800 Prozent – der Umsatz stieg um 107 Prozent. Wie viel mehr Gewinn erzielt wurde und ob die sicher nicht ganz billige Kampagne auch langfristige Effekte erzielte, ist nicht bekannt. Zudem muss man auch klar sagen: Virale Kampagnen lassen sich zwar in der Theorie planen, erfolgreich müssen sie deshalb in der Praxis aber noch lange nicht sein. Das entscheidet allein der Konsument. Wie viele erfolglose Versuche es gegeben hat, erfährt niemand, bekannt werden nur die erfolgreichen Kampagnen.
  4. Social Media ist so einfach, das kann doch der Praktikant machen! Wer keine ausreichenden Ressourcen für Social Media zur Verfügung hat, sollte gar nicht erst damit anfangen. Social Media ist immer auch Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation/Interaktion mit den Kunden – das sollte nicht auf schwache Schultern geladen werden, sondern von fachkundigen Mitarbeitern oder einer externen Agentur übernommen werden. Langfristig ist aber eine interne Betreuung sinnvoller, denn das wirkt authentischer und ist auf Dauer kostengünstiger.
  5. Unsere Zielgruppe ist zu alt für Social Media! Falsch. Bei Facebook ist die Altersgruppe zwischen 35 und 54 besonders gut vertreten und die Nutzer mit einem Alter von 55+ holen derzeit stark auf und gehören zu den Wachstumsgruppen.
  6. Social Media bedeutet Kontrollverlust! Die Angst vor einem der berüchtigten Shitstorms mag ja verständlich sein, aber die Zahl der Unternehmen, die einen solchen selbst schon erlebt haben, ist doch recht überschaubar. Außerdem ist so ein Shitstorm eher ein zeitlich begrenztes Phänomen, das langfristig in den meisten Fällen kaum negative Auswirkungen hat. Und bei aller Vorsicht ist eines auch klar: Kommuniziert wird über ein Unternehmen im Social Web auch wenn es keine Social-Media-Aktivitäten unternimmt. Eine vollständige Kontrolle gibt es nie, doch wer nicht präsent ist, weiß erstens nicht worüber die Kunden sprechen und kann zweitens nicht regulierend eingreifen.
  7. Social Media bringt keine Verkäufe! Direkt (meistens) nicht, das stimmt. Der Social Media ROI lässt sich noch nicht wirklich messen, aber dafür gibt es eine ganze Reihe anderer Messkriterien, die Aussagen über den Erfolg von Social-Media-Aktivitäten zulassen. Zudem gibt es durchaus auch Positivbeispiele für den Verkauf via Social Media. Man denke nur an das Chefticket der Deutschen Bahn. Auch wenn die Aktion dafür kritisiert wurde, dass sie nicht auf Kommunikation ausgelegt war, so hat sie ihr Ziel, nämlich Tickets zu verkaufen, mit Bravour erreicht.
  8. Wir brauchen viele Follower und Fans! Weil es bei Social Media wenig sofort greifbare Messwerte gibt, wird schnell auf die Zahl der Follower und Fans geschaut. Dabei gilt auch hier: Weniger kann mehr sein! Nicht die Quantität ist entscheidend, sondern die Qualität. Was nutzen einem Unternehmen 20.000 Facebook-Fans, wenn diese nicht mit dem Unternehmen kommunizieren? Und das ist gar nicht mal so selten, denn Facebook-Aktionen zur Anwerbung von Fans sind schnell durchgeführt und sorgen bei Aussicht auf ein iPad als Gewinn (oder ähnlichen Dingen) auch für den gewünschten Effekt. Einen echten Fan hat man so aber nicht bekommen. Im Zweifel sind die „Fans“ nach der Aktion wieder weg oder kommen nie wieder auf die Fanpage.
  9. Der Chef muss auch bloggen! Natürlich kann es sympathisch wirken, wenn der Chef selbst bloggt, doch einen Zwang gibt es dazu natürlich nicht. Nicht jeder Chef ist dazu geboren und muss es auch gar nicht sein. Wichtig ist viel mehr, dass die Inhalte authentisch wirken. Ob sie nun vom Chef selbst kommen oder von einem Mitarbeiter ist letztlich egal.
  10. Social Media ist nur eine Modeerscheinung! Social Media ist keineswegs nur ein vorübergehendes Phänomen. Vielleicht wird es irgendwann einmal anders genannt, das ist möglich. Aber grundsätzlich wird das Bedürfnis sich untereinander auszutauschen bleiben, denn es liegt in der Natur des Menschen. Daran können sich Unternehmen beteiligen oder auch nicht.

Als Kontrast sei an dieser Stelle ein Beitrag von Norbert Weider erwähnt, der im Magazin der Ragazzi Group in dem Beitrag „5 Social Media Mythen mit denen mal aufgeräumt werden muss.“ teilweise zu anderen Einsichten gekommen ist. Interessant sind zudem die Ausführungen von Olaf Kolbrück über Social Media Mythen.

Welche Social Media Mythen kennt ihr noch, die dringend entmystifiziert werden sollten?

Weiterführende Links zum Thema Social Media Mythen:

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11 Reaktionen
MRCONTENT
MRCONTENT

Guter Artikel, allerdings schon etwas alt.
Hab mal ein Update verfasst:
http://mrcontent.de/social-media-mythen/

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Hypnose Berlin

Ja für mich ist Facebook eine wichtige Kommunikationsplattform und ich habe das aus Freude entdeckt. Viele Stunden verbringe ich dort. Und durch Zufall habe ich bemerkt das dies interessant für mein Geschäft sein kann.

Weit entfernt von kostenlos.

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Claus Hoffmann

It's all about the content. Wer viel postet, sollte auch wirklich etwas zu sagen haben.

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Karsten

@Adrian
Ich denke nicht, dass "ich muss aktiv kommunizieren" ein Mythos ist. Wie sieht denn die Alternative aus?

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Adrian

Hallo,
Leider wurde bei dem Punkt Zielgruppe nur Facebook erwähnt. Social Media ist so vielseitig, dass die Altersgruppe bei unseren Kunden kaum mehr eine Rolle spielt, So gibt es doch viele Strategien um selbst "Offliner" zur Interaktion zu bekommen.
Der Myth der eher einmal angesprochen und verworfen werden sollte lautet: " Ich muss aktiv Kommunizieren" damit könnte man auch wunderbar ergänzen -" Jeder braucht Social Media"
Dazu gebe ich gerne per Wunsch einen kleinen Artikel anbei ;)

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Karsten

Vielen Dank dafür :)
Ich stimme Petra definitiv zu:
11. Social Media ist keine Werbung. Im Gegenteil. Wird SM als weiterer einseitiger Werbekanal genutzt, kann es eher schädlich sein. Keiner lässt sich auch noch bei FB oder Twitter mit "Kauf Mich" zu bomben.
Es geht vielmehr um Kommunikation, Interaktion, Teilnahme, Mehrwert bietern und Beziehungen schaffen... Im Englischen würde man "Engagement" (tolles Wort) sagen.

Ansonsten eine wirklich tolle Aufstellung!

Ach und vllt. noch zu 2. "Jeder braucht Social Media". Mal von der Zielgruppe oder Art des Unternehmens abgesehen, ist SM definitiv nichts für mittelmäßige Marken. Ohne Anknüpfungs- oder Reibungspunkte wird eine Marke kein gutes Social Media Standing haben.

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Michael Sinnhuber

Danke für die 10 Punkte, die sicherlich noch unendlich erweiterbar wären. Besonders die Punkte "kostenlos" und "einfach" sind für Kundengespräche immer wieder sehr hilfreich und sind hier gut auf den Punkt gebracht.

Ich würde aus eigener Erfahrung noch den Punkt "Social Media ist mehr als facebook" hinzufügen. Denn viele glauben, mit einer facebook Seite ist alles im Social Media Bereich gemacht und wenn die nicht läuft, ist Social Media Schwachsinn. (sehr verkürzte Darstellung).

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Petra von Rhein

Sehr guter Artikel!
All das, was man in Kundengesprächen und Vorträgen von sich gibt, ist hier knackig auf den Punkt gebracht. Mir gefallen auch die Links am Ende, die was anderes sagen.

Ein weiterer Mythos fällt mir gerade nicht ein.

Ergänzen würde ich: »Weniger in Kampagnen, mehr in Beziehungen denken.«
Und: »Erfolgreiches Engagement in Social Media setzt Kontinuität voraus.«

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Alex
Alex

Inhaltlich gut, aber Kampf dem Deppenleerzeichen. Es heißt "Social-Media-Mythen". Die Redaktion einer großen IT-Zeitschrift hat hier Vorbildfunktion, der Verhunzung unserer Sprache durch sowas keinen Vorschub zu leisten.

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Andreas

Sehe das wie mein Vorredner, im Hinblick auf eine Social Media Strategie. Im Rahmen einer Linkaufbau-Strategie macht eine Fanpage aber Sinn. Vielleicht sogar mehr als nur das. Doch dann beginnt natürlich auch wieder die Social Media Strategie... Die armen Kunden werden früher oder später wahnsinnig bei den ganzen Maßnahmen, die unsereins empfiehlt. ;-)

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Marcel Semmler

Sehr gute Zusammenstellung. Als 11. Punkt könnte man noch aufnehmen, dass Social Media kein Selbstläufer ist. Eine Fanpage alleine macht noch keine Social Media Strategie.

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