12 deutschsprachige Blogs im Geschwindigkeitstest

In Zusammenarbeit mit den Performance-Spezialisten von Compuware haben wir die Geschwindigkeit von insgesamt zwölf großen deutschsprachigen News-Blogs aus unserem Themenbereich testen lassen. Fazit: Im Vergleich mit den führenden deutschen Onlinehandelsseiten schneiden die hier untersuchten Websites deutlich schlechter ab. Hier eine Analyse von Frank Hereygers, Senior Solution Engineer bei Compuware. 

Testergebnisse

Es handelt sich dabei um einen so genannten Last Mile Test. Mehr zum Vorgehen bei den Test erfahrt ihr weiter unten.

Durchschnitt Antwortzeit (s) Verfügbarkeit (%)
1 Allfacebook 4,211 98,15
2 SelbstaendigImNetz 5,03 97,99
3 Google Watch Blog 6,225 98,1
4 t3n News 7,38 98,11
5 Netzpolitik 7,658 97,72
6 Thomas Hutter 8,264 97,67
7 Netzwertig 8,685 97,8
8 Stadt-Bremerhaven.de 8,867 97,63
9 Basic Thinking 9,312 96,85
10 Gruenderszene 10,6 97,58
11 Netbooknews 13,849 96,42
12 deutsche-startups.de 18,693 95,56

Während Handelsseiten durchschnittlich nach 5,5 Sekunden vollständig laden (siehe dazu diese Übersicht), benötigen die hier getesteten Internetseiten im Durchschnitt über 9 Sekunden. Die Verfügbarkeit, also die Prozentzahl an erfolgreichen Seitenaufrufen während eines bestimmten Beobachtungszeitraums, beträgt lediglich 97,5 Prozent gegenüber 98,1 Prozent bei den Online-Kaufhäusern.

Welche Folgen diese Unterschiede haben können zeigen unsere Web-Analysen bei Compuware. Als Spezialist für Application Performance-Technologie haben wir über 200 Websites untersucht und herausgefunden, dass eine Beschleunigung der Ladezeit um zwei Sekunden die Abbruchrate um 8 Prozent reduziert.

Analysiert man den Erstplatzierten Blog allfacebook.de, laut eigenen Angaben die „beliebteste deutschsprachige Ressource im Bereich Facebook Marketing & Werbung“, und t3n.de, dann fällt Folgendes auf:

  • Obwohl im Vergleich mit der Startseite von t3n mehr Bytes transferiert werden müssen, ist die Startseite von Allfacebook schneller geladen. Potenzial gibt es bei allfacebook.de vor allem noch bei den Größen der Bilderdateien.
  • Die Startseite von t3n ist von Design her hervorragend optimiert für einen schnellen Webauftritt. Obwohl Flash-Dateien verwendet werden, müssen relativ wenig Bytes transferiert werden. Die höhere Ladezeit im Vergleich zu Allfacebook ließe sich mit Hilfe einiger Optimierungen im Backend weiter verbessern. (Hinweis: Der Test bezieht sich noch auf die alte Startseite).

Testmethode

Die Gomez Benchmarks testen mehr als 3.000 der größten Unternehmen und vergleichen sie mit den am häufigsten aufgerufenen Websites vieler verschiedener Branchen. Es handelt sich dabei um eine objektive, quantitative Vergleichsmessung der Performance von Websites und mobilen Websites, mit deren Hilfe bessere Entscheidungen hinsichtlich der Strategien und Ziele zur Leistungsoptimierung getroffen werden können. Die Gomez Benchmarks bauen auf über 20 Millionen Tests auf und messen die Verfügbarkeit, die Antwortzeit und die Konsistenz von Websites über einen bestimmten Zeitraum an wichtigen Kundeninteraktionspunkten. Gomez Benchmarks werden in 13 Ländern veröffentlicht.

„Last Mile Benchmarks“ für Startseiten wie in diesem Fall messen die Performance einer Startseite vom Desktop des Endanwenders aus und berücksichtigen dabei die Verbindungsgeschwindigkeit des Anwenders. Diese Benchmarks nutzen das Gomez-Netzwerk von 150.000 Desktop-PCs, die mit 2.500 lokalen ISPs in über 168 Ländern auf der ganzen Welt verbunden sind.

Für die hier aufgeführte Stichprobe wurden zwischen 17. Juli und 19. August 2011 pro Stunde mindestens 10 Messungen von beliebigen Desktop-PCs gefahren.

compuware grafik
Eine Beschleunigung der Ladezeit um zwei Sekunden die Abbruchrate um 8 Prozent reduziert. Grafik: Compuware

5-Punkte-Checkliste für erfolgreiche Web-Performance

1. Blick über die eigene Firewall hinaus

Viele Unternehmen beobachten nur, welche Prozesse in ihrem eigenen Rechenzentrum ablaufen und ob alle Systeme einwandfrei arbeiten. Das genügt aber nicht, um zu prognostizieren, wie die Anwendung beim Endverbraucher ankommt. Faktoren, wie die geografische Lage, der verwendete Browser, Drittanbieter, die ebenfalls Content bereitstellen, und einige mehr beeinflussen den Seitenaufbau und müssen stets mit berücksichtigt und überwacht werden.

2. Belegbare Daten aller involvierten Partner

Um Fehler beheben zu können, muss die Quelle bekannt sein. Compuware hat bei der Auswertung der Performance-Daten von 4.000 verschiedenen Unternehmen herausgefunden, dass pro Seitenaufruf durchschnittlich acht verschiedene vollwertige Domains und Server beteiligt sind. Hier muss geklärt werden, welchen Beitrag die einzelnen Hosts leisten und wo gegebenenfalls nachgesteuert werden muss.

3. Was zählt, ist der Anwender

Um einen globalen Überblick über die User Experience zu gewinnen, hat Compuware 360 Millionen Seitenaufrufe analysiert, die deutlich zeigen, welche Unterschiede es zwischen verschiedenen Browsern beim Seitenaufbau gibt. Mindestens genau so wichtig, wie schnell eine Seite lädt, ist wie schnell sie aus Sicht des Anwenders lädt. Das heißt, wie lange es dauert, bis es aussieht, als ob die Seite geladen wäre, obwohl der Ladevorgang noch nicht abgeschlossen ist.

4. Verschiedene Browser und verschiedene Endgeräte erfordern neue Strategie

Web-basierte Anwendungen müssen über verschiedene Browser und Geräte hinweg getestet werden, bevor sie online gehen. Manche Seiten werden in einem bestimmten Browser, Betriebssystem oder Endgerät langsam oder im schlimmsten Fall gar nicht geladen. Dies muss z. B. vor einer Produkteinführung unbedingt beachtet werden.

5. Messbare Service-Vereinbarungen mit Drittanbietern

Wichtig ist zu guter Letzt, Service Level Agreements (SLAs) zu definieren und deren Einhaltung zu überwachen – dazu gehört in erster Linie ein konkretes Performance-Ziel aber auch Aspekte wie zusätzliche Kapazitäten bei plötzlich ansteigenden Zugriffszahlen sowie Flexibilität und Stabilität aller involvierten Partner.

Über den Gastautor

frank hereygersFrank Hereygers ist bei Compuware als Senior Solution Engineer für Gomez SaaS Produkte tätig. Er startete nach seinem Informatikstudium bei Siemens: zuerst als Software-Entwickler und danach als Produktmanager. Anschließend war er unter anderem als Manager im Bereich Communication und High Tech bei Accenture und als Presales Manager für mehrere IT-Unternehmen tätig.

Bildnachweis für die Newsübersicht: Foto: © Tetastock - Fotolia.com

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5 Answers

  1. von Jürgen 10.10.2011 (10:20Uhr) 1.

    Wow, da sind tatsächlich einige Websites noch langsamer als unsere? :) Interessanter Test auf jeden Fall. Werde ihn grad mal an meinen Chef und unseren Programmierer weiterleiten. Redesign ist in Planung.

  2. von Te st 10.10.2011 (11:53Uhr) 2.

    Das Thema interessiert überhaupt niemanden. Die sogenante mobile Nutzung findet zu 90% per DSL am PAD zu Hause statt.
    Erst wenn man in Köln auf der Messe im überlasteten UMTS keine Termine mehr über die Clouds aushandeln kann, lernt man (für 5 Minuten) das Effizienz schon besser wäre.

    So lange die SEO-Positionierung (und wenn auch nur für Handies bzw. UMTS/GSM-Abrufe deren IP-Nummern Google ja kennt) nicht davon abhängt, interessiert es keinen.
    Das Handies eine andere Sorte Client sind, peilen die halt nicht.
    Bald kommen die TVs als Clients auf den Markt die mit Fernsteuerung bedient werden. Dort mal zu vergleichen welche Sites unterproportional gegenüber Firmen-PC-Abrufe abgerufen werden, würde aufdecken, wessen Sites am TV nicht benutzbar sind.

    m.gmx.de m.web.de nutze ich auch vom Desktop weil es einfach schneller ist.
    Aber ebay und amazon gehen fast nur per App weil Adaption auf die Screensize am Phone die wohl nicht interessiert. Ein vorbildhaftes Gegenbeispiel und Argumentationsverstärker gegen retroide Verhinderer (für die man eh nicht arbeiten sollte) ist wikipedia die am Handy z.b. die Navigation ans Ende packen während andere Sites einen erst mal seitenlang die Navigation runterblättern zwingen bis man zum Content kommt.

  3. von Linkwertig: Dart, Netflix, madvertise, B… 11.10.2011 (07:01Uhr) 3.

    [...] deutschen Onlinehandelsseiten schneiden die hier untersuchten Websites deutlich schlechter ab.» 12 deutschsprachige Blogs im Geschwindigkeitstest Hier erscheinen von Montag bis Freitag ausgewählte Links zu lesenswerten Texten und aktuellen [...]

  4. von Felix 11.10.2011 (09:42Uhr) 4.

    Te st schrieb: "Das Thema interessiert überhaupt niemanden. Die sogenante mobile Nutzung findet zu 90% per DSL am PAD zu Hause statt."

    Was ist los? Ich hab z.B. kein Wlan zu Hause und würde mich über eine optimierte, schnelle Mobile-Site von T3N freuen.. schließ mal bitte von dir nicht auf andere..

    Der gleiche Vogel schrieb: "So lange die SEO-Positionierung (und wenn auch nur für Handies bzw. UMTS/GSM-Abrufe deren IP-Nummern Google ja kennt) nicht davon abhängt, interessiert es keinen."

    Es hat was mit der Googlepositionierung zu tun.. bitte informier dich, bevor du Bullshit laberst! die Seitengeschwindigkeit hat Einfluss auf die Googlepositionierung und ich glaube auch mehr, als die weniger als 1 Prozent, die Google da sagt.. ;=)


    "m.gmx.de m.web.de nutze ich auch vom Desktop weil es einfach schneller ist.
    Aber ebay und amazon gehen fast nur per App weil Adaption auf die Screensize am Phone die wohl nicht interessiert. Ein vorbildhaftes Gegenbeispiel und Argumentationsverstärker gegen retroide Verhinderer (für die man eh nicht arbeiten sollte) ist wikipedia die am Handy z.b. die Navigation ans Ende packen während andere Sites einen erst mal seitenlang die Navigation runterblättern zwingen bis man zum Content kommt."

    Wer nutzt heutzutage noch Wikipedia? :O

  5. von Heiko 11.10.2011 (17:51Uhr) 5.

    @Te st
    Eigentlich bestätigst du ja selber wie wichtig die Reduktion des zu ladenen Inhalts auf das wesentlich ist. Aus welchem Grund wählt man sonst wie du die mobile Sites auf dem Desktop ? Speed und pure Funktion.
    So wie es 1998 mal war.......
    Back to the roots.

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