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21-Jähriger kritisiert Microsoft-Design und wird eingestellt

Im Sommer 2012 sorgte der 21-jährige Designer Andrew Kim mit seiner Designstudie „The Microsoft“ für Aufsehen. Indirekt kritisierte Kim damit das seiner Meinung nach etwas angestaubte Microsoft-Design und wird dafür jetzt belohnt: stellt ihn als Designer an.

21-Jähriger kritisiert Microsoft-Design und wird eingestellt

Kritik am Microsoft-Design

Im Vergleich zu Startups wirken IT-Dinosaurier schnell etwas angestaubt, vielleicht sogar unmodern. Dabei muss das Unternehmen selbst noch keine Jahrzehnte auf dem Markt sein, wie das Facebook-Redesign vom Jahresanfang zeigt. Allerdings haben es Giganten wie beispielsweise Microsoft schon deutlich schwerer, ihr Design im Laufe der Jahre auf einem modernen Stand zu halten. Microsoft hat eine sehr breite Produktpalette und bereits ein neues Logo sorgt für reichlich Anpassungsarbeit.

Auch wenn das neue Logo ein erster Schritt für ein neues Microsoft-Design war, Andrew Kim reichte das bei Weitem nicht. In seiner Designstudie „The Next Microsoft“ befreite er die Optik weitestgehend von Altlasten, wie man auf den folgenden Bildern erkennen kann.

Seine Vorstellungen für ein neues Microsoft-Design sorgten für viele Diskussionen. Die Kritiker hielten die Designstudie bei allen optischen Vorzügen schlicht für nicht umsetzbar - eine oft zu lesende Kritik bei Designstudien. Ob das tatsächlich so ist, erfahren wir in den meisten Fällen leider nie. Doch im Falle von Andrew Kim sieht das etwas anders aus: Microsoft hat seine Visionen wahrgenommen und reagiert.

Microsoft stellt jungen Designer ein

Am Wochenende verkündete Andrew Kim nun etwas überraschend „Big news“: Microsoft stellt ihn zum Sommer als Designer für die Xbox-Sparte ein. Damit haben die Redmonder das Rennen um den talentierten Designer gemacht. Nach eigener Aussage habe er reichlich Anfragen bekommen, nachdem seine Studie zum Microsoft-Design zum viralen Hit wurde. Bis es bei Microsoft losgehen kann, will Kim aber erst noch sein letztes Studiensemester absolvieren.

Der aus Südkorea stammende Designer Andrew Kim erregte mit seinem Microsoft-Design viel Aufsehen und bekommt eine Stelle in Redmond (Bild: Andrew Kim).

Es scheint sich für junge Designer also durchaus zu lohnen, wenn sie sich Gedanken um das Design großer Marken machen und dies in ihre Arbeiten einfließen lassen. Für beide Seiten ist eine solche „virale Bewerbung“ eine sehr interessante Möglichkeit. Während Kim mit einer herkömmlichen Initiativbewerbung einer von vielen Designern gewesen wäre, die für Microsoft arbeiten wollen, hat seine Designstudie gleich einen Einblick in seine Arbeitsweise vermittelt. Und für Microsoft auf der anderen Seite auch nicht unwichtig: Die Viralität der Designstudie, die Microsoft erst auf den Designer aufmerksam werden ließ, zeigte gleichzeitig, dass die sich die Arbeit von Kim für Microsoft lohnen könnte.

Sehen so also die Bewerbungen der Zukunft aus?

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10 Antworten
  1. von Kewwim am 21.01.2013 (11:46 Uhr)

    Ehrlich gesagt kann ich die Einstellung des Jungen nicht wirklich nachvollziehen. Ich habe mir einige seiner Designs mal angeschaut und festgestellt, dass sie doch recht simpel sind und kaum anspruchsvoller sind als die ohnehin schon einfachen Microsoft-Logos. Das hätte ein normaler Grafikdeisgner mit Sicherheit auch hinbekommen. IMHO ist sowohl die Designstudie selbst auch als die Einstellung seitens Microsoft eher heiße Luft.

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  2. von TheMike am 21.01.2013 (12:13 Uhr)

    @Kewwim
    Anhand deines Kommentars nehme ich an, dass du nicht im grafischen Bereich arbeitest. Trotzdem muss man auf solch eine Idee kommen und diese Designstudie auch ausführen. Nur weil ein Design simpel ist, darf es noch längst nicht als "billig" abgestuft werden.

    Als Beispiel Apple: Sie haben bei Ihren Notebooks auch ein minimales Design und trotzdem wird das Design geliebt.

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  3. von Jakiku am 21.01.2013 (12:30 Uhr)

    Ernsthaft? Die Design-Studie ist nun wirklich nicht der Hit. Sie ist ganz in Ordnung aber nicht sehr herausragend. Verstehe nicht, warum sie ihn unbedingt als Designer haben wollten.

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  4. von Robert am 21.01.2013 (12:43 Uhr)

    Typische IT'ler die dann versuchen sich eine Meinung abzugeben zu einer Designstudie und sagen "och die paar Kreise hät ich och mache können!"

    Schaut man sich Diskussionen zu solchen Themen in Designforen/Blogs an hört es sich schon gleich viel anders an, weil nur jemand der sich ausgiebig mit dieser Materie befasst, auch wirklich weiß wie schwer es ist sowas von NULL auf aufzubauen und zu gestalten. Werte Damen und Herren, bevor ihr auch nur ansatzweise irgendwas darüber kritisiert wie billig und simple sowas doch aussieht, bitte erst einmal selber versuchen...Rennwagen fahren z.B. sieht ja schließlich auch sooo leicht aus, wie die da im Kreis fahren.

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  5. von Hugo am 21.01.2013 (15:36 Uhr)

    Das Deutsche Bank-Logo mochte ich auch immer, ob das nun zu Microsoft passt sei mal dahingestellt...

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  6. von Elv am 21.01.2013 (17:54 Uhr)

    Ob es eine Belohnung oder eine Strafe ist für den Konzern oder mit deren Produkten zu arbeiten sei mal dahin gestellt. Wenn er dort hin wollte, Glückwunsch!

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  7. von Ghosthack am 22.01.2013 (00:45 Uhr)

    Ich finde das Design an sich ja ganz schick, die Typo und alles gefällt mir gut, aber diese Raute als Hauptdesignelement spricht mich irgendwie überhaupt nicht an. Die kommt auf dem Mond genau so wenig zur Geltung wie auf dem Surface Tablet. Damit assoziiere ich irgendwie - gar nix, ausser einem gedrehten Rechteck.

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  8. von Bobby am 22.01.2013 (14:06 Uhr)

    Spricht mich sehr an und vertehe Microsoft dass sie hier zugegriffen haben. Hoffe er gibt dem Unternehmen designtechnisch den Aufwind den die Produkte verdienen...

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  9. von marc.schmidt.351 am 22.01.2013 (14:48 Uhr)

    Leute, hier geht's nicht um sein Design, sondern nur darum, dass der Kollege nun zu Microsoft gehen darf; allein der Tatsache geschuldet, dass er fleißig und anscheinend in den Augen Microsofts auch gut war.

    Dieses neidische Abwerten der Arbeit immer ist echt nicht mehr auszuhalten. Das "Das ist aber nicht ganz perfekt, hier und da gibt's noch Fehler, nörgel nörgel, mennnooo," hat echt leider mittlerweile Mode. Als ob Eure Arbeiten perfekt wären ... ;o)

    Gönnt ihm doch einfach seinen Erfolg und seid nicht so Neider. Ich freue mich mit ihm - immerhin zeigt das, dass privates Engagement sich noch lohnen kann. (Und ja, natürlich ist lohnen sehr subjektiv)

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  10. von peter.pen.10441 am 08.02.2013 (12:37 Uhr)

    nur schade, dass "metro" schon seit einem dreivierteljahr "modern ui" heisst. im grunde "applefiziert" er auch nur microsoft + windows und pfuscht in ausgewählten teilbereichen. anhand des logokonzeptes, sollte er aber wirklich seine defiziete sehen. imo braucht microsoft eher eine geschlossene logik, durchdachte designlösung für die zukunft (für die breite Masse). und das ist nicht allein in 3 tagen zu bewerkstelligen.

    von daher mutiges projekt. + respekt.

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