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3 Startups der Publishing-Branche, von denen wir noch hören werden

3 Startups der Publishing-Branche, von denen wir noch hören werden

Die Frankfurter Buchmesse bemüht sich seit einigen Jahren verstärkt um . Grund genug, sich auf dem Mega-Event nach Publishing-Ideen umzugucken und euch drei junge Unternehmen vorzustellen, deren Ideen uns wirklich begeistert haben.

3 Startups der Publishing-Branche, von denen wir noch hören werden

(Grafik: Shutterstock)

Startups im Publishing-Bereich: Die Auswahl ist klein

Es ist kein Zufall, dass die Frankfurter Buchmesse mit dem House of Startups ein eigenes Programm für Startups der Publishing-Branche ins Leben gerufen hat. Und es ist kein Zufall, dass die drei Gründer, die für eine Woche eine Wohngemeinschaft bilden, nicht aus dem klassischen Verlagsgeschäft kommen. Startups aus dieser Branche sind nach wie vor selten, doch die Schnittmengen werden größer und das Interesse aneinander wächst.

Auch auf der Buchmesse selbst gibt es immer mehr Bereiche und Angebote für Startups, sich zu präsentieren. Wir haben uns deshalb auf den rund 160.000 Quadratmetern umgeguckt und stellen euch drei Projekte vor, die Zukunft haben dürften.

1. Plötz & Betzholz: Der Nicht-Verlag

Plötz & Betzholz sind ein gutes Beispiel für erfolgreiche Startups im Publishing-Bereich. (Screenshot: plötz-betzholz.de)
Plötz & Betzholz sind ein gutes Beispiel für erfolgreiche Startups im Publishing-Bereich. (Screenshot: plötz-betzholz.de)

„Wer schauspielern, singen oder unterhalten will, muss ins Fernsehen? Blödsinn.“

„Wir sind der Verlag für alle, die keinen Verlag brauchen“, sagen Felix Plötz und Dennis Betzholz über sich. Die beiden Gründer, die mit ihrem Crowdfunding-Buch „Palmen in Castrop-Rauxel“ 2014 für einiges Aufsehen sorgen, haben aus dem Projekt ein Unternehmen gemacht.

Ihr Konzept: Plötz und Betzholz bieten ein „Rundum-Sorglos-Paket“ – von Co-Autoren, die beim Schreiben eines Buchs helfen können, über Druck, Layout, Covergestaltung, Lektorat oder Produktion bis hin zum Vertrieb. Und: Statt der verlagsüblichen zehn Prozent bekommen Autoren bis zu 30 Prozent Beteiligung. Und sie versuchen, völlig neue Zielgruppen zu erschließen: „Du bist YouTuber. Du hast eine große Fangemeinde. Du willst ein Buch herausbringen, auf das deine Fans warten. Aber du weißt nicht, wie? Dir fehlt die Zeit, das Know-how? Oder die Gewinnbeteiligung, die dir einer der großen, grauen Verlage anbietet, erscheint dir zu Recht zu mickrig?“ Hier wollen die beiden einspringen: „Wir sind ein Verlag. Weil wir Bücher verlegen. Und nicht, weil wir uns ein protziges Verlagsgebäude leisten oder einen gewaltigen Kostenapparat hinter uns herschleppen.“

Diese Herangehensweise an das Verlagsgeschäft hat nicht nur die Frankfurter Buchmesse überzeugt, die dem Startup 2015 eine Wildcard ausgestellt hat, auch die Ullstein-Buchverlage scheinen Gefallen an diesen Ideen gefunden zu haben und sind im August eine Vertriebskooperation mit den im rheinischen Bad Honnef ansässigen Gründern eingegangen. „Stars werden im TV geboren. Und Bücher von Verlagen gemacht“, schreiben die beiden auf ihrer Homepage. Doch wir haben 2015. „Die Zeiten ändern sich.“ Nur der Name, der klingt immer noch nach klassischem Verlag.

2. Squirl: Welche Geschichte gibt es wo?

Squirl – eine „location-based book discovery app“. (Bild: Squirl)
Squirl – eine „location-based book discovery app“. (Bild: Squirl)

„Deine nächste Geschichte könnte buchstäblich um die Ecke auf dich warten.“ Mit diesem Satz versuchen die Squirl-Gründer kurz und bündig zu erklären, was ihre App ist: eine „location-based book discovery app“. Mit anderen Worten: Nutzer können sich per Device-GPS orten lassen und dann in der App nachschauen, welche Geschichten an diesem Ort oder einem Ort in der Nähe spielt.

Squirl - Discover Book Locations
Entwickler: Squirl
Preis: Kostenlos

Klickt sich der Leser in eine Geschichte hinein, kann er genau an dem Ort starten, an dem er gerade steht. Daneben bietet die App auch Autoren und Verlagen Möglichkeiten an, ihre Inhalte anzureichern und beispielsweise Figuren mit bestimmten Orten zu verknüpfen. Und: Sie will eine Community sein, die ein Band zwischen Lesern und Autoren knüpft. Aktuell ist die App für iOS verfügbar. Jetzt müssen nur noch weitere Plattformen – und Geschichten aus Deutschland – dazukommen.

3. StoryDOCKS: Brutkasten für Startups im Publishing-Bereich

Till Weitendorf und Michael Adam. (Foto: storyDOCKS)
Till Weitendorf und Michael Adam. (Foto: storyDOCKS)

„Wir verstehen uns als Innovations-Schmiede und Company-Builder zugleich.“

Zugegeben, so ein richtiges Startup ist StoryDOCKS eigentlich nicht. Und doch gehört das Tochterunternehmen des Oetinger-Verlags in diese Liste. Denn: Das Projekt soll „ein Brutkasten für Startups rund um das digitale Storytelling“ werden. „Wir verstehen uns als Innovationsschmiede und Company-Builder zugleich“, so Verleger Michael Adam. Und eine erste Beteiligung kann Storydocks auch schon vermelden: Readio aus Karlsruhe, ein Startup, das eine Technologie für responsives Lesen entwickelt hat.

Die Mission von StoryDOCKS liest sich dabei eigentlich ziemlich einfach: „Fesselnde digitale Stories erzählen und diese für heterogene Zielgruppen attraktiv machen“. Neben Adam und Till Weitendorf, die StoryDOCKS leiten werden, soll ein Team aus Entwicklern, Business-Analysten, Developern und Marketingexperten daran arbeiten, Marken und Geschäftsmodelle aufzubauen, „die sich in den Köpfen von Kunden verankern und langfristig am Markt bestehen“. Wir sind gespannt, wie das aussehen wird.

Die Reise zur Frankfurter Buchmesse erfolgte auf Einladung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

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3 Antworten
  1. von Technologie am 18.10.2015 (14:31 Uhr)

    Libri war schon immer ein Vorreiter was man mit Computern machen kann. Leider hatten sie schon mal Pech mit der Softwarequalität.
    Mittelständler haben schon ein Interesse an Change und Verbesserung. Auch weil die Kinder übernehmen. Siehe Löwen bei VOX als Referenz. Oder wo Mode-Konzerne von unterwegs per iPad regiert werden. Auch Rentner und Firmen-Chefs sehen den Benefit von Digital und sind immer auf der Suche nach der nächsten Optimierung und/oder Spar-Möglichkeit.

    Second Life war auch mal Hype des Monats und ist heute von vielen Redaktionspraktikanten schon vergessen...

    Wenn Ihr auf der Buchmesse seid schaut in das Buch aller Zeitschriften. Die allermeisten Titel entstehen beim Herausgeber im Keller oder Wohnzimmer und sind nur im Abo verfügbar. Krass viele Bücher entstehen im Selbstverlag. Solchen Leuten müsste man helfen. Aus anderen Ländern könnte man das sicher besser organisieren. Dort gibts nämlich keine Preisbindungspflicht für digital nur weil man es auf Papier druckt. Z.b. die Schweiz hat zwar Preisbindung für Papier aber wohl explizit nicht für digital !
    Remote-Worker (Pensionierte Deutschlehrer die in Osteuropa wohnen) können z.b. korrigieren usw. Das klassische Buch sollte erodieren. Auch Rentner in der Bekanntschaft lehnen Papier ab und alles was würdig für den Medienkonsum und die Aufmerksamkeits-Ökonomie ist muss auf dem Ipad existieren.
    Kalifornien unter Governeur Schwarzenegger hat ohne Subventionen (wonach in korrupten Diktaturen immer geschrien wird) alle Schulbücher digitalisiert.
    Dann kann man die Grenzen und Bevölkerungs-Zahlen und Bewirtschaftungs-Grafiken in Konfliktgebieten auch wöchentlich aktuell halten...
    Da ginge schon lange viel auch um Selbstverlags-Bücher mit Update-Möglichkeit usw. digital zu vermarkten und zu erzeugen. Aber Webbasierte Redaktions-Systeme haben wohl immer noch schlechtere Rechtschreib-Prüfung und BadWord-Listen als 30 jahre alte Redaktionssysteme ich glaube basierend auf Btrieve.

    Seltsam ist, das Adobe trotz der Möglichkeiten von PDF kaum eine Rolle spielt.
    - reflow-Texte die an jedem Gerät vom Kindle bis zum Ipad oder Handy die Ikea-Anleitung und Tageszeitung hoch und quer perfekt lesbar anzeigen.
    - Javascript in PDF gibts schon ewig. Interaktive Schulbücher, alte Prüfungen (dank Fachschaft die das Fachschafts-Büro nicht als beheizten Dauer-Raucher-Raum benutzt) und natürlich Übungs-Aufgaben die responsive auf das Antwortverhalten (Trivialpatent) anspruchsvoller weden gibts auch nicht. Sowas plane ich schon ewig und ist konzeptionell fertig. Doch in welchem Land kann man sowas schikanefrei realisieren. Dann bezahlt halt weiter Tutoria, Nachhilfe, Pensionen und Schavans Schulsystem... Gleiches gilt für USA wo Kinder allein bis zum Highschool-Anschlussball zigtausende oder hunderttausende Dollar nur an Schulkosten kosten oder Afrika wo man zig Kilometer zur Schule laufen muss wenn sie nicht mal wieder abgefackelt wurde. Bildung für alle geht am 80-Euro-Tablett doch wohl krass viel besser wenn man sieht das TV-Sender für zigtausende Euros Schulen aufbauen. Für 1000 Euro gibts 10-15 Tabletts. Aber vielleicht ist hier jeder ausser mir ein Fan vom Präsenz-Unterricht und hält ihn für effektiv (=alle werden schlauer) und effizient(=Preis-Leistungs-Optimiert).

    Digitale Bildung würde Staaten Milliarden für Bildung einsparen und Verbesserung für alle bringen.
    Aber Softwarepatente und Abmahnungen sind mancher Regierung wohl wichtiger als durchgängige Bildung für alle. Das beginnt beim Ikea-Regal und Grundrechenarten und Rechtschreibung und Umsatzsteuer-Prozentrechnung und wie man ein Waschbecken richtig anschliesst und endet bei verständlichen Interaktions-Diagrammen oder den hier so oft genutzen Schau-Bildern zu allem was wichtig ist wie Flüchtlings-Strömen, Fifa-Geldflüssen, Android-Neuigkeiten, Nobelpreisen usw.

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  2. von kerstin am 20.10.2015 (18:24 Uhr)

    Danke, liebes T3N-Team, dass ihr dieses Jahr so viel über die FBM berichtet!
    Den drei Startups viel Erfolg! Es geht zwar immer noch sehr langsam, aber allmählich scheint das Verlagswesen "digitaler" zu denken.

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  3. von JWagner am 29.10.2015 (16:02 Uhr)

    Danke für den Beitrag, t3n! Ich habe selbst ein Start up in der Buchbranche (www.deintextdeinbuch.de), in der ich seit mehr als einem Jahrzehnt arbeite und kann sagen: Start ups haben es oft leichter, wenn sie von Branchenleuten (mit-)gegründet werden. Vertrauen und die Leidenschaft für das Produkt "Buch" - das bekomme ich immer wieder als Feedback - ist Leuten der klassischen Buchbranche extrem wichtig.

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