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Entwicklung & Design

Wie du in 365 Tagen zu einem großartigen Designer wirst

    Wie du in 365 Tagen zu einem großartigen Designer wirst

(Foto: Shutterstock)

Marko Stupic hat eine aufregende Reise hinter sich – vom Mitarbeiter einer Agentur zu einem Designer, und das in nur einem Jahr. Klingt zu schön, um wahr zu sein? Wir teilen Markos Geschichte mit euch.

Eine der alten Redensarten, die mich antreiben, ist „Practice makes perfect“ (Übung macht den Meister). Solche Sprüche können manchmal ein bisschen klischeehaft sein, aber in manchen Fällen treffen sie zu. Ich bin von Natur aus ein Workaholic, was offensichtlich Vor- und Nachteile bringt. Einer der Vorteile ist, dass ich nicht still halten kann und den ganzen Tag nichts tun. Auf der anderen Seite kann das Arbeiten ohne Pause und ein klares Ziel oft demotivierend sein, und natürlich auch anstrengend. Darum habe ich mich entschlossen, der guten alten Redewendung zu vertrauen und versucht, mich zu verbessern.

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Ich bin von Natur aus ein Workaholic, was offensichtlich Vor- und Nachteile bringt. (Grafik: Marko Stupic)

Ein guter Designer zu sein ist eine große Herausforderung. Ein berühmter und anerkannter Designer zu werden, ist eine noch größere. Im Bereich des digitalen Designs gibt es so viele Spezialgebiete, mit einer Reihe von unterschiedlichen Designern, die sich alle auf ihre eigene Art einen eigenen Namen gemacht haben. Manche sind gute Webdesigner, manche gute Designer von UIs, während andere sich auf Animation konzentrieren und so weiter. Wie ordnet man sich selbst ein in dieser großen Gruppe von erfolgreichen Leuten, und, was viel beängstigender ist, wie hat man Erfolg in solch einem umkämpften Umfeld?

Die Antwort darauf lautet: Arbeiten, arbeiten und nur arbeiten. Talent hilft natürlich. Aber oft ist es Hartnäckigkeit und harte Arbeit, was die guten Designer von den großartigen trennt.

Ich werde im Folgenden meine Geschichte mit euch teilen, darüber, wie ich meine Reise begann, über mein persönliches und berufliches Wachstum.

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Diese Illustration ist der erste Schritt in meiner Dribble-Reise. (Grafik: Marko Stupic)

Praxis

Ein klarer Vorteil,davon wenn man in einer kreativen und berühmtem Digital-Agentur arbeitet, ist, dass die Umgebung dich dazu bringt, dich bei jedem Schritt auf dem Weg zu verbessern. Deine Kollegen sind Experten in ihren eigenen jeweiligen Bereichen, und das letzte, was du willst, ist zurück zu fallen. Das von Wettbewerb geprägte Umfeld funktioniert als ein extrem positiver Anreiz.

Ich wollte zur Gruppe dieser hervorragenden Leute gehören. Ich wusste, dass ich meine Kreativität weiter entwickeln und als Designer Fortschritte machen musste.

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Die erste Sache, die mir in den Sinn kam, war Training. Wenn ich ins Fitnessstudio gehe, sehe ich oft die Athleten jeden Tag trainieren und ihre Agilität, Stärke und Reflexe verbessern. Das selbe gilt für Musiker. Sie üben ihre Kompositionen, bis sie sie auswendig spielen können. Indem wir eine bestimmte Sache üben, lernen wir, neue Dinge zu tun, neue Bewegungen. Unser Gehirn entwickelt neue synaptische Verbindungen, und wir beginnen, Probleme in einem anderen Licht zu betrachten. In anderen Worten – wir entwickeln unsere Kreativität weiter.

„Die Praxis macht nicht perfekt. Nur perfekte Praxis macht perfekt.“ Vince Lombardi

Die Herausforderung

Die Motivation, etwas zu tun ist auch entscheidend, wenn du wachsen und dich entwickeln willst. Ich brauchte ein Problem, das schwierig genug war, um mich selbst zu übertreffen. Ich musste mir auch ein klares Ziel vor Augen halten. Wenn man Apps designt, weißt man ziemlich genau, was man vom fertigen Produkt erwartet. Auf dem Weg dahin müssen eine Menge feiner Details gelöst und perfektioniert werden, aber du hast ein ziemlich klares Ziel. In meinem Fall hieß das, dass ich mir ein schwieriges Design-Projekt einfallen lassen musste.

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Die erste veröffentlichte Illustration. (Grafik: Marko Stupic)

Auf diese Weise erblickte icon-a-day.com das Licht der Welt. Die anfängliche Idee war es, ein einfaches Icon für jeden Tag des Jahres zu schaffen und dafür als Werkzeug nur den Adobe Illustrator zu verwenden. Das Konzept war klar: Ein Kreis, in den ich ein Icon legte. Ich muss zugeben, dass ich am Anfang nicht sicher war, wohin mich das führen würde. Aber das Hauptziel war, mich selbst in der digitalen Illustration zu perfektionieren. Ich wollte mehrere Stile ausprobieren, unterschiedliche Illustrationen machen. Ich lotete meine Fähigkeiten aus (und tue es immer noch).

Seit das Projekt begann, hatte es fast ein eigenes Leben. Das Erstellen der Icons ging mir in Fleisch und Blut über, fast so wie das Zähneputzen jeden morgen.

Während die ursprüngliche Idee einfache Icons waren, wuchsen sie im Lauf der Zeit zu kompletten Illustrationen heran.

Die Skizze. (Grafik: Marko Stupic)
Die Skizze. (Grafik: Marko Stupic)
Die fertige Illustration. (Grafik: Marko Stupic)
Die fertige Illustration. (Grafik: Marko Stupic)

Erforsche deine Möglichkeiten

Natürlich bringt die Arbeit an einem solchen Projekt in der Freizeit eine Menge Herausforderungen mit sich. Die größte Herausforderung für mich ist es, die Zeit zu finden. Da ich einen 9-to-5-Job habe, kannst du dir vorstellen, dass meine Zeit begrenzt ist. Dein Tag kann vollgestopft sein mit persönlichen oder beruflichen Verpflichtungen. Es ist schwer, wirklich alles, was du hast, nur deinem Projekt zu widmen.

Einer der Fallstricke bei einem Langzeitprojekt ist das Nachlassen der Motivation und die unvermeidliche Abnahme der Qualität. Die Lösung dafür ist, immer auf das Ziel fokussiert zu bleiben - am Ende des Tages ein Icon abzuliefern, komme, was wolle.

Während der Dauer des Projektes konsequent zu bleiben kann auch eine Herausforderung sein. Ich begann mit simplen Icons, aber als ich Fortschritte machte, probierte ich neue Techniken mit Verwendung von Schatten, Filtern, Lense-Flares etc. aus. Das Beispiel zeigt, welche Fortschritte ich machte von Beginn bis heute:

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Tag 3 (Grafik: Marko Stupic)
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Tag 25 (Grafik: Marko Stupic)
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Tag 111 (Grafik: Marko Stupic)
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Tag 168 (Grafik: Marko Stupic)
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Tag 214 (Grafik: Marko Stupic)
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Tag 268 (Grafik: Marko Stupic)

 Am Ball bleiben

Du musst bei deiner Arbeit engagiert bleiben. Es kann schwer sein, die Motivation zu finden, jeden Tag mit dem Projekt weiterzumachen. Ich habe herausgefunden, dass Eigenwerbung dabei hilft. Wenn du deine Arbeiten in Sozialen Netzwerken wie Tumblr, Twitter, Behance und Dribble zeigst, kann dir das ein größeres Publikum verschaffen. Von Menschen wahrgenommen zu werden bringt eine Verpflichtung, immer weiter zu liefern.

Ich setzte ein Tumblr-Blog auf, auf dem ich meine Icons jeden Tag veröffentliche. Das ermöglichte mir auch, meine Fortschritt innerhalb dieser 365 Tage einfach zu verfolgen, außerdem ist das ein guter Weg, seine Arbeit mit anderen zu teilen. Neben Tumblr landen die Illustrationen, von denen ich denke, dass sie höhere Qualität besitzen, auf Dribble, was eine design-orientierte Community ist. Wenn du deine Arbeit online stellst, bekommst du eine sichere Follower-Basis und auch dein Ansehen als Designer steigt.

Wenn ich einen Tag ausließe, wäre das eine Entschuldigung dafür, auch einen anderen auszulassen und so weiter. Halt an deiner Arbeit fest, und es wird sich auszahlen.

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Wie du Unterstützung von deinen Freunden erhältst

Ein Freizeitprojekt zu betreiben birgt das Risiko, dass man seine Freunde vernachlässigt. Tapp nicht in diese Falle. Freunde sind ein großer Anteil an deinem Erfolg. Du musst dich mit Leuten umgeben, die dich zu deiner Arbeit ermutigen. Leute, die den Wert deines Projekts verstehen und die da sind, um dir Rat zu geben, wenn du über eine kreativen Blockade stolperst – und vertrau mir, es wird Tage geben, an denen diese Blockaden auftauchen.

Egal wie gut du in deiner Arbeit bist, es gibt Zeiten, in denen du in ein Hindernis läufst, das du nicht überwinden kannst. An dieser Stelle werden deine Freunde und Kollegen wichtig. Sie können dir eine neue Perspektive auf die Dinge zeigen oder anbieten, einen schlüssigen Hinweis, wie du das Hindernis auf deinem Weg überqueren kannst.

Obwohl mein Projekt zeitaufwendig ist, habe ich deswegen keine Freunde verloren. Im Gegenteil, ich habe ein paar neue gefunden auf meinem Weg, vor allem in der Designer-Community.

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Freunde und Kollegen können dir eine neue Perspektive auf die Dinge zeigen oder anbieten, einen schlüssigen Hinweis, wie du ein Hindernis auf deinem Weg überqueren kannst.

Vorteile

Es scheint vielleicht so, dass du nicht mehr als persönliches Wachstum aus deinem Projekt gewinnen kannst. Du wirst überrascht sein, was passieren kann, wenn du etwas beginnst. Abgesehen davon, dass du deine Kreativität entdeckst, die die ganze Zeit in dir geruht haben könnte, gibt es noch andere Dinge, die dir auf deinem Weg zu deinem persönlichen Ziel passieren können.

Ich zum Beispiel bin besser im Illustrieren geworden , ich habe gelernt, meine Icons zu animieren (was ein kleines Nebenprojekt war, bei dem mir meine Kollegen bei FIVE Agency geholfen haben), ich habe viele neue kreative Leute getroffen und viele Türen zur Designer-Community geöffnet. Es stellte sich heraus, dass das Projekt einen guten kommerziellen Aspekt besaß: Leute mochten die Illustrationen, also wollten sie die Rechte kaufen, um sie zu reproduzieren, oder mich beauftragen, ein paar Illustrationen für sie anzufertigen. Ich habe auch begonnen, meine Icons auf Society6 zu verkaufen, wo du sie auf verschiedenen Haushaltsgegenständen wie Bechern, Uhren und Tagesdecken finden kannst.

All das führte auch zu einem Kick für mein Selbstvertrauen. Die Vorteile eines solchen Projektes übertreffe die kleinen negativen Dinge, die auf dem Weg passieren können.

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Das Ende einer langen Reise

Wenn mir jemand vor einem Jahr erzählt hätte, dass ich jeden Tag eine andere Illustration anfertigen würde, hätte ich ihm vermutlich nicht geglaubt. Mir war nicht bewusst, wie viel Fortschritte ich in einer so kurzen Zeit machen kann.

Ein Kollege auf der Arbeit fragte mich: Was wirst du tun, wenn du das 365ste Icon fertiggestellt hast? Ehrlich? Ich weiß es nicht. Ich werde mir vielleicht ein anderes Ziel suchen, eine neue Herausforderung, die mich noch besser machen wird, in einem neuen Bereich des digitalen Designs.

Was ich mit Sicherheit sagen kann, ist, dass das Icon-a-Day-Projekt ein toller Erfolg war, und ich empfehle jedem, sein eigenes Projekt zu starten. Das Leben ist ein kontinuierlicher Lernprozess, und diese Art Ziele helfen uns, über unsere Grenzen zu gehen, was uns weiter bringt – im Beruf und als Individuum.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog der Agentur Five. Übersetzung: Anja Braun.

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2 Reaktionen
Jan
Jan

Hallo,
und warum ist er jetzt ein großartiger Designer? Weil er Ikons gestalten kann und das jeden Tag und ohne Aufgabenstellung?
Dann ist er maximal ein guter Illustrator.

Antworten
E.
E.

Es gibt sehr viele Designdispziplinen. Man könnte dies beispielsweise unter Mediendesign einordnen oder auch in eine eine Mischung aus Grafikdesign oder Kommunikationsdesign. Im Endeffekt stimmt der obere Artikel für alle Disziplinen: Nur Übung macht den Meister und x-a-day-Projekte sind hierfür richtig gut geeignet. Die Entwicklungen dabei zu beobachten sind oft überraschend und sehr motivierend. Ich finde die Illustrationen von Marko Stupic sind der Hammer und so eine Qualität jeden Tag zu liefern ist herausragend.

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