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Das 4-Stunden-Startup: Wie du nebenbei ein Unternehmen gründest

Das 4-Stunden-Startup: Wie du nebenbei ein Unternehmen gründest

Immer mehr Mitarbeiter gehen nach Feierabend ihren eigenen Geschäftsideen nach und gründen „nebenher“. Für eine solche Selbstständigkeit braucht es nicht unbedingt viel Kapital, sondern vor allem Mut und Leidenschaft. Felix Plötz hat nun das Buch "Das 4-Stunden-Startup: Wie Sie Ihre Träume verwirklichen, ohne zu kündigen" geschrieben, in dem er anhand von Beispielen und Tools aufzeigt, was es benötigt, um außergewöhnliche Ideen schnell und günstig zu testen und professionell umzusetzen.

Das 4-Stunden-Startup: Wie du nebenbei ein Unternehmen gründest

Das 4-Stunden-Startup erklärt wie man nebenher gründet. Foto: Felix Plötz

Können, nicht müssen

Mittlerweile habe ich gelernt, dass das, was meinem Kollegen und mir damals wie eine irre Idee vorkam – neben der Arbeit ein kleines Unternehmen zu gründen –, alles andere als irre ist. Ich habe seitdem viele Menschen getroffen, die genau dasselbe gemacht haben. Die wenigsten hatten einen Wirtschaftsabschluss, manche sogar nur einen Hauptschulabschluss. Und: Die wenigsten haben ihren Hauptjob gekündigt. Viele betreiben sehr erfolgreiche 4-Stunden-Startups als genau das, was sie von Anfang an waren – als Nebenprojekte. Sie genießen das Gefühl, weder vom einen noch vom anderen abhängig zu sein. Das 4-Stunden-Startup ist ihr zweites Standbein, das ihnen finanzielle und emotionale Freiheit gibt, gerade weil es nebenher läuft. Andere entscheiden sich bewusst dafür, den Hauptjob zu behalten, um nicht Gefahr zu laufen, dass ihr Leben nur noch durch die Selbständigkeit geprägt ist. Sie wollen nicht vom einen Hamsterrad ins nächste geraten.

Ein 4-Stunden-Startup ist nichts, mit dem du mit nur vier Stunden Arbeit pro Woche garantiert schnell reich wirst. Sicher: Für manche mag es so kommen, aber dieses Versprechen zu geben, finde ich höchst unseriös. Zum einen hängt sehr vieles von Glück und Zufall ab, zum anderen ist dein Projekt selbstbestimmt: Du alleine entscheidest, was du aus deinem Projekt machst, und auch wie viel Arbeit du in dein Nebenprojekt stecken möchtest: vielleicht jeden Tag vier Stunden, jede Woche vier Stunden oder auch vier Wochen mal gar nicht. All das ist möglich und wird jeden Tag von Tausenden so praktiziert.

Felix Plötz
Felix Plötz ist Autor, Unternehmer und Speaker. Foto: Sarah Rubensdörffer

Vieles ist Glück und Zufall

Auch ich wollte nicht vom einen Hamsterrad ins nächste springen. Wie schnell nur noch Arbeit das Leben bestimmt und es zu eindimensional macht, hatte ich selbst erlebt. Mein 4-Stunden-Startup sollte mein Leben bereichern und mir Platz für andere wichtige Dinge lassen. Manche waren privater Natur – nach meiner Kündigung flog ich meiner damaligen Freundin nach Asien hinterher –, andere beruflicher Art: Ich nahm mir bewusst Zeit für weitere 4-Stunden-Startups; viele, bei denen am Anfang gar nicht absehbar war, was aus ihnen einmal werden würde. Beispielsweise fing ich an, über meine Ideen an Hochschulen und Stiftungen zu sprechen – heute halte ich Vorträge vor großem Publikum bei Firmen oder Wirtschaftskonferenzen. Ich wollte ein Buch schreiben, das zeigt, dass es ganz normale Menschen sind, die ihr Leben außergewöhnlich machen können, traute mich aber nicht, den ersten Schritt zu machen. Durch Glück und Zufall traf ich meinen späteren Koautor – er war mein Zwischenmieter, während ich in Asien war –, und zusammen ging es fast wie von alleine. Wir entschlossen uns, wiederum die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und, anstatt Verlage anzubetteln, das Buch selbst herauszubringen.

Über Crowdfunding sammelten wir über 10.000 Euro, engagierten Profis für das Lektorat und den Druck und nutzten viele der Tools, die ich dir im vierten Kapitel vorstellen werde. Als wir anfingen, schworen wir uns eines: Wir würden nicht nur auf den einen Tag hinarbeiten, an dem das Buch herauskommt. Wir wollten den Weg mindestens genauso genießen, wie später das Ziel zu erreichen – »enjoy the process«, lautete unser Motto. Und wir genossen den Weg: Mit jedem Interview, das wir mit einem Nebenhermacher für unser Buch führten, lernten wir selbst dazu. Wir reisten in unserer Freizeit quer durch Deutschland, machten CouchSurfing und trafen in wenigen Monaten mehr faszinierende Leute als in den Jahren davor zusammengenommen. Wenn uns jemand fragte, wie wir das alles nebenher schafften, kannten wir nur eine ganz ehrliche Antwort: »Es macht uns Spaß! Du fragst doch auch einen Hobbyfußballer nicht, wie er es schafft, dreimal die Woche zum Training zu gehen und am Wochenende zu Spielen zu fahren.«

Das 4-Stunden-Startup ist im Econ Verlag erschienen. Foto: Felix Plötz
Das 4-Stunden-Startup ist im Econ Verlag erschienen. Foto: Felix Plötz

Wir machen es, weil wir können

Nichts anderes war unser 4-Stunden-Startup. Und obwohl es anders als das Spritspar-Training nicht dauerhaft angelegt war, entwickelte sich auch hieraus Ungeahntes: Aus zwei Self-Publishern wurden Verlagsgründer. Plötz & Betzholz ist ein Verlag, der sich auf YouTube-Stars spezialisiert hat. Es ist wieder ein 4-Stunden-Startup, aber ebenfalls mit dem Anspruch, genauso professionell wie die Großen zu sein. 2015 gewannen wir gegen hundertdreißig internationale Publishing-Startups die Wildcard der Frankfurter Buchmesse, auf die wir unser nächstes Buch gleich mitbrachten. Und es lief für uns sogar noch besser: Ein großer Verlag kam auf uns zu und bot uns eine Vertriebskooperation an. Wir konnten dabei nichts verlieren und nahmen dieses Angebot mit Freude an.

Wo das noch hinführt? Keine Ahnung, und es interessiert uns auch nicht besonders. Wir machen es, weil wir können – und nicht weil wir müssen. Und genauso solltest auch du dein Nebenprojekt sehen: Dein 4-Stunden-Startup soll dir mehr Freiheit geben und dein Leben bereichern. Es ist der Startpunkt einer Reise, die überall hinführen kann, und nicht das Ziel für die nächsten vierzig Jahre. Und: Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt – von der eigenen Kinderhilfsorganisation bis hin zum erfolgreichen mit Dutzenden Angestellten reichen die Möglichkeiten. Um zu beweisen, dass dies nicht nur eine Behauptung ist, wirst du im nächsten Kapitel eine ganze Reihe authentischer Gründer und deren Ideen kennenlernen. Eine Geschichte möchte ich dir jedoch gerne an dieser Stelle erzählen. Wenn du unser letztes Buch gelesen hast, kommt dir der Anfang möglicherweise bekannt vor, doch wie gesagt: Jede Geschichte ist eine Reise mit unbekanntem Ausgang. Und diese beginnt ziemlich dramatisch.

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6 Antworten
  1. von Nina am 16.03.2016 (15:21 Uhr)

    Ein toller Artikel der zeigt, das zwar zum Gründen immer noch einiger Mut gehört, man es aber auch erst einmal entspannt und quasi als hoble angehen kann. Weitere Tipps zum "Nebenjob Selbstständigkeit" gibt es übrigens hier: http://www.netzaktiv.de/nebenjob-selbststaendigkeit-erfolgreich-im-e-commerce-trotz-ganztagsjob/

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  2. von Peter am 16.03.2016 (21:14 Uhr)

    Ein vollkommen sinnentleerter Artikel. Blindtext wäre vermutlich informativer gewesen.

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  3. von Ich am 17.03.2016 (09:44 Uhr)

    Im letzten Abschnitt ist ein Fehler. Dort heisst es:
    "Wenn du unser letztes Buch gelesen hast, kommt dir der Anfang möglicherweise bekannt vor, "
    es müsste aber heissen
    "Wenn du das Original 'Die 4-Stunden-Woche' von Timothy Ferris gelesen hast, kommt dir unsere Version bestimmt bekannt vor".

    Liest sicht hier alles wie Werbung, schade :-(

    Und natürlich gab es schon immer Leute die nebenbei Bücher schreiben oder Vorträge halten, die meisten Volkshochschulen müssten dicht machen wenn es diese halb-ehrenamtlichen nicht geben würde. Nur muss man das nicht unbedingt "Startup" nennen, und erst recht nicht muss man ein Buch darüber schreiben....

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  4. von Sebos am 17.03.2016 (11:54 Uhr)

    Schöne neue Welt. Nur was willst du mit einem 4-Stunden-Startup reißen? Ich sehs kritisch. Viele feiern wöchentlich ihre 50-60 Std. im Startup ab und rennen trotzdem einem Berg an TO-DOs hinterher. Logo, manches kann man smarter lösen. Aber 4 Stunden? Für nebenbei ein Buch schreiben vielleicht ok, aber uch da brauchts viel Willen / Disziplin für Zusatzarbeit nach Feierabend. Ansonsten wird bei 4h wenig bei rumkommen? Gegenbeispiele?

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  5. von bppps am 19.03.2016 (02:38 Uhr)

    wird es das bald auch als hörbuch geben?

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  6. von E.I.University am 19.03.2016 (11:49 Uhr)

    Dieser Artikel hat absolut ins Schwarze getroffen. Das wichtige dabei ist die Perspektive, die du einnimmst: Mir beispielsweise ist es wichtig einfach Teil von dem zu sein, was ich mache und die Vision zu verfolgen - dabei fühlen sich alle Aktivitäten die damit zu tun haben nicht direkt als Arbeit an. Dabei muss man auch nichts reißen - der Punkt ist nebenher einen Ausgleich zu haben und das zu tun, wofür man brennt. Wer eine 50-60 Stunden Woche hat ist meiner Meinung nach selbst Schuld - in jedem Fall hat die Person eine Entscheidung getroffen und ist nicht das Opfer der Umstände. Auch the 4-hour-work-week ist zwei ein sehr cooles Buch, allerdings nicht direkt vergleichbar mit dem, was hier angesprochen wird. Das ist ein komplett anderer Lebensstil. Wie auch immer, ihr Jungs habts drauf, viel Glück bei den weiteren Projekten.

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