Crowdsourcing: 5 Kriterien für ein erfolgreiches Crowdsourcing-Projekt

Crowdsourcing: 5 Kriterien für ein erfolgreiches Crowdsourcing-Projekt
Crowdsourcing steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Dabei hat das Auslagern von Arbeits- und Kreativprozessen an eine Masse von Nutzern durchaus Vorteile gegenüber dem herkömmlichen Outsourcing. So erzielt eine Gruppe von Experten in der Regel bessere Ergebnisse. Trotzdem kann ein Crowdsourcing-Projekt auch Risiken bergen. Wahid Rahim, Chef der Crowdsourcing-Plattform RankSider, nennt die 5 wichtigsten Punkte für den Erfolg mit Crowdsourcing.

Crowdsourcing-Projekt: Arbeitskraft der Masse

Der Begriff Crowdsourcing wurde im Jahr 2006 von Jeff Howe, Autor beim Wired Magazine, geprägt und ist eine Wortneuschöpfung aus den Begriffen „Crowd“ und „Outsourcing“. Beim werden einzelne Aufgaben an eine Masse von Nutzern ausgelagert, die diese Aufgaben dann in einer Art Wettbewerb erledigt. Die Vorteile dieser Aufgabenverteilung an viele Experten: In der Regel werden bessere Ergebnisse erzielt und die Motivation ist meist höher. Zudem erlaubt das Internet den Zugriff auf eine weltweite Community, sodass selbst für sehr spezifische Aufgaben eine Reihe von Experten mit dem entsprechenden Know-how gefunden werden können.

crowdsourcing 82595
Erfolg vs. Risiken beim Crowdsourcing-Projekt. #FLICKR#

Dennoch sollte Crowdsourcing nicht als Allheilmittel angesehen werden, betont RankSider-CEO Rahim. Die Schwarmauslagerung birgt auch Risiken. In einigen Bereichen – wie bei der Software-Entwicklung – ist das traditionelle Outsourcing bei der Erledigung von Aufgaben und der Lösung von Problemen oft zielführender.

5 Kritieren für den Crowdsourcing-Erfolg

Klare Zieldefinition

Der Auftraggeber muss sich ganz genau im Klaren darüber sein, was er mit seinem Projekt erreichen will, welches Problem gelöst werden soll.

Richtige Crowd-Community auswählen

Das bestmögliche Ergebnis lässt sich nur erreichen, wenn – abhängig von den zuvor gesteckten Zielen – die richtige Community bzw. die richtige Plattform gewählt wird.

Respekt vor der Community

Die ausgewählte Community sollte als Partner betrachtet und auch so behandelt werden. Der Auftraggeber sollte der Community klar machen, wie wichtig der Input für ihn bzw. sein Unternehmen ist. Faire Rahmenbedingungen und eine Motivation der Community tun ihr Übriges.

Kampagnen verbreiten

Um eine Kampagne zu verbreiten, sollten die sozialen Kontakte ausgespielt werden. Das zieht nicht nur mehr Teilnehmer an, sondern zeigt auch, wie wichtig die Crowdsourcing-Kampagne vom Auftraggeber genommen wird.

Rechtslage klären

Der Auftraggeber sollte schon im Voraus klären, dass bei einer Kampagne die Rechte Dritter nicht verletzt werden und dass eventuelle Rechte am geistigen Eigentum übertragen werden.

Crowdsourcing: Aussagekräftige Projekt-Beschreibung

Darüber hinaus sind auch eine aussagekräftige Projektbeschreibung sowie ein ins Auge fallender Titel („Eye Catcher“) für eine erfolgreiche Crowdsourcing-Kampagne unerlässlich. Im besten Fall kann ein Unternehmen mit einer solchen Kampagne sogar nachhaltig seine Marke stärken – etwa durch den direkten Kontakt zur Zielgruppe bei der Wahl des Lieblingsprodukts. Zudem werden erfolgreiche Crowdsourcing-Kampagnen in Fachartikeln oder Interviews erwähnt.

Welches – bisher noch weitgehend unausgeschöpfte – Potenzial etwa im Mobile Crowdsourcing steckt, zeigt die „Map of Life“, ein Crowdsourcing-Projekt der Universität Yale. Hier soll die Schwarmintelligenz den Forschern dabei helfen, die Verbreitung von Pflanzen und Tieren in einer Art globalem Wiki aufzuzeichnen und dadurch neue Erkenntnisse über die Artenvielfalt und die Veränderungen von Flora und Fauna durch den Klimawandel zu erhalten.

Weiterführende Links zum Thema Crowdsourcing-Projekt:

Weitere Artikel zu Crowdsourcing

Empfehlen

bewerten
VN:F [1.9.22_1171]
Bewertung: 4.0/5 (6 Bewertungen)
Das interessiert dich bestimmt auch
99designs startet in Deutschland
99designs startet in Deutschland
Nachdem 99designs vor Kurzem seinen deutschen Mitbewerber 12designer übernommen hat, kommt der Grafikdesign-Marktplatz...
Google Map Maker: Mitmach-Landkarte startet in Deutschland
Google Map Maker: Mitmach-Landkarte startet in Deutschland
Am heutigen Dienstag ist der Kartografiedienst Google Map Maker auch in Deutschland gestartet.
AppFlow: Hübsche Alternative zu Apples App Store
AppFlow: Hübsche Alternative zu Apples App Store
Apples App Store macht optisch keine Freude und liefert kaum Neuentdeckungen.
4 Antworten
  1. von “Die Masse machts” – I… 08.06.2012 (15:20Uhr) 1.

    [...] Aus t3n “5 Kriterien für ein erfolgreiches Crowdsourcing-Projekt” [...]

  2. von Crowd-Coding 08.06.2012 (19:19Uhr) 2.

    Crowdsourcing ist wie Responsive Design: Es fehlen aber Tools dafür bzw. jeder redet drüber aber keiner tut es und wenn man z.b. bei E+, O2, Vodafone, D1, Alice usw. seine Vorschläge jedesmal neu machen muss, ist auch doof.

    Die Qualität kann massiv gut sein. Siehe Bericht wo im Piratenpad konstruktiv die Talkshows und deren Qualität und wie man sich dort verhalten sollte und ob man dort hingehen sollte, kommentiert wurde. Aber konstruktive Diskussionen muss man haben wollen.

    Und klassische Programmierung hat ja so gut geklappt und ist ja auch so preisgünstig: Ständige Lücken in Software, Elena, Gesundheitskarte, TollCollect, Inpol neu, Hercules, Galileo, Hartz4-Software, Windows Vista, Android-Updates,... sind alles echte Vorbilder für den deutschen Programmierer und Software-Kunden... .
    Da würde ich mir überlegen ob ich in abmahnfreien Ländern nicht eine cewle FOSS-Constructor-Site eröffne wo FOSS-Crowder (oder Länder mit günstigeren Lebenshaltungskosten und bezahlbares Gigabit-Internet bis in jede Straße) für wenig Geld Dinge zusammenstellen und z.b. Apps entwickeln die man dann an allen Teilen für sich abändern kann um aus der "App für Grünen-Fans" eine "App für FDP-Fans" oder "App für den Kirchenkreis" oder "App für den FC Pusemuckel und seine Fans und Mitglieder" zu bauen. So wie Lego oder Musterverträge aber halt Software. Konzepte gibts ja ansatzweise schon.


    Und Tiere melden gibts in der Artenfinder-App vom NABU oder so auch von Deutschland. Allerdings eher bürokratisch und nicht Medienspezifisch angepasst für ein Handy das man beim herumlaufen oder in der Freizeit dabei hat. Für den ersten Versuch wäre es ok. Aber die Weiterentwicklung ist so, das man doch keine Tiere meldet weil es bisher oft viel zu mühselig ist.

    Auch melde-Apps für Fotos wären nett um umgeknickte Bäume, Offene Gullideckel, tote Tiere am Straßenrand usw. einfach zu fotografieren und zu melden. Sowas wäre auch Crowd-Sourcing und Polizei und Feuerwehr wüssten bescheid und Lokalpresse und Lokalradio könnten die krassesten Schäden realtime veröffentlichen und Umleitungen melden. Oder Android-Handies melden im Zug oder Auto wo man ist und man sieht die Punktwolke auf der Landkarte und kann überlegen ob man den Zug noch bekommt oder wann und wo der Berufsverkehr sich aufhält oder ob mal wieder 3 Schneeflocken oder 5 nasse Blätter auf einer Weiche ganze Regionen eisenbahnfrei machen. Da gibt es endlos gute Ideen für abmahnfreie Länder wo Software und Volksnutzen auch gewürdigt wird.

    Openstreetmap ist auch crowded. Die Ideen bei atizo sind oft super. Vieles wird leider wohl nicht umgesetzt und ausser dem Kunden sieht die Ideen vielleicht kaum jemand was etwas schade ist.

  3. von McFit startet Crowdsourcing-Kampagne | M… 02.10.2012 (09:10Uhr) 3.

    [...] wollen uns aber noch weiter entwickeln. Deshalb startet heute unsere Crowdsourcing-Kampagne in Deutschland und Österreich. Bis zum 31. Oktober 2012 könnt ihr uns eure Ideen [...]

  4. von Internet Week Europe – Eindrücke eine… 02.12.2012 (14:23Uhr) 4.

    [...] oder abendliche Networking Drinks und Partys. Das „Festival“ bezeichnet sich selbst als Crowdsourcing Event, also ein Event dass zur aktiven Beteiligung der Massen [...]

Deine Meinung

Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Kennst Du schon unser t3n Magazin?

t3n 32 jetzt kostenfrei probelesen! Alle Inhalte des t3n Magazins Diesen Hinweis verbergen