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5 Pinterest-Mythen im Check: Nach dem Hype ist vor dem Geschäft

Am 09. August beendete das soziale Netzwerk seine Beta-Phase offiziell und ist seitdem für jedermann in deutscher Sprache und ohne Einladung verfügbar. Der Erfolg von überraschte viele und die Medienberichterstattung überschlug sich zeitweise mit Erfolgsmeldungen rund um diesen Bilder-Dienst. Erste Zweifel werden nun laut. Nimmt die Bedeutung ab? Folgt nun doch nicht der Mainstream in Massen? Was ist vom anfänglichen Boom geblieben? War's das? Nein. Wir haben die gängigsten Mythen entzaubert, um Händlern den Einstieg im Umgang mit digitalen Pinnwänden zu erleichtern. In den sozialen Netzwerken, aber auch darüber hinaus.

5 Pinterest-Mythen im Check: Nach dem Hype ist vor dem Geschäft

"Turn Buzz Into Gold" – Das Leitmotiv ist in der Informationsflut untergegangen

In der Berichterstattung um den Aufstieg von Pinterest standen in der Vergangenheit nur die Rekorde im Vordergrund. Zum Jahresbeginn 2012 dominierte die Plattform die SocialMedia-Sphäre über mehrere Monate. In der Flut an Meldungen um die exorbitanten Wachstumszahlen und in der Masse an Infografiken, verengte sich der Blickwinkel immer mehr auf diesen Bilderdienst oder dessen Klone.

Superlative wie "Game Changer" oder "Infrastrukturanbieter" machten die Runde, doch im Social Web wurden schließlich schon viele Dienste mit derlei Titeln geadelt, die diesen Vorschusslorbeeren letztlich nicht gerecht werden konnten. Wer hörte da noch hin? Nach dem Medien-Hype kommen nun die Zweifel.

Wir haben uns von Wunderkit, Draw Something, Pinterest und vielen anderen Startups vor den Karren spannen lassen und zu einem Hype beigetragen, der der Realität nicht Stand gehalten hat.

Kollege Jürgen Vielmeier von basicthinking zeigt seine Pinterest-Müdigkeit anlässlich der Einstellung des Produktivitätstools Wunderkit ganz offen. Der Vorbote eines allgemeinen Abgesangs? Vielleicht.

Händler sollten sich davon aber nicht beeindrucken lassen. Die Berichterstatter ziehen weiter, aber der Dienst war und ist immer noch eine wichtige Plattform und gleichermaßen ein zuverlässiger Indikator für ein sich wandelndes Nutzerverhalten im E-Commerce.

Zeit für eine Bestandsaufnahme. Welche Vorurteile gilt es zu widerlegen und was ist für die Zuknunft zu erwarten?

1. "Pinterest wurde doch so hochgejazzt, da kommt bald der große Knall!"

Pinterest, Soziale Netzwerke, die weltweit am schnellsten gewachsen sind
Pinterest, das soziale Netzwerk, das weltweit am schnellsten gewachsen ist

Pinterest ist laut Comscore das bisher am schnellsten gewachsene soziale Netzwerk und hat lediglich 9 Monate gebraucht, um in 2012 auf eine monatliche Nutzerzahl von 17 Millionen zu kommen. Auch wenn "Nutzung" an dieser Stelle nicht klarer definiert wurde (Aktivität und Verweildauer) ist dieser Erfolg herausragend: Trotz bequemer Anmeldemöglichkeit via Social Logins war der Dienst schließlich bis August nur per Invite zugänglich. Dieser war zwar direkt und einfach via Pinterest zu bekommen, dennoch handelte es sich um eine Zugangsbarriere, die sich sonst –vergleichbar zu Captchas– eher wachstumshemmend auswirkt.

2. "Was aber, wenn einfach Millionen Neugierige in einem relativ kurzen Zeitraum nur mal wie ein Schwarm vorbeigeschaut haben? Dann lässt sich doch gar keine Aussage über den Wert als potenzieller Traffic-Lieferant treffen."

Leading sources of global internet referral traffic in July 2012
Pinterest als Traffic-Lieferant, Juli 2012

Angesichts der weltweiten Verbreitung des Internets in 2012, einer bereits hohen Akzeptanz sozialer Netzwerke und einer entsprechenden Aufgeschlossenheit seitens der Nutzer, ist diese Frage berechtigt. Die Wachstumsgeschwindigkeit dieses jungen Netzwerks direkt mit der von Facebook zu vergleichen, hinkt tatsächlich etwas, da Facebook in 2004 unter ganz anderen Voraussetzungen gestartet ist: Weniger Web-Nutzer, die weniger Vorerfahrungen im Umgang mit sozialen Medien hatten und die weniger von den Netzwerkeffekten durch andere Plattformen oder einen vergleichbaren Umfang an Medienberichterstattung beeinflusst wurden. Insofern wäre ein solcher kurzfristiger "Heuschrecken-Netzwerkeffekt" in 2012 im Allgemeinen durchaus denkbar.

Die jüngsten Traffic-Berichte aus dem Juli 2012 zeigen jedoch, dass Pinterest rege genutzt wird. Das Netzwerk ist somit immer noch eine attraktive Umgebung für Händler, was die Relationen zu Schwergewichten wie Facebook und Yahoo oder zum (ewigen) Hoffnungsträger Twitter deutlich machen.

3. "Aber Bilder-Shopping? Das ist doch nur was für Frauen!"

Pinterest: Geschlechterverteilung in ausgewählten Ländern, Juni 2012

In der Berichterstattung machten viele Relationen zur Geschlechterverteilung die Runde: 60/40, 70/30, 80/20. In der öffentlichen Wahrnehmung dominiert seitdem die Damenwelt die virtuelle Pinnwand. Immer und überall?

Da die Demoskopen anfangs ebenfalls vom Aufstieg des Dienstes überrascht waren, gab es lange gar keine validen Umfrageergebnisse zur Geschlechterverteilung auf dieser Plattform: Diese Relationen basierten vielmehr ausschließlich auf Schätzwerten aus dem Google Ad-Planner für den US-amerikanischen Markt und wurden anschließend 1:1 auf andere Märkte übertragen: Ein Vorurteil, dass sich immer noch hält, denn laut Double Click stellt sich die Verteilung in anderen Regionen ganz anders dar: So waren im Juni 2012 in Deutschland demnach 84% der Besucher männlich.

Entweder hat also das weibliche Geschlecht den Dienst in Deutschland noch gar nicht für sich entdeckt, so dass der Service noch von männlichen Early Adoptern dominiert wird, oder aber die Herrenwelt ist der Nutzung des Dienstes weit aufgeschlossener als bislang vermutet wurde. Egal welcher Fall zutrifft: In beiden Szenarien liegen Potenziale für den Handel.

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Eine Antwort
  1. von testnutzer am 11.09.2012 (10:05Uhr)

    und so weiter und so fort

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