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Wieso 64 Bit für iOS 7 und iPhone 5s (k)ein Evolutionssprung sind [Pro/Kontra]

Eine der auffälligsten Neuerungen in ist die neue 64-Bit-Architektur, aber welche Vorteile bringt das dem Anwender? Womöglich keine? Wir haben die Pro- und Kontra-Stellungen zum Thema iOS 7 64 Bit für euch zusammengefasst.

Wieso 64 Bit für iOS 7 und iPhone 5s (k)ein Evolutionssprung sind [Pro/Kontra]
(Quelle: engadget.com)
Die Apple Keynote bot wenig richtig spektakuläres an harten, technischen Fakten, aber zumindest eine Neuerung stach hervor: Das Betriebssystem iOS 7 wird als 64-Bit-Betriebssystem erscheinen. Während die Einen das als großartige Neuigkeit feiern, vermelden die Anderen es würde sich um mehr „Schein als Sein“ handeln. Die 64-Bit-Struktur soll mehr eine Demonstration des Machbaren sein, wie eine tatsächliche Revolution des mobilen Betriebssystem-Sektors. Zum Positiven soll die Möglichkeit zählen einen größeren Arbeitsspeicher als vier GB zu addressieren und schnellere und komplexere Berechnungen von Integer-Werten, also ganzzahligen Werten durchzuführen. Das würde im Klartext bedeuten dass ein größerer Arbeitsspeicher verwendet werden könnte und rechenintensive Anwendungen mehr Speicher zur Verfügung hätten. Betrachtet man das aus einem negativen Blickwinkel zeigt sich dass im neuen iPhone kein Arbeitsspeicher zum Einsatz zu kommen scheint, der größer als vier GB ist – wozu also die 64 Bit einführen? Und führt man den Gedanken zu Ende, stellt sich in Frage ob auf einem Smartphone überhaupt Anwendungen ausgeführt werden, die derart rechenintensiv sind?

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64-Bit oder 32-Bit. Was hat es auf sich mit der iOS-7-Architektur? (Foto © foto_don - Fotolia.com)

Was bedeutet die iOS-7 64-Bit-Architektur für die Prozessor-Geschwindigkeit?

Einfach ausgedrückt, verarbeitet ein Prozessor während eines Taktes 64 Bit. Hat der vorherige Prozessor nur 32 Bit während eines Taktes verarbeitet, könnte man jetzt auf die Idee kommen, das wäre doppelt so schnell. In der Realität ist dies aber nur der Fall, wenn auch tatsächlich permanent 64 Bit während jedes Taktes zu verarbeiten wären.  Beispiel: Eine Autofabrik hat eine Zufahrtsstraße zum Verladebahnhof mit 8 Spuren, die Fahrt dauert 10 Minuten, und es sind 64 Fahrzeuge zu verladen. In 80 Minuten wären dann alle Fahrzeuge verladen, denn die Werksangestellten müssten insgesamt acht mal fahren um das zu bewerkstelligen. Käme jetzt der Werksleiter auf die Idee seine Zufahrtsstraße auf 64 Spuren auszubauen, wäre die selbe Menge in zehn Minuten durch eine Fahrt am Verlade-Bahnhof. Okay, diese Verbreiterung transportiert mehr, also wird die Fabrik schneller. Halt – Nicht die Fabrik! Nur der Transport. Sind zum Beispiel nur acht Fahrzeuge auszuliefern, spielt es keine Rolle ob acht Spuren oder 64 Spuren vorhanden sind: Die Fahrt dauert immer zehn Minuten. Und sind 65 Autos auszuliefern dauert die Fahrt wegen eines einzelnen Autos trotzdem 20 Minuten, auch wenn dann eben nur ein einzelnes Auto auf der Hyper-Autobahn herumgondelt. Durch dieses Beispiel müsste klar sein, dass 64 Bit nicht gleich 2x32 Bit sind und diese „Aufrüstung“ auch nicht gleichzusetzen ist mit einer „Verdoppelung der Prozessorgeschwindigkeit“.

Techno-Babbel

Man möge es mir nachsehen dass ich den Vorgang so untechnisch erkläre, aber das ganze Gerede von Bussen und Befehlssätzen erzeugt bei mir manchmal das Bild eines Militär-Bus-Bahnhofs im Hinterkopf, deshalb habe ich ein hoffentlich anschaulicheres Beispiel gewählt. Dennoch kurz das Unvermeidbare: Apples A7-Prozessor wird allgemein mit einer Arm-v8-Architektur verbunden, die über eine zweifache Menge an Integer- und Gleitkomma-Registern verfügt. 64-Bit-Architektur beinhaltet den Adress- und Datenbus, sowie Register- und Befehlssatz, die in der Regel ebenfalls auf 64 Bit ausgelegt werden. Die Länge muss aber nicht identisch sein, sondern kann tatsächlich auch differieren. Wer sich etwas fundierter damit auseinandersetzen möchte, kann den Post „Does 64-bit A7 provide any actual performance boost?“ von Suyash Srijan bei Medium.com konsultieren.

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iOS 7: Lieber anschauliche Beispiele zur 64-Bit-Architektur statt „Techno-Babbel“. (Foto: © pholidito - Fotolia.com)

Die Pro-Kontra-Gegenüberstellung: „Sind 64 Bit ein Evolutionssprung oder nicht?“

Mögliche Vorteile der iOS 7 64-Bit-Architektur

1. Alles läuft doppelt so schnell

Das könnte eigentlich schon mit der Einleitung widerlegt sein, die Anwendungen müssten dazu konstant und permanent eine Last von 64 Bit pro Takt „produzieren“. Das wird selten bis gar nicht der Fall sein und wenn Anwendungen nur eine Last von unter 32 Bit bringen, ist quasi nichts da, was beschleunigt werden könnte. Also: Kein pauschaler Geschwindigkeitsgewinn, sondern nur fallweise und selten zu erwarten. Verschlüsselungstechniken und biometrische Anwendungen könnten jedoch profitieren.

2. Rechenintensive Spiele und Grafik-Anwendungen werden beschleunigt

Das soll zumindest auf dem Gebiet des Grafikprozessors (GPU) eher unwahrscheinlich sein, denn der Standard für das Rendern mobiler 3D-Grafik namens OpenGL ES 3.0 soll nur 32bit unterstützen. Die Beschleunigung solcher Anwendungen müsste laienhaft ausgedrückt eher beim „Drumherum“ liegen. Genau wie bei anderen Anwendungen auch, also nicht unbedingt ein spezieller Vorteil bei 3D-Grafik-Anwendungen. Die Berechnung von physikalischen oder mathematischen Daten, die nicht in der GPU durchgeführt wird, könnte wiederum davon profitieren.

3. Es können mehr als vier Gigabyte Arbeitsspeicher genutzt werden

Ja, das soll wohl richtig sein. Allerdings kann das im Moment noch nicht wirklich viel bringen, denn allen Vermutungen nach verfügt das lediglich über ein Gigabyte Arbeitsspeicher. Die Spezifikationen werden ja von Apple traditionell nicht veröffentlicht, die Vermutung basieren im Moment daher auf der Annahme, dass Apple wie bisher die selbe Arbeitsspeicher-Größe beim „Update-iPhone-mit-dem-s“ die gleiche Speichergröße einsetzt wie beim jeweiligen „Major-Release“. Und diese Größe ist bekannt: ein Gigabyte. Im Endeffekt würde das also erstmal nichts bewirken.

Mögliche Nachteile der iOS 7 64-Bit-Architektur

1. Die 64-Bit-Architektur wird dazu führen dass die Geräte mehr Strom verbrauchen

Die von Apple genutzte Arm-64-Bit-Architektur ist ursprünglich für Server gedacht gewesen, also nicht unbedingt für die Umgebung eines im Stromverbrauch eher eingeschränkten mobilen Endgerätes gedacht. Man könnte also annehmen, dass mehr Strom verbraucht wird. Außerdem weist sowohl Apple im „64-Bit Transition Guide for Cocoa Touch“ für Developer, als auch der oben schon erwähnte Kollege Srijan von Medium.com darauf hin dass der Datenpuffer im flüchtigen Speicher wesentlich höher belastet wird und der Code aufgebläht wird, wenn 32bit-Apps einfach zur 64bit-Apps recompiliert werden, ohne den Code zu optimieren. Was für einige Publisher erstmal das Mittel der Wahl sein könnte - notgedrungen.

2. Der gleichzeitige Betrieb von 32-Bit und 64-Bit-Apps macht das iOS-Device langsamer

Es dürften Performance-Einbußen durch den gleichzeitigen Betrieb des 32-Bit- und des 64-Bit System-Frameworks zu erwarten sein, deshalb appelliert Apple an die Developer ihre Apps auf 64 Bit zu portieren, mit dem Argument dass selbst Apps die eben nicht so Performance-intensiv sind dadurch einen Geschwindigkeits-Vorteil erringen würden. Klar, solange noch eine App auf 32 Bit läuft muss das 32-Bit-Framework geladen werden, was Speicher, Energie und Performance kosten dürfte.

3. Reine Prahlerei: Das war komplett unnötig – 64-Bit Architektur hat auf einem Smartphone nichts zu suchen

64-Bit-Architektur hat auf dem Smartphone nichts zu suchen – ein Schluß den Kollege Srijan von Medium.com am Ende seines Artikels zieht und der auch schon an anderen Stellen zu hören war. Meist wird als Argument angeführt dass bisher keine Apps so rechenintensiv waren, dass es nötig gewesen wäre die Architektur wirklich umzustellen, kein Handy-Hersteller habe das bisher für nötig erachtet. Das mag richtig sein, aber die Zukunft wird Veränderungen mit sich bringen. Veränderungen, die eine solche Architektur benötigen könnten. Zwei solche Veränderung sollen laut Larry Dignan, dem Chefredakteur von ZDnet.com bereits da sein: Der Fingerabdrucksensor und Verschlüsselungstechniken für Unternehmen. Beides Features die Apple aktuell anbietet oder anbieten möchte. Der Fingerabdruck-Sensor lebt vom Komfort, der Geschwindigkeit mit der Identifizierungen berechnet werden und für komplexe Verschlüsselungstechniken ist ebenfalls mehr Rechenleistung nötig. So jedenfalls soll 64 Bit zum „Türöffner“ für neue Funktionen am Massenmarkt werden. Auch wenn es aktuell vielleicht nur selten sinnvoll einsetzbar ist.

TouchID, das biometrische Benutzererkennungs-System im neuen iPhone 5s könnte die neue iOS 7 64-Bit-Architektur benötigen.(Screenshot: Apple)
TouchID, das biometrische Benutzererkennungs-System im neuen iPhone 5s könnte die neue iOS 7 64-Bit-Architektur benötigen.(Screenshot: Apple)

Das Fazit: 64 Bit könnte ein Evolutionssprung werden – Die Evolution wird aber schleichen

Die Umstellung auf die neue 64-Bit-Architektur ist keine komplette „Schnapsidee“, sie scheint nötig zu sein um iOS für die Zukunft zu rüsten. Ob die Umstellung gerade jetzt nötig war, lässt sich schwer beurteilen. Viele Stimmen sprechen berechtigterweise davon, dass Apple lediglich aus Image-Gründen jetzt zu diesem Zeitpunkt die Entscheidung zur 64-Bit-Architektur fällte. Auch die kurze Vorlaufzeit würde dafür sprechen, dass gar nicht das gesamte Betriebssystem nativ für 64 Bit umgeschrieben wurde. Meiner Meinung nach spricht das eher dafür, dass die neue Architektur von langer Hand geplant wurde. Eventuell bestand einhergehend mit der Entwicklung des biometrischen Benutzererkennungs-System der Zwang die neue Architektur einzuführen - die Geschwindigkeitseinbußen hätten vielleicht das Benutzererlebnis beeinträchtigen können. Und das soll bei Apple ja im Vordergrund stehen. Ohne Nachteile ist die Umstellung sicher nicht: die breite Maße der Anwendungen braucht die gewonnene Leistung nicht und muß trotzdem portieren. In der Umstellungszeit werden Performance-Einbußen zu erwarten sein, weil viele Anwendungen nicht nativ für 64 Bit entwickelt wurden. Wie lange sich das hinziehen wird ist schwer vorherzusagen: Es bleibt abzuwarten, wie das umgebende Ökosystem auf die Umstellung reagiert. Dass durch die neue 64-Bit-Architektur ein erheblicher spürbarer Geschwindigkeitsvorteil für aktuelle Nutzer des iPhone 5s zu erwarten ist, halte ich aber mehr für Marketing, als für erlebte Realität.

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13 Antworten
  1. von marlan am 12.09.2013 (18:23 Uhr)

    Am sinnvollsten lässt sich die 64-bit Architektur sicher für das Marketing nutzen.
    Jetzt hat das Iphone wenigstens ein Alleinstellungsmerkmal (neben dem Fingerabdrucksensor).
    Selbst auf Desktop Rechnern merkt man quasi keinen Unterschied zwischen einem 64-Bit und einem 32-bit Betriebssystem.

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  2. von Benjamin am 13.09.2013 (01:11 Uhr)

    Vor ein paar Jahren bei der Einführung vo 64Bit Betriebssystem hatte man ja schon die Diskussion, ob man das braucht. Aber da hatten die Rechner meistens schon 4GB verbaut und es gab Software die 64Bit gebrauchen konnte. Für das iPhone ist das sicherlich nur Marketingstrategie.

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  3. von Oink am 13.09.2013 (07:23 Uhr)

    @Benjamin: Naja 64bit ist schon länger ein muss. Sobald man RAM intensive Anwendungen nutzt oder einfach mit mehreren Programmen gleichzeitig arbeitet ist RAM >4GB pflicht. Zumal ich persönlich jedem empfehle bei einem 64bit System mindestens 8GB RAM zu nutzen, alles darunter ist meiner Meinung nach quatsch.

    @marlan: Das Alleinstellungsmerkmal wird nicht lange halten, Samsung will nachziehen :D

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  4. von Pädagoge am 13.09.2013 (09:40 Uhr)

    Beim letzten Satz klappen sich ja die Fußnägel hoch. Besser wie du.

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  5. von Jochen G. Fuchs am 13.09.2013 (10:05 Uhr)

    @Pädagoge
    Leider kann ich Ihnen nicht folgen. Falls das ein versteckter Hinweis auf einen Rechtschreibfehler ist: Vielen Dank, korrigiert. ;)

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  6. von Jonas am 13.09.2013 (10:27 Uhr)

    @Jochen:
    Bei Vergleichen verwendet man als oder wie. Ist etwas gleich, dann benutzt man "wie".
    Ist etwas ungleich, dann benutzt man "als".

    Da hier aber definitiv etwas ungleich ist muss es als heißen.
    "halte ich aber mehr für Marketing, als für erlebte Realität."

    b2t:
    Es mag zwar sein, dass momentan 64-Bit auf Smartphones mehr überflüssig sind.

    Aber ohne, dass sich ein Hersteller wagt, so etwas auf den Markt zu schmeißen, wird auch kein App-Entwickler auf die Idee kommen, dieses auszunutzen.

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  7. von Jochen G. Fuchs am 13.09.2013 (10:41 Uhr)

    @Jonas
    Danke für den konkreten Hinweis, ich habe das „wie“ des Anstoßes gegen ein „als“ ausgetauscht. Da war ich beim Redigieren kurz vor Feierabend wohl nachlässig. ;)

    b2t:
    Da bin ich mit dir einer Meinung, siehe:
    „Meist wird als Argument angeführt dass bisher keine Apps so rechenintensiv waren, dass es nötig gewesen wäre die Architektur wirklich umzustellen, kein Handy-Hersteller habe das bisher für nötig erachtet. Das mag richtig sein, aber die Zukunft wird Veränderungen mit sich bringen. Veränderungen, die eine solche Architektur benötigen könnten. “

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  8. von Thorsten am 13.09.2013 (10:57 Uhr)

    Vielleicht will Apple mit diesem Schritt auch nur seine beiden Betriebssysteme OS X und iOS näher zusammen bringen.
    In der Vergangenheit wurde schon des öfteren darüber geschrieben, dass Apple Macbooks mit ARM testet.
    Bisher musste Apple sein Betriebssystem für 32 Bit und ARM Prozessor pflegen und auf der anderen Seite 64 Bit und Intel Prozessoren.
    Ich denke dieser Schritt dient dazu beide Plattformen Mittelfristig zu vereinigen. Sobal ARM genug Power hat, wird Apple Intel Prozessoren wohl aufgeben und nur noch ARM einsetzen.
    Den Einwand der kommen könnte ist, das Intel CPUs in der Geschwindigkeit nicht so schnell zu toppen sind. Man sollte aber bedenken das ARM eine RISC Architektur besitzt und Apple Prozeesordesign und Betriebssystem selbst anpassen kann. Somit wird es für die gleichen Ergebnisse viel weniger Power bei ARM brauchen.

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  9. von Jochen G. Fuchs am 13.09.2013 (11:13 Uhr)

    @Thorsten
    Du sprichst da einen Aspekt an, der mehr als wahrscheinlich ist. Die Annäherung von iOS und OS X ist ja beispielsweise optisch schon spürbar, einige Features wie die Nachrichtenzentrale und das Launchpad – da fällt einem bestimmt noch mehr ein – zeigen das ja auf.

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  10. von Kay am 13.09.2013 (17:19 Uhr)

    @marlan: Dann installiere mal Windows 32 bit auf einem Desktoprechner mit 16 GB Ram. Da merkst du dann aber schon einen Unterschied!

    Ansonsten halte ich 64 bit bei Smartphones übertrieben. Natürlich ist das die logische Konsequenz, wenn man irgendwan mal mehr als 4 GB Speicher verbauen will.

    Ich finde die Smartpkone Hersteller sollten eher in Richtung Akku forschen, anstatt immer schnellere Handys zu produzieren.

    Würde man die Kunden fragen, was ihnen am Telefon nervt, anwortet warscheinlich niemand: "Es ist so langsam" sondern "Ich muss es jeden Tag laden".

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  11. von 64bit für alle am 15.09.2013 (02:15 Uhr)

    Bald dockt man aber die SmartPhones als RechnerInDaPocket "Personal Computer in da Pocket" an die Videobrille oder Monitor an und arbeitet darauf.
    Heute sind es 1 GB und jedes Jahr etwas mehr bzw. nach Moore alle 18 Monate. Wieso vergessen alle Moore ? Wenn man den Preis vom Iphone gleich halten will, muss man gleich teure Technik einbauen. Also muss man in 18 Monate doppelt so viel RAM verbauen. Das ist Moores Law. Ebenso wie schnell die Quad-HD-Kameras so viel kosten wie die ("als die", SCNR) FullHD-Kameras mit und ohne 3D: 2*18 Monate und noch mal 18 Monate für 3D. Das ist Moores Law. Ebenso die Quad-HD-BluRay-(3D)-Player-Preise: Alle unterliegen Moores Law.

    So gesehen ist das fortschrittlich gedacht und sehr ok.
    Mein Argument lautet: Wenn Dein Kofferaum und Kühlschrank doppelt so groß sind und Du keine SixPacks und Einzel-Pizza sondern Twelve-Packs und Familien-Pizza kaufen musst, dann vergammelt das Essen im Kühlschrank nur doppelt so schnell oder doppelt so viel.

    Aber 64-Bit gabs bei PCs doch schon lange. Weiss da keiner oder hat da jeder vergessen was besser/schlechter war ? Na also.

    Und manche Argumente liegen nur an der vorhandenen Software-Ausstattung. Sie OpenGL-Argument mit dem "drumherum". Genau! Denn APIs sind oft Boxen in Layers und wenn das drumherum auf die CPU/... optimiert wurde, flutscht alles besser auch wenn ein Block leider "nur" 32-Bit ist. Bei ARM gibts übrigens auch "Thumbs-Code" der nur 12-Bit ist (was auch immer). Wenn man das auf 32-Bit runtermodifiziert so das man 32-Bit-Code auf dem 64-bit-ARM clever laufen lassen kann weil die Recheneinheiten 2*32-Bit trennbar sind, dann würden (vom Compiler oder Loader) modifizierte Anwendungen gut flutschen ohne das man die unmotivierten ($1000 Monatslohn ist häufig für viele Apps-Programmierer wie sich diesen Monat heraussstellte) Programmierer ihre Apps neu in den Compiler tun müssten.
    Davon abgesehen vergesst ihr nicht auch, das Apple LLVM benutzt also der Code auf CPUs angepasst werden kann ?

    Bei ia64 oder so (Itanium?) wurden 3 Befehle explizit parallel ("epic") in 64 Bit codiert. Wenn die Arm7-64-Bit-Apple-CPU also 2*32-Bit separat ausführen kann, könnte man vorhandene 32-Bit-Apps repacken indem man immer 2 Befehle zu einem 64-Bit-Befehl zusammenschustert die von der CPU in separaten 2*32-Bit-Einheiten ausführbar sind. Apple hätte das Know-How und der alte Krams würde schnell laufen.

    Davon abgesehen gibts viele Libraries und drumherum was man stückweise auf 64-Bit umstellen kann so das langsam alles 32-Bit-mäßige "trockengelegt" werden kann. Spätestens wenn die Apps-Entwickler für 7.0 oder iOS7.1 die Apps anpassen und neu in den Appstore hochladen sind die Apps ja 64 Bit. Aufwand betreiben muss man folglich nicht und alte 32-Bit-Apps fallen im Store dann langsam zurück und geraten in Vergessenheit.

    Wenn ich z.b. die eine Hälfte addieren und die andere Hälfte subtrahieren kann und nur einen Takt brauche, habe ich die klassische Zeit-Kompression aus der Turing-Vorlesung (Band-Kompression ist wie von 32 auf 64-Bit oder i386 auf Itanium 3*Befehle) weil man 2 Befehle auf einen Schlag erledigt. Dann kann die CPU schneller schlafen weil man nur noch halb so viele Takte braucht. Viel hilft das nicht weil man ja Quad-HD-Grafik berechnen muss aber na gut.

    1 GB RAM jetzt
    2 GB RAM in 18 Monaten (Frühjahr 2015).
    4 GB RAM in 2*18 Monaten (Herbst 2016).
    Laut Moores Law bei gleichem Preis ! Ihr seht ja wie schnell die 10"-Pads bezahlbar wurden und jetzt bei 150-199 Euro liegen.

    Full-HD-Kamera jetzt
    2*FullHD-Kamera in 18 Monaten (Frühjahr 2015). 2*FullHD=3D
    4*FullHD=Quad-HD Kamera in 2*18 Monaten (Herbst 2016).
    Laut Moores Law bei gleichem Preis ! also aktuell 100-150 Euro für FullHD.

    Wenn FullHD DVB-S2 h.264-Receiver bei 50 Euro liegen (inclusive PVR), dann liegen Quad-HD h.264-Receiver bei 200 Euro weil sie die vierfache Rechenleistung brauchen. Aber sie müssen auch h.265 (Nachfolger von h.264) können aber lange nicht alles der Kosten geht für den Chip drauf so das man mit 250-300 Euro Anfangs rechnen muss. Nach 18 Monaten bei der Hälfte und nach 2*18 Monaten ein viertel des Preises also auch bezahlbar.

    Apple hat schon früh USB (USB-1) unterstützt oder Gigabit-Ethernet verbaut usw. So gesehen ist das eine gute und adäquate Idee. Schön wäre, wenn die Flash-Speicher nicht zumüllen und die Apps unnötig größer würden bzw. man auf seinem 32-Bit-Iphone nur die 32-Bit-Teile der App liegen hat welche man selber braucht und der begrenzte Flash-Speicher nicht zumüllt. Ich glaube sowas mögen Smartphone-Besitzer überhaupt gar nicht wenn sie unter "Druck" gesetzt werden, ständig mit Speicher acht zu geben und z.b. ständig Photos oder teure Kauf-iTunes-Videos löschen müssen weil die Apps so fett daherkommen.

    Interessant wären 19"-Xserves oder sowas mit iOS als Cluster/Cloud-PCs wo dann iOS-Anwendungen bzw. Server-Anwendungen drauf laufen und viel Speicher nutzen können weil die iWatch nur die Daten in die eyeTV(iTV)-Brille mit Quad-HD-Auflösung streamed und die CPU-Power auf dem Server stattfindet. Diese Spiele-Virtualisierer zeigen ja, das es geht.
    D.h. 64 Bit sind vielleicht nicht so relevant für den End-User sondern vielleicht für Server-Anwendungen gedacht und da will man nicht 2 Sorten Programmierung wie bei Win2k/NT vs. Win98/95 sondern lieber einheitlich iOS7.

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  12. von Marcel am 17.09.2013 (11:09 Uhr)

    Wenn man vor einer Kaufentscheidung steht: sollte man zum iPhone 5 oder gleich zum iPhone 5s greifen?

    Der Preisunterschied von knapp 100-200€ scheint mir gerade so noch gerechtfertigt zu sein für ein Gerät, dass gegenüber dem Vorgänger nur wenig Neues bietet.

    Ich selbst habe erst mit dem Entwickeln von Apps begonnen und will diese in der realen Umgebung testen. Ist also der Sprung auf die 64-Bit Architektur sinnvoll und sind meine Anwendungen somit bereits für die Zukunft gewappnet? Leider kenne ich mich mit der Materie noch nicht intensiv aus, obwohl der Beitrag vieles klar gemacht hat.

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  13. von rowild am 24.11.2013 (13:52 Uhr)

    Gibt es da jemanden, der für Rechtschreibung zuständig ist? Halte ich für etwas problematisch, wenn sich ein Online-Magazin dahingehend so schlapp gibt... Bitte, liebe T3N-Redaktion: "muß" und "dass" in einem Artikel geht nicht, Beistrichsetzung will auch geregelt sein, "64 Bit", "64Bit" und "64-Bit" - was den nun? Was ist "die breite Maße der Anwendungen"?

    Sorry fürs Rumnörgeln, aber nachdem es schlimmer und schlimmer wird, möchte ich doch mal drauf hinweisen, dass Rechtschreibung auch etwas mit Lesegenuss zu tun hat. Ich bitte darum, diesem Thema mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Danke!

    Mit freundlichen Grüßen
    Robert Wildling

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