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Erst Aldi, jetzt dm: So erobern deutsche Händler den Markt in China

    Erst Aldi, jetzt dm: So erobern deutsche Händler den Markt in China

Mehr als der sprichwörtliche Sack Reis: Für deutsche Retailer wird der chinesische Markt zunehmend wichtig. Deswegen launcht die Drogeriekette dm diese Woche ihre chinesische Wbsite (Screenshot: dm)

Rossmann ist schon da, Aldi kommt gerade – und dm hat diese Woche offiziell seinen chinesischen Webshop eröffnet.  Warum ist der China-Markt für viele E-Commerce-Händler gerade so interessant?

Es herrscht so etwas wie Goldgräberstimmung, wenn man Onlinehändler auf das China-Thema anspricht: Branchenriese Aldi vermeldete Anfang März, man wolle schon in wenigen Wochen einige beliebte Produkte über die große chinesische Plattform Tmall Global anbieten. Es ist immerhin das erste Mal, dass Aldi einen Markt ausschließlich aus der Online-Perspektive angeht. „Wir sind davon überzeugt, dass auch chinesische Kunden ein großes Interesse an der Qualität und den günstigen Preisen haben, die wir ihnen bieten können“, erklärte der für China zuständige Manager Christoph Schwaiger. Nun hat Aldi einige Standortvorteile, weil der Discounter bereits über eine funktionierende Logistik in Australien verfügt und viele Lieferanten von dort auch für den chinesischen Markt Waren bereitstellen können.

Drogerie im Netz: dm aus dem Stand auf Platz 1 in China

Anders sieht das beim Drogeriehändler dm aus, der nach einigen Monaten Vorbereitung mit Softlaunch seinen E-Commerce-Shop diese Woche offiziell eröffnet hat. Es handelt sich hierbei ebenfalls um einen Shop beim chinesischen Cross-Border-Marktplatz Tmall Global, der zur Alibaba-Gruppe gehört. Angeboten werden hier Produkte der Eigenmarken wie Balea, Das gesunde Plus oder Dontodent.

Dass gerade dm ein solches Abenteuer wagt, ist verwunderlich, galt die Karlsruher Drogeriekette um den eher humanistisch und nachhaltig eingestellten Götz Werner doch in der Vergangenheit als im besten Sinne bodenständig und so gar nicht auf Globalisierung ausgerichtet. Nach den Worten von Christoph Werner, Marketing-Geschäftsführer bei dm, ist es das erste Mal, dass die Drogeriekette Waren außerhalb Europas vertreibt. Lange hatte man nicht einmal hierzulande einen Webshop und riskierte eher, dass findige Marketplace-Händler die eigenen Waren über Amazon und Ebay vertrieben – und das oft zu höheren Preisen als in den eigenen Läden.

Händler wollen China-Geschäft nicht anderen überlassen

Doch gerade, dass man das Geschäft mit den eigenen Drogerieartikeln in der eigenen Hand behalten will, hat auch etwas mit dem chinesischen Markt zu tun. Denn in der Vergangenheit hatten findige Landsleute vor allem deutsche Babyprodukte wie Milchpulver nach China exportiert. Seit in China 2008 verunreinigtes und minderwertiges Milchpulver in Umlauf kam, vertrauten viele Chinesen nämlich nicht mehr auf die einheimischen Produkte und ließen sich von in Europa lebenden Landsleuten die Produkte von europäischen Marken zusenden. Und so verwundert es nicht, dass dm einer der wenigen offiziellen Vertriebspartner für Aptamil in China ist.

Bei der Abwicklung hat es dm übrigens weniger leicht als Aldi: Sämtliche Bestellungen werden hier in Deutschland abgewickelt und über die Logistiktochter Cainiao zugestellt. Das soll immerhin binnen sieben Tagen möglich sein. Realisiert wurde der Shop durch Web2Asia, eine E-Commerce-Agentur aus Shanghai, die der Österreicher Georg Godula betreibt. Das Unternehmen ist stolz darauf, dass dm es bereits in der Softlaunch-Phase in den letzten Monaten geschafft hat, zum umsatzstärksten deutschen Drogeriemarkt auf Tmall Global zu werden.

Dass man das so betont, hat seinen Grund: Denn mit einigem Vorsprung hat bereits der norddeutsche Konkurrent Rossmann den Sprung ins Reich der Mitte gewagt. Auch Markenartikler wie Henkel und Beiersdorf sind bereits mit Shops dort vertreten, in den meisten Fällen über Portale der Alibaba-Gruppe.

In China gelten deutsche Produkte als hochwertig

Alibaba selbst zeigt sich optimistisch, was das Potenzial für deutsche Händler angeht: „Chinesische Verbraucher schätzen Waren, die aus Deutschland kommen – von Kochtöpfen und Küchenutensilien bis hin zu Lebensmitteln und Drogerieartikeln“, erklärte Alibabas Business Development Manager für Deutschland Karl Wehner am Dienstag anlässlich der Internet World in München. „,Made in Germany‘ gilt bei den Kunden in China als ein kaufentscheidendes Qualitätssiegel“, urteilte Wehner im t3n-Interview.

 

Georg Godula

Herzlichen Dank für den Bericht und schöne Grüsse aus Shanghai!

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