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Abmahnbeantworter: CCC bietet automatisierte Rechtshilfe für Abmahnopfer

(Foto: Shutterstock)

Der Chaos Computer Club hat gemeinsam mit dem Förderverein freie Netze den Abmahnbeantworter vorgestellt. Doch das Angebot stößt auch auf Kritik.

CCC und Freifunker stellen Abmahnbeantworter vor

Wegen vermeintlicher Urheberrechtsverletzungen Abmahnungen zu verschicken, hat sich zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell für einige Anwaltskanzleien in Deutschland entwickelt. Zumal viele der Abgemahnten aus Angst vor einem möglichen Rechtsstreit und den damit verbundenen zusätzlichen Kosten auch dann bezahlen, wenn sie sich keiner Schuld bewusst sind. Genau diesem System will der Chaos Computer Club (CCC) und der Förderverein freie Netze (Freifunk) jetzt mit einer Website namens Abmahnbeantworter den Kampf ansagen.

Wer eine Abmahnung erhalten hat, sich aber sicher ist, die vorgeworfene Urheberrechtsverletzung nicht begangen zu haben, kann das Tool nutzen. Dazu müssen die Betroffenen lediglich einige Details zur Abmahnung, zur abmahnenden Kanzlei und zur eigenen Person angeben. Anschließend generiert die Website euch einen rechtssicheren Antwortbrief, den ihr dann an die abmahnende Partei senden könnt bzw. sollt. Durch den Brief soll der Abmahner unter Zugzwang gesetzt werden, und die Abmahnung im Idealfall zurückziehen.

Abmahnung: Mit dem Abmahnbeantworter sollen sich Betroffene zur Wehr setzen können. (Screenshot: abmahnbeantworter.ccc.de)
Abmahnung: Mit dem Abmahnbeantworter sollen sich Betroffene zur Wehr setzen können. (Screenshot: abmahnbeantworter.ccc.de)
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Abmahnung: Hilft der Abmahnbeantworter wirklich?

Während der CCC in einer Pressemitteilung davon spricht, dass der Abmahnbeantworter ein ernsthaftes Risiko für die Abmahnindustrie darstellen würde, sieht das der Anwalt Markus Kompa anders. Der auf Medien- und Urheberrecht spezialisierte Jurist schreibt in einem Blogbeitrag über den Abmahnbeantworter: „Gut gemeint ist aber leider nicht gut gemacht.“ Aus taktischer Sicht erscheint es Kompa unklug, sich ohne Not gegen eine ungerechtfertigte Abmahnung zu wehren. So würden die Betroffenen den Abmahnern möglicherweise wertvolle Informationen liefern.

Der CCC wiederum hofft durch den Abmahnbeantworter nicht nur den Betroffenen zu helfen, sondern legt im Rahmen der Vorstellung des Abmahnbeantworters auch einen Forderungskatalog an das Justizministerium vor. Darin verlangt der Hacker-Club, dass jedes generische Abmahnschreiben auch ein Vordruck zur Verteidigung gegen ungerechtfertigte Forderungen enthalten müsse. Außerdem müsse im Bereich der Abmahnungen aufgrund vermeintlicher Urheberrechtsverletzungen endlich Kostentransparenz hergestellt werden. Des Weiteren fordert der Verein, dass etwaige Beweise für Normalbürger verständlich aufgeführt werden sollten.

Ebenfalls interessant in diesem Kontext: „Willkommen in Neuland: Deutsche Abmahn-Anwälte sollen Flüchtlinge ins Visier nehmen“.

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4 Reaktionen
Ingo Fuß
Ingo Fuß

Chaos Computer Club testet Medienkompetenz mit Hoax-Website:

http://www.heise.de/tp/news/Chaos-Computer-Club-testet-Medienkompetenz-mit-Hoax-Website-3305389.html

Die Seite des CCC ist wohl nur ein Hoax!

Maximilian Greger

Ich denke, auch, dass man derzeit nur davon abraten kann, sich auf diese – sicher gut gemeinte – Eingabemaske des CCC zu verlassen. Ich kenne kein Gericht, das »war im Urlaub / war Absesend / war in der Arbeit / etc.« als ziehenden Grund akzeptiert, der die gesetzliche Vermutung zulasten des Anschlussinhabers als Täter ausräumen würde. Auch die Gründe gegen die Störerhaftung ziehen m. E. nicht. Störer ist vor allem derjenige nicht, wer sein WLAN ausreichend sichert und wer etwaige Mitbenutzer instruiert (und falls notwendig: überwacht) hat.

Wer sich auf diese Maske verlässt, wird im Zweifel auf Schadensersatz verklagt und hat am Ende viel Ärger und hohe Kosten zu tragen. Dass der CCC die Maske als "politisches Statement" und nicht als Anwaltsersatz betrachtet, ist etwas blauäugig, da sicherlich eine Vielzahl Abgemahnter darauf zurückgreifen werden.

Wer glaubte nicht an Abmahnismus
Wer glaubte nicht an Abmahnismus

Ergänzung zum Vor-Kommentar: Ich schreibe ja schon immer, das man an Daten das Datum dranschreiben sollte. Die Kanzlei-Liste ist gemeint. Interessiert natürlich keinen, zu erkennen wie frisch Informationen sind...

Vor 10 Jahren wurde man gemobbed, wenn man die vielen Abmahnungen beschrieben hat. Inzwischen wurde aufgedeckt, das es sich wohl um eine sehr große Industrie handelt:

google: site:www.heise.de abmahn-industrie

Um in 10 Jahren daran erinnern zu können beschreibe ich es jetzt: wenn man also unterschrieben hat, zahlt man vermutlich x,000 Euro PRO FALL (also pro Tag und pro mp3 oder so) an Vertrags-Strafe. Wenn also die Kinder in 10-15 Jahren MP3 oder Videos runterziehen ist vermutlich schwupp das Eigenheim, Auto und aller Privatbesitz weg.
Ich beschreibe das nur mal heute und hier, um in 10 Jahren daran erinnern zu können. Denn solche Thematiken interessieren die Presse ja oft nicht besonders...
An gefährliche USB-Geräte oder (ich glaube von der NSA umgeleitete) gefälschte Name-Server-Einträge (oder nur einspurige Signatur-Ketten) glaubte hier ja auch nur ich. Und wie so meist, wurde ich Jahre später bestätigt und dank Presse-Nicht-Warnens viele Leute wohl leider geschädigt:
http://t3n.de/news/it-sicherheitswarnung-e-zigarette-711369/
http://www.golem.de/news/grossbritannien-o2-verschickt-malware-als-werbegeschenk-1608-122591.html
Axiom der Sicherheit: Die Seuche lauert überall. Aber leider wird man dafür nicht bezahlt sondern meist nur gemobbed und aus dem Beruf gedrängt damit das Software-Establishment weiter immer teurere und immer unbeliebtere Software produzieren kann. Oder wer hier ist mit seinem Online-Banking zufrieden, welches meist wohl für Zillionen programmiert wurde ?

Woher soll man wissen ob der Ladeanschluss im Hotel, Cafe, Restaurant, Eisenbahn oder Flugzeug nicht verseucht ist ? Das hat natürlich keinen ausser mir interessiert. Und da wundert man sich, wenn bald die Rezession kommt, alle Lichtschalter alle zwei Jahre neu gekauft werden müssen weil die Hardware perfekt funktioniert, aber man kein Update bekommt, und natürlich Chinesen und Hedgefonds bald alles hier aufkaufen...

Davon abgesehen wünsche ich viel Glück. Das hätte es schon vor 10 Jahren oder sogar schon 2000 unter rot-grün geben müssen.
Hoffentlich müssen sie es nicht abschalten. Man sollte zur Sicherheit immer einen Backup-Fallback (Redirect-URLs, short-URLs, come.to, beam.to...-Urls,...) in einem freien Land stehen haben. Das gilt auch für Partei-Webserver.
Aber daran wollte natürlich auch keiner glauben. Bis es dann passierte... Und zwar in mehreren Ländern bei verschiedenen Parteien...

Dirk Buchhalla

Die Idee Abmahnbeantworters ist eigentlich nicht schlecht, jedoch ist im Moment noch ein nicht unerheblicher Fehler vorhanden.
Die Kanzlei Sasse und Partner gibt es so nicht mehr. Aus denen gehen zwei neue Kanzleien hervor:

die Kanzlei Sasse, Bachelin und Lichtenhahn Rechtsanwälte (Berlin und München)
sowie
die Kanzlei Gutsch & Schlegel Rechtsanwälte (Hamburg)Gutsch & Schlegel

Zumal fehlen für das Anschreiben noch wichtige Kanzleien wie Yussof Sarwari, CSR, Nimrod und .rka.
Ich denke das wird aber sicherlich noch geändert.

https://ggr-law.com/filesharing/sasse-und-partner/

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