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Willkommen in Neuland: Deutsche Abmahn-Anwälte sollen Flüchtlinge ins Visier nehmen

Willkommen in Neuland: Deutsche Abmahn-Anwälte sollen Flüchtlinge ins Visier nehmen

Einem Bericht zufolge sollen Flüchtlinge immer häufiger ins Visier deutscher Massenabmahner geraten. Das kann zu hohen Geldstrafen für die Betroffenen führen.

Willkommen in Neuland: Deutsche Abmahn-Anwälte sollen Flüchtlinge ins Visier nehmen

Abmahnungen. (Grafik: Shutterstock)

Urheberrecht: Abmahn-Anwälte sollen Flüchtlinge aufs Korn nehmen

Unter Bundesbürgern dürfte es sich mittlerweile herumgesprochen haben, dass das Herunterladen von Filmen und anderen Medieninhalten über das BitTorrent-Protokoll nicht selten zu einer teuren Abmahnung führt. Unter Menschen aus dem vom Krieg zerrissenen Syrien ist das allerdings weniger bekannt. Deutsche Abmahn-Anwälte sollen sich jetzt den Umstand zunutze zu machen, dass Unwissenheit nicht vor Strafe schützt. Wie das Computer-Magazin c’t berichtet, erhalten immer mehr Flüchtlinge Abmahnungen in Höhe mehrerer hundert Euro.

Abmahnungen: Torrents kennen viele Flüchtlinge, das deutsche Urheberrecht allerdings nicht. (Foto: Shutterstock)
Abmahnungen: Torrents kennen viele Flüchtlinge, das deutsche Urheberrecht allerdings nicht. (Foto: Shutterstock)

In Syrien, so die c’t, werden solcherlei Urheberrechtsverletzungen weder verfolgt noch geahndet. Die Betroffenen wissen also in der Regel gar nicht, dass sie etwas Illegales tun. Immerhin soll eine ehrenamtlich arbeitende Juristin in einem Fall dafür gesorgt haben, dass die Strafe für eine alleinerziehende, mittellose Geflüchtete von 915 Euro auf 315 Euro reduziert wurde. Die Summe soll sie jetzt in monatlichen Raten von zehn Euro begleichen. Für jemanden ohne jegliches Vermögen ist das aber immer noch viel Geld.

Flüchtlinge vor Abmahnungen schützen: c’t erklärt deutsches Urheberrecht auf Englisch und Arabisch

Die Kollegen der c’t haben nicht nur auf die Abmahnungen aufmerksam gemacht, sondern wollen auch aktiv dazu beitragen, dass nicht noch mehr Flüchtlinge in die Abmahnfalle tappen. Dazu hat das Magazin ihren Artikel zu dem Thema inklusive einer knappen Erklärung der hiesigen Gesetzeslage auch auf Englisch und Arabisch veröffentlicht.

Ebenfalls interessant in diesem Zusammenhang ist unser Artikel „‚In seiner Heimat war er Entwickler‘ – Wie ReDI hilft, Flüchtlinge zu integrieren“.

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4 Antworten
  1. von Marius am 04.03.2016 (13:48 Uhr)

    Kinder hatten wir auch schon bzw. dank Störerhaftung ihre Eltern. Abmahnanwälte halt. Kann man tiefer sinken?

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  2. von Christian am 04.03.2016 (14:09 Uhr)

    Diese Berufsgruppe scheint völlig frei von Selbstekel zu sein. Das finde ich das erstaunlichste an Abmahnanwälten - frei flottierende Bösartigkeit, die sich keiner moralischen Selbstprüfung unterzieht.

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  3. von Raphael am 04.03.2016 (17:52 Uhr)

    Mit bisschen Kopf weiß man doch, dass das niemals kostenlos sein kann, überall. Kostet doch alles Geld, sowas zu machen und seit wann zieht die Nummer "Unwissenheit schützt vor Strafe"?

    Selbst schuld meiner Meinung nach.

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    • von Benjamin am 05.03.2016 (03:00 Uhr)

      Na klar - kein Geld, von Familie getrennt, Leben riskiert, traumatisiert... aber "selbst schuld".

      Zum Glück stirbt diese Mentalität Stück für Stück aus.

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