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E-Commerce-Wunderkind: Warum About You so rasant wächst

(Foto: Jochen G. Fuchs/t3n)

About You soll seine Umsätze verdreifacht haben und peilt jetzt dreistellige Millionen-Umsätze an. Die Jahresergebnisse, Umsatz- und Profitabilitätseinschätzungen sowie neue Features und einige Schlaglöcher auf dem Weg des Startups in der Übersicht. 

Das E-Commerce-Wunderkind About You hat heute vormittag seine Jahresergebnisse und die Pläne für die zukünftige Ausrichtung seines Marktplatzes bekanntgegeben. Auch wenn das Unternehmen weiterhin zurückhaltend mit Zahlen umgeht, ist das Wachstum von About You deutlich zu erkennen und einiges spricht dafür, dass hier am Horizont eine Erfolgsgeschichte heranzieht: Verdreifachung des Umsatzes, Verdoppelung der Kundenbasis und ein Firmenwert von 320 Millionen Euro.

(Screenshot: About You)
(Screenshot: About You)

Fashion-Onlinemarktplatz About You wächst rasant

About You, ein Unternehmen des Otto-E-Commerce-Labors Collins, welches wir einst als „Blaupause für Ottos Zukunft“ beschrieben haben, hat im Vergleich zum Vorjahr seine Kundenbasis von 500.000 aktiven Kunden auf über eine Million verdoppelt und seinen Umsatz aus dem unteren zweistelligen Millionenbereich in den oberen zweistelligen Bereich verdreifacht.

Im letzten Jahr haben wir den Umsatz von About You anhand von gängigen Warenkorbhöhen der Fashionbranche auf 30 Millionen Euro geschätzt. Von dieser Hochrechnung ausgehend, lässt sich spekulieren, dass About You jetzt einen Umsatz von etwa 90 Millionen Euro vorweisen könnte. Branchen-Analyst Jochen Krisch tippt auf einen Umsatz von über 50 Millionen Euro.

Benjamin Otto, der Enkel des Otto-Gründers, hinterließ bei seinem Wechsel in den Konzern Otto ursprünglich einen Fünfjahresplan in Richtung eines dreistelligen Jahresumsatzes. Das dürfte sich jetzt nahezu erledigt haben: About You geht nach eigenen Prognosen davon aus, dass der Umsatz des Unternehmens schon in diesem Geschäftsjahr einen dreistelligen Umfang erreicht haben wird. Neben diesem ambitionierten Ziel geht About You in der Schweiz und in Österreich vom Betabetrieb in den Normalbetrieb über und beginnt dort die Marketingaktivitäten auszuweiten.

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Investoren erwerben Minderheitsanteil: Neue Firmenbewertung von 320 Millionen Euro

Nicht näher genannte Investoren sollen sich zum Sommer 2016 mit einem Minderheitsanteil an About You beteiligen. Dadurch steigt der aufgebaute Firmenwert auf 320 Millionen Euro an.

About You vermutlich kurz vor der Profitabilität

Die Entwicklung der Plattform soll Anlaufkosten in einem niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich verursacht haben. Die bis 2013 einsehbaren Bilanzen der Muttergesellschaft weisen keinen Fehlbetrag aus, die Kosten scheinen demnach voll zu Lasten der Tochter About You zu gehen.

Unter dieser Annahme wirkt es, als hätte About You bereits die Anlaufkosten eingespielt und würde sich auf dem Weg in die Gewinnzone befinden. Die Bilanz der About You GmbH weist nur noch einen Verlustvortrag aus dem letzten Geschäftsjahr von rund zwei Millionen Euro aus – ein Verlustvortrag ist ein Verlust aus dem vorherigen Geschäftsjahr.

Relaunch von About You: Neue Features, neue Konzepte

(Screenshot: About You)
(Screenshot: About You)

Social Commerce schreibt sich ab sofort bei About You größer. Nachdem in den vergangenen Jahren zuerst Händler und dann Blogger und Influencer Inhalte auf About You hinzufügen konnten, ist mit dem neuen Feature „Profile“ das Thema User-Generated-Content in den Fokus des Fashion Startups geraten: „Künftig kann jeder Nutzer mit seinem Smartphone schnell und einfach User-Generated‐Content in Form von Outfits, Collagen, Fotos, Produktlisten und mehr auf aboutyou.de erstellen“, erklärt das Startup in seiner Ankündigung.

(Grafik: About You)

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About You erweitert seine Personalisierungsfunktionen um Nutzerprofile, so können sich Nutzer gegenseitig folgen und ihre Lieblingsoutfits und Stücke verbreiten. Weitere neue Profile für Marken, Trends, Städte und Events stehen zum Folgen zur Verfügung. Zusätzlich gibt es zukünftig das Feature „Dein Trend der Woche“, das den Kunden exklusiv für sie zusammengestellte Produkte mit einem zehnprozentigen Rabatt anbietet.

(Screenshot: About You)

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Von bereits ausgebügelten und noch offenen Schlaglöchern in About You's Fahrbahn

Wir haben mit Geschäftsführer Sebastian Betz über vergangene und aktuelle Herausforderungen sowie Probleme gesprochen, und darüber, wie About You diese Probleme gelöst hat oder lösen will.

Kundenfeedback zeigt Bedarf auf: Desktop- und App-Synchronisation kommt

Personalisierung ist das entscheidende Feature auf About You, für Kunden wie für das Startup selbst. Umso verärgerter waren manche Kunden über eine fehlende Synchronisation zwischen der mobilen App und der Desktop-Anwendung. Das Style-Quiz, das die Kundenvorlieben einsammelt, musste auf beiden Anwendungen durchgeführt werden und Änderungen wurden nicht vom Desktop auf das Smartphone und umgekehrt übernommen. Das Problem soll ab Montag behoben sein – About You hat einen eigenen Service in die Softwarearchitektur der Plattform integriert, der den Sync zuverlässig vornehmen soll.

Betz erläutert, dass About You mittlerweile über 65 Prozent mobilen Traffic habe und von Anfang an sehr mobile-orientiert gehandelt habe. Ursprünglich seien die Entwickler von der Prämisse ausgegangen, dass mobile Nutzer keinen Bedarf für die Desktop-Anwendung mehr hätten – weshalb der Synchronisation keine Priorität eingeräumt worden sei. Nur der Warenkorb und Wunschlisten seien synchronisiert worden. Jetzt sei sowohl durch Kundenfeedback als auch durch Datenauswertungen klar zu Tage getreten, dass mobile Nutzer einen ergänzenden Bedarf für die Desktop-Anwendung haben.

Bleibt die Frage, wieso das nicht gleich so konzipiert wurde. Betz gibt eine offene und transparente Antwort darauf: Wie viele Startups mit einem agilen Produktentwicklungsansatz setzt About You auf den Minimum-Viable-Product-Ansatz. Sinngemäß wird hierbei eine funktionstüchtige Anwendung erstmal mit einem kleinen Funktionsumfang in Betrieb genommen, dann werden während des Betriebs Informationen gesammelt, um das Feature-Set zu erweitern. Dieser Entwicklungsansatz gilt allgemein als schnell, agil und innovationsfördernd.

Das Sendungs- und Bestandsdilemma und die Schlacht um die vergangene Weihnachtsrabatt-Aktion

Die Rabattaktion von About You an Weihnachten hat sich zum größten Lasttest entwickelt, den sich ein Unternehmen nur hätte ausdenken können. Die Schnittstellen zur Synchronisierung der Lagerbestände waren so ausgelastet, dass mehr Bestellungen eingehen konnten, als Bestände verfügbar waren. Laut Betz ist die Infrastruktur von About You jetzt auf solche Lastspitzen optimiert worden.

Zwei Probleme aus dem Alltag der Kunden sind spätestens dort stark sichtbar geworden: Die Zuverlässigkeit der Bestandsanzeige im Onlineshop und die Anlieferung der Bestellung in vielen Teillieferungen.

Die Bestände werden jetzt mit eigens dafür eingerichtete Realtime-Abfragen und zusätzlich mit eigenen Hochrechnungen abgeglichen, um das Problem der ungenauen Bestandsanzeige zu beheben.

About You verfügt über eigene Sortimente und alle Otto-Fashion-Sortimente. Damit geht einher, dass viele Lagerorte für die Sendungen angesprochen werden. Damit Kunden zukünftig nicht mehr bei einer Bestellung vier Pakete, womöglich noch von unterschiedlichen Zustellern und zu unterschiedlichen Zeiten, bekommen, wurden Sendungsumfuhren zwischen den Lagern und Lageroptimierung im Einkauf vorgenommen. Im Ergebnis sei der Sendungssplit mit 1,2 Sendungen pro Bestellung jetzt sehr gering, betont Betz im Gespräch mit t3n. Zusätzlich wird mittlerweile im Checkout kommuniziert, wie viele Pakete und welche Versender für welchen Artikel genutzt werden.

Wenn About You diese Herausforderungen wie uns gegenüber dargestellt löst oder bereits gelöst hat, sind damit aus unserer Sicht wesentliche Hürden im Prozessablauf beseitigt und einem weiteren Wachstum steht nichts mehr im Weg.

Unser ausführliches Startup-Portrait von About You beziehungsweise der Muttergesellschaft Collins könnte dich interessieren: „Ottos Innovationsschmiede Collins: Zu Besuch im E-Commerce-Labor“.

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2 Reaktionen
Jochen G. Fuchs

Oh. Da sind die Millionen wohl irgendwie unter den Tisch gefallen. Wobei: 100 Euro Jahresumsatz wären ja irgendwie auch spektakulär ... ;)

Ich habe das korrigiert, danke dir.

Viele Grüße aus der Redaktion,
Jochen

Christian

Dreistelliger Umsatz klingt zu unspektakulär. Meint ihr bestimmt nicht so, oder?

...About You soll seine Umsätze verdreifacht haben und peilt jetzt dreistellige Umsätze an.
...

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