Ad-Targeting: Facebook will App-Nutzung tracken [Bericht]

Ad-Targeting: Facebook will App-Nutzung tracken [Bericht]
Facebook wird in Kürze damit beginnen, ein neues System für Werbeanzeigen im mobilen Sektor einzuführen. Das berichtet jedenfalls das Wall Street Journal unter Berufung auf eingeweihte Quellen. Im Kern plane das Unternehmen mit Hilfe von Facebook Connect zu ermitteln, welche Apps Mitglieder nutzen, um darauf basierend individuelle Werbeanzeigen einzusetzen. Möglich sei sogar, dass Facebook darüberhinaus tracken könnte, was Nutzer im einzelnen in den Apps machen.

Ad-Targeting mit Hilfe von Facebook Connect

Sollte sich das vom Wall Street Journal vorgezeichnete Szenario bewahrheiten, stünde eine neue Debatte um die Wahrung der Privatsphäre seiner Nutzer ins Haus. Im Gegensatz zu Werbenetzwerken, die ihre Strategie danach ausrichten, welche Anzeigen Nutzer in ihren mobilen Browsern anklicken, wüsste Facebook genau Bescheid, welcher Nutzer welche Anwendungen auf seinem Smartphone oder Tablet installiert hat. Zwar weiß beispielsweise auch Apple, welcher Nutzer was im Store heruntergeladen hat - doch allein Facebook würde darüberhinaus seine per Connect mitgeschnittenen Daten über das Nutzungsverhalten dafür verwenden, individuell angepasste Werbeanzeigen einzublenden.

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Facebook Connect könnte künftig dazu genutzt werden, das Nutzerverhalten genau zu analysieren und damit das Ad-Targeting auf eine neue Stufe zu heben. (Foto: pixelsebi / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Das neue Geschäftsmodell im Bereich der mobilen Werbung könnte für Facebook ein ausgesprochen lukratives Geschäft werden. Werbepartner könnten bei jeder neuen Installation einer kräftig zur Kasse gebeten werden, mehr als das heute bei jeder tausendsten angesehenen Anzeige der Fall ist. Nutzer würden die Werbeanzeigen auf ihren mobilen Geräten im Facebook News Feed angezeigt bekommen. Wer regelmäßig zum Beispiel Zyngas Bubble Safari spielt, dem könnten per Werbeanzeige andere Anwendungen der Spieleschmiede schmackhaft gemacht werden.

Mobile Ads mächtiger Hebel

Datenschützer kritisieren schon vor Inbetriebnahme das potentielle Vorhaben von Facebook. Der Nutzer habe nicht die Möglichkeit, zu verbieten, dass per Connect Daten über ihn gesammelt werden und darauf basierend Werbung gezeigt wird. Unabhängig von vereinzelten Protesten und Vorwarnungen ob des vermeintlichen Eingriffs in die Privatsphäre, stellt der mobile Werbemarkt für Facebook einen mächtigen Hebel dar. Besonders dann, wenn man bedenkt, dass schon heute die Hälfte der rund 900 Millionen Mitglieder des Netzwerks per Smartphone auf Facebook zugreift, wird das Potential ersichtlich. Bisher blieb das Unternehmen im mobilen Sektor eher unter seinen Möglichkeiten. Sollte die neue Werbestrategie allerdings wie gemutmaßt am 16. Juli oder Ende des Monats gestartet werden, könnte sich das bald ändern.

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2 Antworten
  1. von Keine Knebel-Verträge 09.07.2012 (13:55Uhr) 1.

    Das betrifft aber doch nur die Infrastrukturen von Facebook und Facebook-Relevanten Apps bzw. Apps die Facebook-Werbung haben oder ?
    So wie Kindle weiss was man wo an welchem Gerät liest und entsprechend auf dem Kindle vielleicht andere Texte empfiehlt als auf dem Ipad als am Netbook.

    So gesehen hätte ich den Text lauwärmer fomuliert weil es eigentlich etwas ist, was man eh erwartet. Wenn ich mit der Rewe-Kundenkarte in einem Rewe die einen Sachen kaufe und am anderen Rewe(Schrebergarten) was anderes (Sixpacks, Freizeit-Essen) erwarte ich in der App ja auch das sie weiss wo ich bin und mich entsprechend mit PASSENDER Werbung bedient.

    Die Werbe-Kunden verteilen die Werbebudgets sehr selektiv und erfolgsabhängig. Das sind keine 24-Monate Knebelverträge wie bei Privat-Personen oder mehrjährige Verträge wie bei Fußball-Trainern, Sport-Direktoren oder TV-Moderatoren.

  2. von Philipp 09.07.2012 (14:48Uhr) 2.

    Leider kennt man ja die Quellen des WSJ nicht wirklich. Ich würde allerdings spontan vermuten, dass Facebook nicht viel mehr tun wird als mehr Sponsored Story Typen auch Mobil zu spielen. Darunter eben auch die "Game Played Story". Da man schon jetzt bestimmen kann ob eine Anzeige auf Facebook Mobil und/oder am Desktop erscheinen soll ist es eigentlich kein großes Problem dies auch an die Nutzung der entsprechenden mobilen App zu hängen.

    Irreführend ist auch das beim WSJ von "Facebook Connect" die Rede ist weil das von Facebook als Termin schon lange nicht mehr so kommuniziert wird... kann auch damit zusammenhängen ob und wie Anzeigen in Zukunft auf externen Webseiten integriert werden.

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