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Adblock Plus bleibt legal: Hamburger Gericht stärkt den Adblock-Machern von Eyeo den Rücken

    Adblock Plus bleibt legal: Hamburger Gericht stärkt den Adblock-Machern von Eyeo den Rücken

Adblock Plus vor Gericht (Foto: Shutterstock)

Seit einigen Monaten besteht ein Rechtsstreit zwischen Eyeo, den Machern von Adblock Plus und Zeit Online sowie dem Handelsblatt. Das Landgericht Hamburg hat jetzt die Klage der Verlage abgewiesen und Adblock damit den Rücken gestärkt.

„Adblock Plus betreibt Wegelagerei“

Die Macher der beliebten Werbeblocker-Software Adblock Plus haben sich vor Gericht gegen Zeit Online und das Handelsblatt durchgesetzt. Die Kläger warfen der Eyeo GmbH vor, mit ihrer Software unzulässig in das Geschäft der werbefinanzierten Angebote einzugreifen – der Klägervertreter bezeichnete das Vorgehen als „Internetwegelagerei“. Eyeo dagegen argumentierte, dass es allein beim Nutzer liege, was er auf seinem Bildschirm angezeigt bekommt.

Das Landgericht Hamburg (416 HKO 159/14, n. rechtskräftig) ist jetzt der Argumentation von Eyeo gefolgt und hat die Klage abgewiesen. Der Vertrieb von Adblock Plus ist somit auch weiterhin legal. Die Tatsache, dass die Eyeo GmbH daraus ein lukratives Geschäftsmodell entwickelt hat, stelle noch keine wettbewerbswidrige Behinderung werbefinanzierter Online-Angebote dar, so der Richter.

Adblock Plus stand bereits häufiger in der Kritik: Die Schöpfer der Software sollen angeblich gegen Bezahlung Ads am Adblocker vorbeischleusen. (Screenshot: adblockplus.org)
Adblock Plus stand bereits häufiger in der Kritik: Die Schöpfer der Software sollen angeblich gegen Bezahlung Ads am Adblocker vorbeischleusen. (Screenshot: adblockplus.org)

Die Entscheidung ist bereits die zweite dieser Art innerhalb von nur zwei Jahren. Bereits im Jahr 2013 hatte die ProSiebenSat1 Digital GmbH aus dem selben Grund versucht, gegen Adblock vorzugehen. Der entsprechende Antrag auf einstweilige Verfügung beim Landgericht Hamburg wurde allerdings zurückgezogen, bevor es zum Prozess kam, da das Gericht Bedenken bezüglich der Begründung des Antrages verlauten ließ.

Auch der Axel Springer SE klagt derzeit gegen Eyeo wegen unzulässigen Eingriffs in seine Internet-Angebote.  Ein entsprechendes Verbotserfahren gegen Adblock Plus beschäftigt gerade das Landgericht Köln. Neben dem Eingriff in werbefinanzierte Online-Angebote wurde Eyeo in der Vergangenheit zudem Adblock-Whitelisting gegen Bezahlung vorgeworfen. Das Unternehmen dementierte dies allerdings umgehend.

Nutzt ihr einen Adblocker oder seid ihr der gleichen Ansicht wie Zeit und Co. ? Eure Meinung interessiert uns, also schreibt sie uns in die Kommentare.

via adblockplus.org

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18 Reaktionen
Jörg Gastmann

Werbung ist völlig ok und finanziell für viele Anbieter unverzichtbar. Das nutzt auch den Usern, denn ohne Werbung gäbe es die meisten guten Gratis-Angebote nicht. Allerdings haben die Werbetreibenden mit Animationen den Bogen überspannt. Die Bewegungen von Bildschirminhalten sind dermaßen ablenkend und nervig, daß ich Anfangs z.B. bei Spiegel online das Fenster so weit verkleinerte, daß die Werbespalten nicht mehr sichtbar waren. Seit ich das Mozilla-Plugin Adblock Edge nutze, ist das Problem schön gelöst.

Völlig in Ordnung ist z.B. Werbung wie im t3n-Newsletter: Als Anzeige bzw. "Sponsored Post" erkennbar, mit einem Teasertext, und ganz ohne Bewegung.

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PVR-Ad-Blocking
PVR-Ad-Blocking

@BastianBaltasarBux: Unter iOS gabs früher die Apple-Vorgabe, das man nur die Engine von Apple benutzen durfte. Auch iOS-Chrome usw. nutzten diese Engine. OperaMini rendert ja kein HTML und ging daher wohl auch.
Auf dem iPhone habe ich eine App namens AdBlocker. Ist aber wohl eher für US-Server und weil es wohl als Internet-Policy/Richtlinie läuft sollte es sicherheitsmäßig überprüft werden bevor man es nutzt.

Ich hatte hier mal gefragt aber keiner hat reagiert. Ich glaube von den Android-Browsern kann einzig und allein FireFox überhaupt Plugins. Chrome usw. wohl anscheinend nicht oder ich habe es übersehen.

zu den 4 Plugins: NoScript ist vielleicht noch wichtig. Bei manchen Browsern nehme ich uMatrix aber das ist Fuddellei. Die Browser-Hersteller interessiert leider nicht, unnötige Weiß-Bereiche zu füllen oder z.B. das man die Schriftgröße am 2.5k-10"-Tablett einstellen kann. Sogar Opera-Desktop hatte vor vielen Jahren eine "MindestGröße" für Schrift.

Zu bequemem Browsen gehört unaufdringliche Werbung aber auch Schriftgrößen-Verstellung, Design-Optimierung, Vermeidung von Platz-Verschwendung am Phone und Handy, leicht benutzbare Schaltflächen,... und viele oft recht einfache Dinge, auf welche die Mobil-Browser aber leider nicht optimiert sind. An der Sega Dreamcast habe ich schon am TV gesurft und es war so unbequem wie lynx im Terminal. Mit Fernsteuerung auf FullHD- oder UHD-Smart-TVs ist surfen ist 10 Jahre später keinen Micrometer besser geworden. Aber vielleicht sind die SmartTVs trotzdem smarter als das Boni-Management.

"Wenn das Banner der Konkurrenz 400x100 ist, muss mein Banner 600x200 sein". "Wenn die Konkurrenz Zwangs-Werbung für 5 Sekunden macht muss meine Werbung 10 Sekunden nicht weg-klickbar sein". Das ist die Aufrüstungs-Spirale der Werbe-Industrie. Google hat seine Geschäfts-Zahlen wohl gestern veröffentlicht. Wie viel Prozent der Gewinne sind immer noch durch TEXTwerbung in den Suchanfragen? Größer ist oft nicht besser sondern nur nerviger. So wie manche C/D/E..Z-Promis deren Operationen und Peinlichkeiten immer größer werden.
Bei Zeitschriften werden Doppelseiten-Werbungen schnell überblättert, noch größere Werbung sind z.b. Beilagen und die fliegen oft gleich ins Altpapier.

Ich kann mich noch sehr gut erinnern das (eigentlich fast alle) behaupteten, am SmartPhone wäre Werbung nicht möglich. Facebook hat das Gegenteil bewiesen. Oder diese Spiele wo oben/unten Werbung drin ist.

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AndreasAt99

Ohne Adblock und Co wäre für mich das Netz nicht erträglich und nicht nutzbar. Wenn die Werbungsmacher nur begreifen würden, dass alles was ungefragt blinkt, flimmert, sich bewegt, hereinfährt oder piept einfach nur *furchtbar nervt*.
Ich hätte absolut gar nichts gegen ruhige Anzeigen. Die sich nicht bewegen.

ABP ist Teil meiner *Four Most Essential Firefox Add-Ons and Settings*:
http://99-developer-tools.com/four-essential-firefox-add-ons/
Zusammen mit Flashblock, Popup-Window-Block und Animated-GIF-Block.

Wenn jemand weiss, wie man die sich immer mehr verbreitenden "einfahrenden" Fenster abschalten kann, wäre ich über einen Tipp äußerst dankbar.

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Martin
Martin

Meiner Meinung nach ist jeder ein Schmarotzer, der seriöse Internetangebote gratis in Anspruch nehmen, aber sich keine Werbung im Gegenzug "antun" will. Die Webseiten müssen von irgendwas ihr Angebot finanzieren. Wenn irgendwann jeder einen Adblocker nutzt, müssen die meisten Seiten dicht machen oder nur noch den Besuch gegen "Eintritt" gestatten. Dann geht die Informationsvielfalt im Internet verloren. So sieht es aus.

Eine Schande ist diese Adblockscheiße.

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Herr Pörner
Herr Pörner

Wieso Schmarotzer? Ich kann mich nicht daran erinnern, mit auch nur einem Webseitenbetreiber einen Vertrag abgeschlossen zu haben, der mich dazu verpflichtet, seine Webseiten nur mit Werbung anzusehen. Einen Vertrag hat der Betreiber kostenlos einzusehender Webseiten nicht mit seinen Besuchern, sondern mit Werbeunternehmen. Das ist jedoch Sache des Betreibers nicht die seiner Besucher.

Wenn ein Geschäftsmodell nicht so funktioniert, wie ich mir das als Unternehmer vorstelle, dann kann dafür niemand anderen in die Pflicht nehmen, als mich selbst und vielleicht noch meine Vertragspartner. Eine Wurstbude kann seine Kunden auch nicht dazu zwingen, seine Würste nur mit Senf zu essen, wenn er seine Würste größtenteils durch einen entsprechenden Deal mit einem Senfhersteller finanziert.

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Teppichweberei

Ich kann mir ehrlich gesagt ein surfen ohne Adblock nicht mehr vorstellen, umso mehr ärgert es mich jedes mal wenn ich am iPhone mit Werbung bombardiert werde. Sobald der neue Jailbreak raus ist - endlich auch wieder mobilen Adblocker aktivieren

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BastianBalthasarBux

Hmm, gibt es firefox nicht auch für iOS?
weil wenn ja, bei meinem android telefon läuft firefox mit adblockplus problemlos. er ist zwar ein wenig behäbiger als der chrome, aber das macht er auf den einschlägigen seiten um ein vielfaches wieder wett durch das blocken der ganzen animierten ablenker.

@redaktion:
Werbung? ja gerne, natürlich, ich würde auch t3n hier unterstützen (obwohl ich als abonnent der ersten stunde eh schon genug unterstütze), aber werbung muss vernünftig bleiben. ich muss die chance haben, sie geistig auszublenden, dann könnte ich auf technische tricks verzichten.
IMHO schiessen sich die werbetreibenden da selber ins knie mit ihren überaufdringlichen animierten werbebannern, teilweise mit sound etc...

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David

Das Geschäftsmodell mag zwar mit bezahlten Whitelistings moralisch verwerflich sein, rein aus unternehmerischer Sicht ist das eine geniale Idee
und eine Gelddruckmaschine. (Übrigens schon hunderte Jahre alt).Die Privatpersonen zahlen das sie Werbung nicht sehen und die großen Unternehmen zahlen dafür das sie es trotzdem sehen. Das sind zwei von sich gegenseitig abhängige und steigernde Einkommensquellen, was für ein Unternehmen sehr lukrativ ist. Im Endeffekt machen diese Modell andere Unternehmen bspw. die Rüstungsindustrie Tag Täglich. Waffen an Land A und Verteididigung an Land B. Und wenn dich die großen Konzerne verklagen, dann machst du definitiv etwas richtig ;-)

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Thyros
Thyros

AdBlock nutze ich und werde ich definitiv weiter nutzen. Solange Websites Werbung über den eigentlichen Content legen, sich Multimediacontents unaufgefordert von selbst initiieren oder vermutete Close-Buttons in PopUps zum Werbetreibenden führen, sehe ich nicht ein, dass ich Webseitenbetreiber oder deren Werbepartner unterstütze!
Alle anderen kommen auf die Whitelist!

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Colonel Panic
Colonel Panic

Das sehe ich ganz genau so. Gegen werbefinanzierte Angebote als solche habe ich nichts einzuwenden, allerdings ist die Werbung mitunter derart aggressiv, dass das eigentlich Produkt kaum noch sicht- oder benutzbar ist und man nur schwer zwischen redaktionellem Teil und Werbung unterscheiden kann.

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PVR-Ad-Blocking
PVR-Ad-Blocking

TV-Umschalten kann auch verhindert werden:
http://www.golem.de/0604/44754.html
Aber ich hatte sowieso natürlich sofort die Idee des PVR-Ad-Blockings. sharemarks u.ä. gibts ja schon und noad geht auch gut aber wenn man User-Interaction dazupackt wäre es besser als Wikipedia.
Blöd nur wenn man nicht weiss ob und wo man es stressfrei hosten kann.

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Ribert
Ribert

Und genau deshalb sollte man seine Firma nicht in DE haben, wenn man Webprojekte hat. Dann hat man nämlich nur mit alteingesessenen Sesselfurzern zu tun, die Ihren Umsatz gerichtlich einklagen wollen, wenn man Fortschritt und Service bringt.

UK-, Irland-, Hong Kong-, Niederlande-Firmen kosten weniger als 5.000 Euro in der Gründung (glaube ich). Bevor man also hier eine GmbH oder ähnliches eröffnet die in dem Fall mehr als 30.000 Euro kostet sollte man sich die andere Struktur doch ernsthaft überlegen. Rechtsschutz ist nämlich inklusive und die Steuern sind auch attraktiver.

Ich weiss ehrlich gesagt nicht warum ich hier noch irgendetwas mache.

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ThemaVerfehlt
ThemaVerfehlt

Wenn ich das richtig verstehe, ging es bei dem Prozess um das Anbieten einer Adblocking-Software und nicht um das Blocken von Werbung an sich. Der Titel und der Inhalt dieses Artikels sind darum meiner Meinung falsch gewählt.

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Gerrit Kilian

Moin,

wir haben das nochmal etwas modifiziert und das Missverständnis aufgeklärt.

Beste Grüße
Gerrit

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PechAdblockingBetroffe
PechAdblockingBetroffe

Ist doch ein Witz...
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Ich kann im TV umschalten wenn Werbung kommt und muss nicht auf dem Sender bleiben weil ich xyz zuvor dort gesehen habe...
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Bei online Angeboten der meisten Sender kann ich auch bei Werbung vorspringen oder teils ist noch nicht mal Werbung enthalten....

Antworten
Milan
Milan

Du hast das Prinzip nicht verstanden: Wenn du Werbung auf einer Webseite siehst, ist dir ja auch erlaubt, die Seite zu verlassen (Quasi Zapping im TV). Aber wenn deine TV Box z.B. bei RTL sämtliche Werbespots blockiert, außer von denen, die extra nochmal Geld an die TV Box zahlen, ist das ein (meiner Meinung nach) ziemlich beschissenes Geschäftsmodell.

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Denis S.
Denis S.

"Adblock-Whitelisting gegen Bezahlung" wäre tatsächlich ne miese Nummer. Aber wer solche Anschuldigungen erhebt, muss sie auch belegen können. Verleumdungen sind auch ne miese Nummer.

irgendeinem Spinner
irgendeinem Spinner

Werbung ist auch ein beschissenes Geschäftsmodell, sie steht quasi für die Abwesenheit einer seriösen Finanzierung, vor allem wenn es die einzige Einnahmequelle ist.

Das perfide ist, dass die Käufer der Produkte von Firmen die Werbung schalten unfreiwillig andere Produkte mitfinanzieren .

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