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Geschäftsmodell von AdBlock Plus in Gefahr? Whitelisting könnte gegen das Gesetz verstoßen

    Geschäftsmodell von AdBlock Plus in Gefahr? Whitelisting könnte gegen das Gesetz verstoßen

(Foto: Shutterstock)

Der Axel-Springer-Verlag könnte bald erstmals einen Sieg gegen Eyeo, die Betreiber von AdBlock Plus, vor einem deutschen Gericht erringen. Konkret geht es dabei um die Whitelisting-Praxis des Werbeblocker-Anbieters.

Axel Springer gegen Eyeo: Verstößt Whitelisting gegen geltendes Recht?

Bislang hatten deutsche Medienunternehmen wenig erfolg damit, AdBlock Plus auf gerichtlichem Wege zu stoppen. Jetzt zeichnet sich erstmals ein Sieg gegen die Betreiberfirma Eyeo ab. Konkret geht es um einen Fall, der derzeit vor dem Oberlandesgericht Köln verhandelt wird. Kläger ist der Medienkonzern Axel Springer, der nicht zum ersten Mal versucht, Eyeo gerichtlich in die Schranken zu weisen.

Wie Heise Online berichtet, soll die mit dem Fall vertraute sechste Zivilkammer des OLG Köln am vergangenen Freitag bei der mündlichen Verhandlung geäußert haben, dass Eyeo in einem Wettbewerbsverhältnis zu den Klägern steht und sich aggressiven geschäftlichen Handlungen schuldig mache. Gemeint ist das sogenannte „Acceptable-Ad“-Programm. Eyeo lässt sich dabei von Branchengrößen wie Google oder Amazon dafür bezahlen, ihre Werbung nicht mit AdBlock Plus zu filtern.

AdBlock Plus soll Medienberichten zufolge 25 Millionen US-Dollar von Google erhalten haben. (Foto: Eyeo GmbH)
AdBlock Plus soll Medienberichten zufolge 25 Millionen US-Dollar von Google erhalten haben. (Foto: Eyeo GmbH)
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Acceptable-Ad-Programm: Nutzt AdBlock Plus seine Machtposition aus?

Laut Eyeo zahlt nur ein Zehntel aller Websites auf der Whitelist dafür. Außerdem könnten nur Website-Betreiber daran teilnehmen, und nicht einzelne Werbeanbieter. Die Anwälte von Axel Springer bestreiten das allerdings. Laut ihnen soll beispielsweise Google mehr als nur die Werbung auf ihren eigenen Seiten freigekauft haben und mit YieldKit soll ein Affiliate-Dienstleister exklusiv das Recht haben, Textlinks zu kommerziellen Angeboten trotz Werbeblocker anzuzeigen.

Das OLG Köln soll seine Entscheidung im vorliegenden Fall im Juni 2016 verkünden. Sollte das Gericht den Anwälten vom Axel-Springer-Verlag recht geben, könnte Eyeo zumindest in Deutschland seine Einnahmequelle verlieren. Außerdem könnten dann Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden. So oder so haben aber beide Seiten schon angekündigt, notfalls bis vor den Bundesgerichtshof ziehen zu wollen. Eine endgültige Klärung über die Rechtmäßigkeit des „Acceptable-Ad“-Programms könnte also noch etwas dauern.

Eine alternative Einnahmequelle scheint Eyeo aber bereits auf dem Schirm zu haben: „Spenden statt Werbung: Flattr kooperiert mit AdBlock Plus“.

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