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AdBlocker weiter auf dem Vormarsch: Werbe-Industrie verliert 2016 mehr als 40 Milliarden Dollar

AdBlocker weiter auf dem Vormarsch: Werbe-Industrie verliert 2016 mehr als 40 Milliarden Dollar

Eine neue zeigt, dass die AdBlock-Nutzung weiterhin stark ansteigt. Werbeindustrie und Publishern sollen so jährlich Milliarden entgehen.

AdBlocker weiter auf dem Vormarsch: Werbe-Industrie verliert 2016 mehr als 40 Milliarden Dollar

AdBlock-Nutzung. (Grafik: Shutterstock)

Studie: AdBlock-Nutzung steigt weiter an

PageFair hat gemeinsam mit Adobe den dritten jährlichen Bericht zur AdBlock-Nutzung vorgestellt. Aus Sicht von Publishern und Werbetreibenden ergibt sich daraus ein düsteres Bild: Im Juni 2015 sollen 198 Millionen Menschen regelmäßig einen Werbeblocker eingesetzt haben – das entspricht einer Steigerung von 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In Europa stieg der Anteil um immerhin noch 33 Prozent auf jetzt 77 Millionen aktive monatliche AdBlock-Nutzer. In Deutschland setzen mittlerweile fast 25 Prozent der Web-Nutzer einen Werbeblocker ein.

Die Autoren der Studie haben sich auch damit beschäftigt, wie viel Geld Inhaltsanbietern und Werbetreibenden durch den steigenden Einsatz von Werbeblockern durch die Lappen geht. Ihren Schätzungen zufolge sollen sich die Kosten im Jahr 2015 auf weltweit fast 22 Milliarden US-Dollar summieren. Für 2016 sieht das Bild aus Publisher-Sicht noch düsterer aus: Insgesamt sollen dann sogar 41,4 Milliarden US-Dollar durch AdBlocker-Nutzung verlorengehen.

Werbeblocker: Durch AdBlock-Nutzung entgehen Publishern und Werbetreibenden jährlich Milliardenbeträge. (Grafik: PageFair / Adobe)
Werbeblocker: Durch AdBlock-Nutzung entgehen Publishern und Werbetreibenden jährlich Milliardenbeträge. (Grafik: PageFair / Adobe)

Branchen unterschiedlich stark von AdBlock-Nutzung betroffen

Die Einnahmeverluste fallen laut der Studie je nach Branche unterschiedlich aus. Am schlimmsten trifft es den Gaming-Bereich, gefolgt von sozialen Netzwerken und dem Technologie- und Internet-Bereich. Generell kommt die Studie zu dem Schluss, dass Werbeblocker vor allem von jungen, technikversierten Männern eingesetzt werden.

Derzeit setzen 1,6 Prozent der Smartphone- und Tablet-Nutzer einen Werbeblocker ein. Das kommt Publishern und Werbetreibenden insofern zugute, da mobile Endgeräte bereits 38 Prozent des Web-Traffics ausmachen. Allerdings könnten sich die AdBlock-Nutzerzahlen auch hier noch deutlich steigern. Zumal Safari ab iOS 9 erstmals Werbeblocker unterstützen wird. Der Apple-Browser macht derzeit 52 Prozent des mobilen Browser-Markts aus.

Werbeblocker: Die Anzahl der AdBlock-Nutzer steigt weiterhin an. (Grafik: PageFair / Adobe)
Werbeblocker: Die Anzahl der AdBlock-Nutzer steigt weiterhin an. (Grafik: PageFair / Adobe)

AdBlock-Nutzung: Was Werbeindustrie und Publisher aus der Studie lernen können

Im Rahmen ihrer AdBlock-Studie befragten die Macher auch 400 US-Amerikaner, warum sei einen Werbeblocker einsetzen. Die Hälfte der Befragten gab an, sich damit vor ungewolltem Tracking durch die Werbeindustrie schützen zu wollen. Paradoxerweise sagten zehn Prozent, sie würden einen Werbeblocker einsetzen, wenn die Industrie nicht besser darin wird, zielgerichtete Werbung auf ihre Bedürfnisse abzustimmen.

Werbeindustrie und von Anzeigenerlösen abhängige Publisher werden sich weiterhin mit der Problematik auseinandersetzen müssen. Wenn sich der derzeitige Trend auch nach 2016 fortsetzt, wird es langfristig eng für kostenlose und unabhängige Inhalte im Web.

In diesem Zusammenhang können wir euch auch unseren Artikel „Das AdBlock-Dilemma: Warum die Publisher jetzt handeln müssen“ empfehlen.

via marketingland.com

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11 Antworten
  1. von PhilippB am 11.08.2015 (15:51 Uhr)

    Ich erinnere mich, wie ich mal für T3N den Ad-Blocker ausgeschaltet habe.
    2 Tage später war eine sehr aufdringliche und störende Werbung zu sehen und ich hab den Ad-Blocker umgehend wieder aktiviert.

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  2. von Peter am 11.08.2015 (16:06 Uhr)

    Heutzutage ist Werbung einfach zu penetrant und behindert den Lesefluss. In einer kapitalistischen Welt müssen wir im Web nicht auch noch den Dreck annehmen. Hier können wir einfach technisch wegschauen, was gut ist!

    Auf mobilen Endgeräten kostet der Seitenaufbau mehr Zeit und die Seite reagiert langsamer mit der Werbung. Dazu kommen noch die ganzen JavaScript-Kiddies, die meinen mit klicki-bunti sei alles cool.

    Wenn ein harmloser Klick auf den Body, um das Fenster zum Scrollen zu fokussieren, dich auf eine andere Webseite verweist, dann surft man heute halt nur noch mit ADB.

    Solche Webseiten-Betreiber haben es nun mal nicht anders verdient!
    Es gibt gute Möglichkeiten Werbung auf einer Seite gut einzubinden und auch als Eyecatcher zu missbrauchen. Eine Werbung im Tapetenlook will heute niemand mehr, trotz evtl. Glasfaserleitung.

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  3. von Ribert am 11.08.2015 (16:20 Uhr)

    Eine gute Entwicklung. Kann grade so weiter gehen.

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  4. von Jürgen am 11.08.2015 (16:55 Uhr)

    Mein kurzer, nicht repräsentativer Test mit genau dieser Seite ergab eine Ladezeit ohne Werbeblocker von ca. 4,5 Sekunden, mit Werbeblocker läd die Seite in knapp 1,4 Sekunden.
    Noch Fragen?

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  5. von Bastey am 11.08.2015 (17:12 Uhr)

    Die Seiten, die ich gut finde, erhalten von mir Spenden/Abo-Gebühren oder ich mache dort den Adblofcker aus. Entsprechend verfahre ich mit anderen Seiten ... Und wenn ich sehe, dass Ghostery 10 Tracker alleine bei t3n blocken musste, kann ich die Aussage der Befragten nachvollziehen!

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  6. von lrrm am 12.08.2015 (07:22 Uhr)

    Ich würde ja zahlen, wenn ich dürfte!

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  7. von Flash-Hater am 12.08.2015 (08:06 Uhr)

    Habe gerade mal spaßeshalber den uBlock ausgemacht - T3N schaltet ernsthaft Flash-Werbung? Schnell wieder anmachen!

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  8. von Jakobrohlaender am 12.08.2015 (09:02 Uhr)

    Lange Ladezeit, Flash-Werbung, aufdringliche Werbung, Tracking Tools, Weiterleitungen, Toolbars,... das möchte doch Niemand!

    Man sollte versuchen auf Abo-Gebühren, Spenden, Affiliate Marketing oder eine Adblock Sperre (keine Lösung!) umzusteigen. Ich bin mal echt gespannt wie es bald aussieht wenn IOS 9 einen für Safari erlaubt. Kluger Schachzug von Apple ;)

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  9. von Rommy am 12.08.2015 (09:29 Uhr)

    Ein guter Tipp ist auch die Systeminterne hosts-Datei zu Manipulieren. Wer nach "Blocking Unwanted Connections with a Hosts File" googelt wird fündig und kann den Surfspeed nochmals deutlich beschleunigen.

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  10. von DNS-Control am 12.08.2015 (13:39 Uhr)

    Da schon mit /etc/hosts argumentiert wird: Hat jemand Hints auf bessere Resolver oder konfigurierbare DNS-PseusoServer für MacOS/Linux ?
    Das Thema scheint ausser mir niemanden zu interessieren. Angriffe mit gefälschten DNS-Antworten gabs aber wohl schon und viele Kunden sollen und wollen nicht wahllos im Web herumsurfen sondern sicher gehen das nur Sparkasse, Google, Steuerberater usw. aufgerufen werden.
    /etc/hosts kann leider keine Wildcards wie *.boese.* oder *.spam-viagra-spam.* oder *.spam-fuer-krankenkassenvergleichs-spam.* .
    Das wohl viele Spams vor wenigen Monaten wohl von .kr(?) auf .ru/.su umgezogen sind, hat die Security-Industrie vielleicht bisher auch nicht interessiert.


    Sinken die Google-Gewinne ? Inwischen wünschen sich nicht mehr nur ich sondern auch andere Mitleser mehr Mitdenken als nur PR-Meldungen oder Agentur-Berichte kritiklos zu rezitieren. Kurzum: Googles Gewinne sinken wohl nicht und schon gar nicht zig Prozente wie es angeblich laut Meldung sein müssten. Wieso ? Kann es sein das google-Text-Werbung in den Suchergebnissen immer noch gut funktioniert während Gif-Werbung bei Google vielleicht nicht sehr gewinnrelevant war und Text-Werbung eher nicht gefiltert wird ?
    In ich glaube Irland gibts ja sogar ein Text-Werbungs-Startup welches hier berichtet wurde.

    Noch was zum Bericht und "Agentur-Meldungen copy-pasten". Wie viel Prozent der Werbeumsätze sind es denn und in welchen Gebieten (Suchergebnisse, Apps, Webseiten, Web-Apps(GoogleMail usw.), Pseudo-Artikel, platzierte Meldungen, native Ads oder wie das heisst... ) ?

    "Paradoxerweise sagten zehn Prozent, sie würden einen Werbeblocker einsetzen, wenn die Industrie nicht besser darin wird, zielgerichtete Werbung auf ihre Bedürfnisse abzustimmen." . Das ist nicht paradox.
    Gute Ad-Systeme für iOS und Android würden vor dem Aufruf fragen ob man versehentlich geklickt (1) hat UND auch Anbieten das man DIESE Werbung bzw. diese Firma für z.b. 100Tage oder 12 Monate blockern will oder nach dem Besuch auch eine Bewertungsmöglichkeit/Zufriedenheits-Sternchen oder sowas. Bei Homepages wird voll der Heckmeck gemacht damit der Kunde während des Besuches nur einen Werbekunden zu sehen kriegt oder das er die Werbung nur ein einziges Mal zu sehen kriegt und dann nie wieder oder auf jeder Seite immer dieselbe Werbung, aber den Kunden die Werbung zumindest blockern zu lassen ist wohl zu kompliziert...
    Amazon nervt mich auch ständig mit Empfehlung die völlig unpassend sind: "Sie haben einen 8port-Switch gekauft, wollen sie nicht noch das 5Port-Model des Switches kaufen ?" ist bei Privatpersonen ohne riesiges Netzwerk wohl ziemlich unpassend. Amazon zeigt auch kaum Interesse daran, es zu verbessern.

    (1) http://t3n.de/news/adwords-google-smartphone-619302/

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