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Analyse

Leser der Financial Times werden gebeten, ihre Adblocker abzuschalten – was danach passiert

Diverse Online-Medien versuchen ihre Nutzer dazu zu bringen, ihren Adblocker abzuschalten, zum Beispiel mit einer Lesesperre. Die Financial Times versucht es auf eine andere Art – mit Erfolg.

FT.com
(Screenshot: Financial Times)

Adblocker sind für Publisher ein zunehmendes Problem. Bislang setzen die meisten Medienhäuser auf technische Gegenmaßnahmen und sperren zum Beispiel Nutzer von Adblockern einfach aus. Doch was geschieht, wenn man seine Leser einfach höflich bittet, den Adblocker abzuschalten? Die "Financial Times" hat es ausprobiert - mit erstaunlichen Ergebnissen. Die Wirtschaftszeitung hatte ihre registrierten Nutzer im Juli in drei Gruppen aufgeteilt, um verschiedene Möglichkeiten zu testen, Adblocker-Nutzer zum Umdenken zu bewegen. Bei einer Gruppe wurden in den Texten zum Beispiel einzelne Wörter weggelassen, um den Anteil der Werbeerlöse am gesamten Umsatz zu verdeutlichen. Andere Nutzer mit Adblockern wurden komplett ausgesperrt. Außerdem bekamen sie folgenden Hinweis angezeigt: "Wir verstehen ihre Entscheidung, Adblocker zu nutzen. Allerdings benötigt der Journalismus der 'FT' Zeit und Erlöse..." Die dritte Gruppe wurde lediglich auf die Bedeutung der Werbung für die Finanzierung hingewiesen, konnte die Website aber weiterhin ohne Einschränkungen nutzen.

Die Ergebnisse des Experiments sind ermutigend: Immerhin 40 Prozent der Nutzer ohne Einschränkungen deaktivierten ihren Adblocker nach dem Apell freiwillig. In der Gruppe der Nutzer, bei denen einzelne Wörter fehlten, setzten 47 Prozent die FT-Website auf die Whitelist. Und von den Nutzern, die komplett ausgeperrt wurden, deaktivierten 69 Prozent den Adblocker für FT.com.

Der Test zeige, dass FT-Leser Werbung als Teil der Wertschöpfung zwischen Leser und Publisher akzeptieren, betont Dominic Good, Global Advertising and Strategy Director der "Financial Times".

Auch in Deutschland versuchen mehrere Publisher, Nutzer von Adblockern durch eine Kombination aus technischen Gegenmaßnahmen und Apellen zum Abschalten ihrer Adblocker zu bewegen - unter anderem Axel Springer bei Bild.de und Gruner + Jahr bei verschiedenen seiner Websites, darunter Geo.de. Bei Bild.de führte die Sperrung der Seite für Adblocker-Nutzer zu ähnlichen Ergebnissen wie bei der "FT": Laut Springer-Chef Mathias Döpfner hätten zwei Drittel der betroffenen Nutzer von Bild.de ihre Adblocker ausgeschaltet und seien damit wieder für Werbung auf der Website erreichbar.

Zahlreiche deutsche Verlage gehen zusätzlich juristisch gegen die Anbieter von Adblockern vor, in erster Linie gegen den Marktführer Adblock Plus. Die Publisher sehen in der Praxis des Whitelisting, Werbung zu blockieren und bestimmte Werbeformen gegen Geld wieder freizuschalten, einen unzulässigen Eingriff in ihr Geschäftsmodell. Das Oberlandesgericht Köln hat dieses Geschäftsmodell Ende Juni für unzulässig erklärt – das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Falls hat das OLG eine Revision beim Bundesgerichtshof zugelassen.

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3 Reaktionen
Patrick GehtDichNichtsAn
Patrick GehtDichNichtsAn

Ich schalte bei kleinen Werbeanzeigen den AdBlocker prinzipiell aus. Wenn dann aber Popups dazukommen oder wie bei euch der whitespace (lr) ein riesiger anchor ist damit man nichtmehr per Mausrad scrollen kann braucht ihr (Magazine) euch nicht wundern.

Antworten
Chris
Chris

Ich persönlich deaktiviere keinen Adblocker. Wurde eine Sperre auf einer Seite (BILD, SZ ...) eingebaut, besuche ich diese Seite einfach nicht mehr. Allerdings habe ich einige Ausnahmen - dazu gehört auch z.B. t3n!

Ich verstehe auch, dass jeder Verlag, Journalisten, Reporter ... nicht gratis arbeiten - aber ich sehe es absolut nicht ein, dass mein Bildschirm mit Bannern/Werbung zugemüllt wird. Schrecklich - wirklich schrecklich sind auch diese nervigen "Autoplay-Videos mit Ton!"

Eine Seite wird bei mir vom Adblocker ausgeschlossen wenn ...
- die Werbung normal platziert ist
- ich nicht zugemüllt werde
- keine ständigen Lightbox-Werbefenster aufgehen
- die Website/Werbung keinen automatischen Ton abspielt

Antworten
Alex
Alex

jup, genauso sehe ich das auch. seiten mit den autoplays, die sich erst irgendwo ganz tief unten wiederfinden, komen sogar gleich ganz auf meine blacklist, damit ich da ja nie wieder hinklicke.

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