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Kein Flash ab OS X 10.9 – Warum die Werbebranche jetzt umdenken muss

Die neue Version von wird Flash-Animationen nur noch per Klick aktivieren. Als Mittel der Display-Werbung wird somit immer unattraktiver, denn vor allem in Zeiten der AdBlocker sollte so viele Kunden erreichen wie möglich. Es wird also Zeit für die Werbebranche, jetzt endlich umzudenken.

Kein Flash ab OS X 10.9 – Warum die Werbebranche jetzt umdenken muss
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Safari wird Flash-Inhalte nur bei Bedarf abspielen

Ab Mac OS X 10.9 alias „Mavericks“ werden Flash-Inhalte in Safari nicht mehr automatisch abgespielt. Stattdessen bekommen Nutzer ein Vorschaubild, und erst nach einem Klick darauf startet die eigentliche Animation. Für Werbetreibende fällt Flash-Werbung somit als probates Mittel zur Kundengewinnung aus – zumindest, was Kunden betrifft, die den Apple-Browser benutzen. Unter t3n-Lesern tun das über 20 Prozent – mehr als 40 Prozent blockieren alle Werbeinhalte mit einem AdBlocker.

Vor drei Jahren lag die Verlustquote durch AdBlocker in Deutschland nach Schätzung des Spiegels bei rund zehn Prozent, wie hoch die Zahlen heute sind, ist schwer einzuschätzen. Betrachtet man allerdings den Verlauf des Suchbegriffes „AdBlocker“ auf Google, sieht man ab 2012 einen enormen Anstieg. Bezeichnend ist, dass der Begriff vor allem in Deutschland oft gesucht wurde. Auf die Anzahl der Nutzer von AdBlockern lässt sich damit zwar nicht direkt schließen, es ist aber anzunehmen, dass Deutschland eine der höchsten Raten aufweist.

Der Trend zum Werbeblocker zieht seit 2012 stark an. (Screenshot: Google)
Der Trend zum AdBlocker zieht seit 2012 stark an. (Screenshot: Google)

Mit akzeptabler Werbung vorbei am AdBlocker

Erst kürzlich mussten etliche etablierte Medienmarken einiges an Hohn und Spott dafür kassieren, dass sie ihre Nutzer aufforderten, die AdBlocker zu deaktivieren – viele Nutzer reagierten äußerst gereizt auf diese Bitte der Verleger. Hier sei allerdings auch erwähnt, dass nicht wenige der Zeitungen auf ihren Webseiten relativ unbedarft mit Werbung umgingen. Layer-Ads, die sich über Inhalte legen und das sogar auf der mobilen Ansicht einer Webseite, wurden zurecht kritisiert. Dass es auch anders geht, zeigt das Beispiel Golem. Zwar gab es auch dort negative Stimmen, jedoch wurde der Aufruf insgesamt positiv aufgenommen. Und: Infolge der Kampagne ging die Nutzung von Werbeblockern unter den Golem-Lesern um bis zu 25 Prozent zurück. Schließlich sind Seitenbetreiber wie Golem oder auch wir bei t3n auf Werbeeinnahmen angewiesen, um weiterhin aktuelle und attraktive Inhalte kostenlos anbieten zu können.

Übrigens haben die Entwickler von , einem der am weitest verbreiteten Werbeblocker, seit Version 2.0 ihrer Software eine Art globaler Liste für akzeptable Werbung etabliert. Dafür wurden eigenständig, ohne Einbindung und Diskurs von Werbern und Publishern, strenge Kriterien erstellt, an die sich Webseiten halten müssen. Im Gegenzug wird Werbung auf diesen Seiten nicht geblockt. Geduldet wird beispielsweise nur Werbung, die den Inhalt einer Seite nicht verdeckt und den Lesefluss nicht stört. Ein Beispiel dafür findet Ihr übrigens hier, etwas weiter oben in der Sidebar unter „unsere Sponsoren“.

Umdenken: Kein Flash sondern Werbung natürlich in die Seite einbinden

Die Entwicklung in Sachen Safari könnte Werbetreibende endlich davon überzeugen, Flash nicht länger als Werbemittel einzusetzen und stattdessen endlich auf HTML5 zu setzen. Leider sind für uns bei t3n die Möglichkeiten, das zu unterbinden, beschränkt. Wir sind auf die Finanzierung durch Werbung angewiesen und diese wird noch immer gerne im Flash-Format entwickelt. Leider, denn letztlich sollte auch Agenturen klar sein, dass sie auf Dauer immer weniger Kunden auf diese Art und Weise erreichen werden. Wenn man lange genug zurückdenkt, erinnert man sich vermutlich an eine Zeit, als Pop-Up-Werbung noch zum guten Ton gehörte. Es gibt Gründe, warum heute jeder Browser unaufgefordert öffnende Fenster unterbinden kann. Einen ähnlichen Weg wird Flash-basierte Werbung gehen, zumal immer mehr Traffic über mobile Endgeräte wie Tablets oder Smartphones kommen dürfte. Entsprechend sollte auf aktuelle Webdesigntrends gesetzt werden. Es gibt keinen Grund, die Mobile-First-Idee nicht auch auf Werbung zu übertragen, responsive Display-Werbung entspricht unseren heutigen Surfgewohnheiten. Ein Banner, das auf jeder Display-Größe funktioniert, wird ungleich mehr Leser erreichen als eine Flash-Animation – auch, weil Werbeblocker zumindest derzeit im mobilen Bereich noch keine weite Verbreitung haben.

AdBlocker? Die Alternative sind Bezahlschranken

Generell wird die Werbeindustrie umdenken müssen – und zwar schnell, sie wird mehr auf die Wünsche der Verleger eingehen müssen. Sie haben ein echtes Interesse daran, ein vernünftiges Umfeld zu schaffen, in dem sich Leser wohlfühlen und in dem Werbung nicht als Belästigung verstanden wird. Und nicht zuletzt sind wir bei t3n wie auch andere Publisher auf euch angewiesen, auf unsere Leser – und darauf, dass ihr t3n.de, wenn ihr einen AdBlocker nutzt, als Ausnahme einrichtet. Nur so können kostenfreie Inhalte im Internet auf lange Sicht überleben. Und daran sollte Lesern, Publishern und Werbeagenturen etwas liegen.

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Bildnachweis für die News-Übersicht: © igor – Fotolia.com

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Ein Service von t3n, in Kooperation mit Narando.
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11 Antworten
  1. von Captn Kirk am 14.06.2013 (15:06 Uhr)

    Sorry, ich kann leider kein Byte in Zeiten vom 2-Klassen-Internet verschwenden! Sollte die Telekom einlenken schalte ich meine Blocker gerne wieder ab.

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  2. von Max Brown am 14.06.2013 (15:07 Uhr)

    Das größte Problem sind die aufdringlichen Banner, die einem leider selbst auf seriösen Seiten ins Gesicht springen und einen beim Lesen, Schreiben und eigentlich allem stören. Ich verweise da gerne auf die "AdBlock Challenge" von SemperVideo: http://www.youtube.com/watch?v=U35h6gIESns . Dort wird das Thema sehr gut behandelt ;)

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  3. von Nico am 14.06.2013 (15:22 Uhr)

    Werbung an sich stört mich persönlich gar nicht. Ich finds auch gut und viele Dienste finanzieren sich ausschließlich dadurch. Aber sobald automatisch ein Ton abgespielt wird oder irgendwelche Cookies analysiert werden (Marktforschung), lenke ich nicht mehr ein und baller einen AdBlocker darauf! Das sollte jedem klar sein.

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  4. von Marvin am 14.06.2013 (15:51 Uhr)

    Einerseits halte ich das Benutzen eines Adblockers für asozial (es ist nichts anderes außer nehmen ohne geben), anderseits hat die Werbebranche vielleicht einen Tritt in den Hintern nötig gehabt. Ich freue mich auf kreative Werbung.

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  5. von Ständig soll man einkaufen am 14.06.2013 (15:52 Uhr)

    Deuschland ist diesbezüglich relativ irrelevant weil MacOS wohl 5% oder weniger Anteil haben dürfte. Sagte Tim Cook nicht, das zwei Drittel Mountain Lion benutzen was ja noch nicht so viel wäre ? Vielleicht erinnere ich mich auch falsch.

    So gesehen interessiert es die deutschen WerbeFirmen wohl eher nicht. Am Iphone geht Flash ja schon ewig nicht. Man kann diese (wohlhabenderen) Kunden also erreichen wollen oder nicht. Eigene Entscheidung.

    Bei golem gabs ja ein Fazit mit der Erkenntnis, das manche Werbeformen (Layer-Ads usw.) doch sehr nerven. Mich stören Töne oder am Iphone Gifs die so aussehen als ob da eine Notification (so ein kleiner Kreis mit einer Zahl drin) mit Infos auf mich warten würde und in Wirklichkeit ist es nur eine Werbung. Sowas würde ich untersagen wenn ich Apple wäre.

    Und zu zählen wie viele die Webseite laden und wie viele Banner geladen werden kann eigentlich jeder. Können die Analyse-Tools das nicht ? Ach wie dumm. Dazu müsste man mit dem Vermarkter zusammenarbeiten und beide Seiten ihre Zahlen (Werbe-Abrufe beim Vermarkter und Webseiten-Abrufe bei der Site) auf den Tisch legen... . Früher wurden Adblocker als irrelevante Kleingruppe kleingeredet. Dabei bleibe ich jetzt...

    Google macht Milliarden mit Text-Werbung !!! in den Suchergebnissen. Ob sie mit Gif-Werbung oder Youtube Gewinne machen oder es kostenneutral oder ein leichter Kostenfaktor ist, weiss ich nicht.
    Leute bezahlen für Informationen wie man an Abos. Ich habe nichts dagegen wenn mein ct-Abo nach 100 Tagen oder so kostenlos (mit akzeptabler Werbung) im Web stehen würde.
    t3n sollte das auch mal überlegen. Kann ja jeder Autor selber entscheiden. Damit gräbt man dem Konkurrenten ja auch das Wasser ab, weil er mit dieser (dann 100 Tage alten) Story oder Workshop oder was auch immer keine Kohle krallen kann.

    Der Denkfehler und Durchhalte-Parolen bei den Dinosauriern waren ja auch, das kleine Tiere (Mäuse, Katzen, Ameisen, Bienen, Menschen, Affen, Ur-Pferde,...) keine Chance hätten und sich niemals durchsetzen werden. Laut manchen von ihnen ist Bloggen ja auch kein echter Journalismus. Man muss die Kosten verschlanken. Stattdessen werden in manchen Redaktionen eine Online-Redaktion und eine Print-Redaktion bezahlt welche beide (auf nicht wirklich relevant unterschiedliche Weisen) dieselben Agentur-Meldungen rezitieren oder oft bestenfalls minimal umformulieren. Schaut doch bei news.google und klickt auf "ausgeblendete Ergebnisse anzeigen". Da erkennt man die Qualität des Journalismus. Wer es nicht schafft, das Volk vor Alters-Armut oder der Flut-Wiederholung im Wahljahr zu schützen oder die Politiker zur Verantwortung zu ziehen hat vielleicht auch nicht die Chance dem Printwandel zu überstehen: Dinosaurier gibts nur noch im Museum... .

    Das Thema ist in USA mit 10-20% MacOS-Anteil vermutlich relevanter als hier. Mobil ist noch zu wenig auch weil USA mobil(2G/3G) und portabel(WiFi) zusammenwirft und dort die meisten per WiFi fast überall surfen dürfen während rückständige Diktaturen freies WiFi, Internet, Twitter usw. gerne verbieten.

    Ich hoffe und erwarte, das auch Mozilla usw. Flash demnächst per Vorschaubild behandelt. Wenn man die Klickrate bzw. wie viel % des Videos zuende geschaut wurde daneben schreibt, haben die Werbefirmen auch eine Motivation kewle Spots zu drehen die nicht zu lang sind.

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  6. von Daniel am 14.06.2013 (17:51 Uhr)

    Die Möglichkeit zur Unterdrückung jeglicher Flash Animationen gibt es doch schon seit längerem. Ich kann jedem nur empfehlen sich die Erweiterung "Click to Flash" (bspw. für Google Chrome) zu besorgen. Diese blockiert nicht nur aufdringliche Flash Werbung sondern auch andere Ressourcen fressende und Ladezeiten verlängernde Flash Grafiken/Videos etc.

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  7. von Anonymous am 14.06.2013 (17:54 Uhr)

    Egal, ob HTML 5 oder Flash, wie hier schon richtig erkannt wurde arbeiten AdBlocker mit ID's und ihnen ist egal, ob es GIF, HTML 5 oder Flash ist. Da Flash allerdings was die Dateigrößen angeht mit Abstand die Daten am besten komprimiert können wir uns in erster Linie auf lange Wartezeiten im Safari freuen und die Konsequenz daraus wird sein, dass noch mehr AdBlocker installiert werden und damit viele Seiten nicht mehr werbefinanziert funktionieren können.

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  8. von Moritz am 14.06.2013 (17:55 Uhr)

    Virtualiserung heißt das Zauberwort.

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  9. von Felix am 15.06.2013 (09:38 Uhr)

    Ich persönlich würde die Werbung hier nur ausblenden, wenn ihr die große Werbung, die sich oberhalb der Website und an der rechten Seite abspielt, weg macht. Die geht einem nämlich tierisch auf den Nerv.

    Wenn t3n in gewisserweiße mit ihren Lesern da Hand in Hand gehen könnte, dann wäre ich gerne dazu bereit, die Werbung wieder anzuschalten, denn immerhin stört Werbung am rechten Rand nicht oder unauffällige Werbung, die den Content unterbricht.

    Aber diese fast "blinkende" Werbung an der rechte/oberen Seite geht mir auf die Nerven, also bleibt der Adblocker an.

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  10. von Horst am 15.06.2013 (18:48 Uhr)

    Das mit dem Umstieg auf Html5 ist etwas leichter gesagt als getan. Wer die breite Masse erreichen will, und nicht nur halbwegs internetaffine t3n-Leser, sollte sich mal anschauen, was die eigene Zielgruppe für (veraltete) Browser verwendet. Da verzichtet man derzeit noch lieber auf die paar, die Adblocker nutzen.

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  11. von Hans Meyer am 17.06.2013 (08:56 Uhr)

    Ich habe keine AdBlocker installiert. Ich sehe den Sinn von Werbung ein. Aber ich habe Ghostery installiert um all die Schnüffelnetzwerke abzudrehen. Dass Werbung fast ausschliesslich über diese Schnüffelnetzwerke ausgeliefert wird, ist schlichtweg Pech. Liefert eure Werbung als in die Seite integrierte und auf eurem Server gecachte jpg's oder png's aus und verzichtet auf SchnüffelJavascripts und ich sehe eure Werbung auch wieder.

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