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Analyse

Adblocker: Jede fünfte Onlinewerbung läuft ins Leere

    Adblocker: Jede fünfte Onlinewerbung läuft ins Leere
(Bild: Shutterstock)

Erstmals seit 2015 ist die Nutzung von Werbefiltern wieder leicht gestiegen. Danach setzt jeder Fünfte im Internet Adblocker ein. Doch es gibt noch einen Bereich, wo die Filter kaum verbreitet sind.

19,92 Prozent aller Werbeeinblendungen in Desktop-Browsern werden laut einer Berechnung des Online-Vermarkterkreises (OVK) im Bundesverband digitale Wirtschaft (BVDW) geblockt. Der Wert ist erstmals seit Ende 2015 gestiegen, lag er im letzten Quartal noch bei 17,4 Prozent. Die Entwicklung zeige, dass das Thema nach wie vor sehr präsent sei, sagte Stefan Schumacher, stellvertretender Vorsitzender des OVK.

Dabei gibt es, das haben in der Vergangenheit durchgeführte Untersuchungen gezeigt, große Unerschiede zwischen Themenbereichen und Nutzertypen. Besonders häufig werden Werbeblocker von jüngeren, technisch affinen Nutzern eingesetzt – und auf Portalen, die sich an diese richten. Daher waren beispielsweise mehrere Online-Games-Portale dazu übergegangen, ihre Inhalte bei eingeschaltetem Adblocker überhaupt nicht mehr anzuzeigen, auch wenn dies wertvolle Reichweite kostet.

Adblocker: Im Mobilbereich noch wenig verbreitet

Die Auswirkungen gingen weit über die Grenzen der Werbewirtschaft hinaus und gefährdeten die Finanzierung kostenloser Internetangebote. Interessanterweise spielen Adblocker bei der stark steigenden Mobilnutzung bislang kaum eine Rolle. Hier liege der Anteil laut OVK im niedrigen einstelligen Bereich.

Dass das so ist, verwundert. Denn es sind im Prinzip zwei Gründe, warum Werbung gefiltert wird: Zum einen beschweren sich viele Internetnutzer über lästige Werbeformen, die den eigentlichen Inhalt überlagern, bunt in die Gegend blinken oder ungefragt Videos oder Sound abspielen. Zum anderen wird bemängelt, dass die Werbung (und hier gerade die genannten Bewegtbildwerbeformen) übermäßig viel Traffic verursachen – und der kostet gerade im mobilen Umfeld noch richtig Geld oder lässt das Inklusivvolumen schneller abschmelzen.

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Adblocker: Auch Google will mitmischen

Immerhin wären entsprechende Werbeblocker zumindest für Android-Smartphones verfügbar, wobei der Ruf von Adblock Plus aufgrund der Acceptable-Ads-Initiative eher zweifelhaft ist. Hier bezahlen Unternehmen dafür, dass ihre Werbung trotz verwendeten Werbeblockers durchgelassen und auf die Whitelist gesetzt wird.

Weitere Veränderungen könnten sich bei mobiler Werbung dadurch ergeben, dass Google angekündigt hat, einen Werbeblocker für seinen Browser Chrome zu entwickeln. Dieser soll ab 2018 in der Desktop- und Mobil-Version des jeweils aktuellen Chrome ausgeliefert werden und die von der Coalition for Better Ads als störend empfundenen Werbeformen unterdrücken. Darunter fallen unter anderem Full-Page-Interstitials, Anzeigen, die sofort mit Ton starten, und Flash-Ads. Ob es hier ein vergleichbares Programm wie bei Adblock Plus / Eyeo geben wird, ist nicht bekannt.

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5 Reaktionen
AdblockNutzer
AdblockNutzer

Wen wundert das denn? Nehmen wir doch mal direkt t3n als Beispiel. Vollgeladen mit Werbung und dann werden auch noch die Klick-Raten bewusst in die Höhe getrieben, in dem, mitlerweile gefühlt jeder zweite Artikel, auf 2-3 Seiten verteilt wird. Egal, ob auf den Seiten nur zwei Absätze sind.

Sobald ich so einen Artikel sehe, springe ich ab. Gibt genug andere Seiten, die gleichwertige, wenn nicht sogar höher wertige Inhalte bieten und dazu noch deutlich weniger Werbung bzw. nicht so penetrante Werbung.

Ja, ich nutze AdBlocker!!!

Antworten
Alex
Alex

"Interessanterweise spielen Adblocker bei der stark steigenden Mobilnutzung bislang kaum eine Rolle. Hier liege der Anteil laut OVK im niedrigen einstelligen Bereich. Dass das so ist, verwundert."

Wirklich? Hat sich der Autor überhaupt mit der Thematik auseinandergesetzt? Ich denke es ist absolut kein Geheimnis warum Adblocker gerade im Mobile-Bereich eher rar sind, wenn man bedenkt das eine Installation dieser schon einige Hürden mit sich bringt. Wärend bei der Desktop-Nutzung man höchstens 5 Klicks benötigt um einen Adblocker zu aktivieren.

Antworten
Alexander Lorenz
Alexander Lorenz

Der Autor setzt sich seit etlichen Jahren mit der Thematik auseinander, hat über Adblock Plus schon weit vor der Acceptable-Ads-Initiative geschrieben - danke der Nachfrage... Natürlich ist die Installation bei Mobile je nach Plattform etwas umfangreicher als bei klassischen Desktop-Systemen. Dennoch wären viele Nutzer dazu in der Lage, so ein Hexenwerk ist das jetzt auch wieder nicht. Und was ich vor allem damit meinte: Bei Mobile könnte man tatsächlich einige Argumente mehr für einen Adblocker anführen als bei Desktop-Websites. Hier stören nervige Werbeformen noch mehr, hier kostet der Traffic von Bewegtbildanzeigen noch richtig Geld, etc. Insofern bleibe ich bei der Aussage, dass es verwundert, dass hier der Anteil so niedrig ausfällt – und ergänze mein Urteil um die Voraussage, dass sich das bald ändern dürfte.

Antworten
Captain
Captain

Um die Werbung effektiv durch alle Medien zu blockieren, benötigt man root. Ohne root werden Ads nur sehr eingeschränkt blockiert. In Chrome für Android kann man keine Addons installieren. Als Alternative könnte man also einen anderen Browser benutzen, wo man dann allerdings seine Bookmarks nicht hat. Aber auch diese Lösung würde nur den Browser betreffen. Zusätzlich entfernt Google (bis auf die Add-Block-Browser) in der Regel sämtliche Apps, die allgemein Ads blocken, was in gewisser Hinsicht verständlich ist, da sie ja selbst damit Geld machen. Also muss ich meine Ad-Block-App von einer externen Quelle beziehen. Das ist bei weitem alles viel zu unpraktikabel für den durchschnittlichen Android -Casual. Ich komme also zum selben Ergebnis wie Alex und finde es absolut nicht verwunderlich, sondern viel mehr völlig offensichtlich.

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Surri
Surri

Also wie meine Vorredner schon sagten, einen vollen Ad-Block ist auf Android nicht so einfach. Wo bei Windows doch die meiste Werbung nur im Browser ist, ist die Werbung bei Android quasi überall, da jeder App-Entwickler ja doch Geld verdienen will. Sollte bei Windows nun doch noch irgendwo Werbung aufploppen, so google ich schnell die Werbeadressen und blockieren die mit Hilfe der hosts Datei. Bei Android geht das auch, leider kann da nicht jeder von vornherein zugreifen.
Ich persönlich habe einen Full-Block drin. Zusätzlich auch noch andere Hilfsmittel.
Dazu musste ich mein Gerät rooten, also vollen Zugriff auf das Gerät mir verschaffen. Dazu muss man sich mit der Substanz auseinandersetzen, wenn man keine Ahnung hat. Zudem geht man immer das Risiko eines Bricks ein. Danach muss man das installieren von Apps aus unbekannten Quellen zulassen und die entsprechende App suchen, downloaden, installieren und konfigurieren. Sollte nun noch irgendwas nicht klappen, werden die Elemente mit einer speziellen App weggepatcht.

Also wie man merkt, ist die Erklärung verdammt leicht, wieso es im mobilen Bereich kaum jemanden gibt, der einen Adblocker nutzt.

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