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Entwicklung & Design

Eine Menge zusätzlicher Kunden: Was Adobe Stock für Fotografen bedeutet

    Eine Menge zusätzlicher Kunden: Was Adobe Stock für Fotografen bedeutet

(Foto: Shutterstock)

Mit Adobe Stock integriert Adobe die Stockfoto-Datenbank Fotolia in die Creative Cloud. Nicht nur für Nutzer ein großer Schritt – sondern auch für Fotografen.

Adobe Stock: 3,4 Millionen zusätzliche Nutzer

Mit Adobe Stock hat Adobe Fotolia in die Creative Cloud integriert. (Screenshot: stock.adobe.com)
Mit Adobe Stock hat Adobe Fotolia in die Creative Cloud integriert. (Screenshot: stock.adobe.com)

Robert Kneschke ist Fotoproduzent und einer der wichtigsten Lieferanten für die Stockfoto-Plattform Fotolia. Für ihn war der Kauf von Fotolia durch Adobe eine bedeutende Angelegenheit – und die Integration von Adobe Stock in die Creative Cloud eine wegweisende Innovation.

„In der Kreativszene hat Adobe ja doch noch ein besseres Standing als Google, Microsoft oder Getty.“

Vor allem bedeutet die Integration für ihn eine neue Einnahmequelle. Zur Frage, wie viel Fotografen bei Adobe Stock am Verkauf verdienen, schreibt er auf seinem Blog: „Haltet euch fest, jetzt kommen die guten Nachrichten! Generell gilt: 33 Prozent. Das ist der Anteil, den die Fotografen von einem Verkauf erhalten sollen.“ Und weiter: „Die 33 Prozent werden in Zukunft auch bei Verkäufen von Bildpaketen über Fotolia und dem DPC ausgezahlt, also eine Kommissionserhöhung von 37,5 Prozent.“ Wir haben Robert auf dem Launch-Event von Adobe in Berlin getroffen und mit ihm darüber gesprochen, was Adobe Stock für Fotografen wie ihn bedeutet.

t3n.de: Als Adobe bekannt gegeben hat, dass der Konzern Fotolia kaufen wird: Wie war da deine erste Reaktion?

Robert Kneschke: Ich war erleichtert. Erleichtert, dass es Adobe ist. In der Kreativszene hat diese Firma ja doch noch ein besseres Standing als Google, Microsoft oder Getty. Adobe ist eine Firma, die das Bild noch als Produkt sieht, nicht nur als Datenhülle, wie Google das tun würde. Die wollen auch noch ein bisschen Kunst verkaufen, und das ergänzt sich natürlich gut, denn Adobe hatte ja schon die Creative-Cloud-Kunden, aber eben noch nicht die Bilder. Insofern war das eine sehr sinnvolle Ergänzung.

t3n.de: Jetzt kommen durch die Creative Cloud immerhin 3,4 Millionen Nutzer und damit für dich auch einige potenzielle Kunden dazu ...

Kneschke: Das hoffe ich natürlich. Selbst, wenn nur zehn Prozent der Leute das regelmäßig nutzen würden, wären das einige Hunderttausend, die bisher noch nichts gekauft haben. Das sind so betrachtet natürlich eine ganze Menge zusätzlicher Kunden.

t3n.de: Als wir über deinen Erfolg mit der Fotoproduktion für Fotolia berichtet haben, gab es auch einiges an Kritik – unter anderem, dass die Masse ein Problem sei. Kannst du das nachvollziehen?

Kneschke: Was erwarten die Leute? Ich bin ja kein größer Künstler, ich will nicht mein Ego bedienen, sondern Geld verdienen. Es gibt Leute, die verkaufen Stockfotos, aber sehen sich als Künstler. Ich finde das schwierig. Ich finde, man muss auch liefern, was die Leute sehen wollen. Ich mache das nicht, damit die Leute meine Bilder nur angucken, die sollen die schon kaufen.

Adobe Stock: „Ich finde eher, dass das noch zu billig ist“

Adobe Stock: Fotolia wird in die Creative Cloud integriert. (Bild: Adobe)
Adobe Stock: Fotolia wird in die Creative Cloud integriert. (Bild: Adobe)

t3n.de: Einige der ersten Kommentare zur Integration von Fotolia in die Creative Cloud haben über zu hohe Preise geklagt ...

Kneschke: Das sagen die Leute immer, dass das zu teuer ist. Aber alleine, wenn du dir vorstellst, du hast ein Foto von einem Business-Team in einem Meeting-Room – was da alleine die Location und die Models, die Assistenten und die Requisiten kosten, das geht schell in eine vierstellige Summe. Kaufen kannst du das Bild aber für gut zehn Euro. Ich finde eher, dass das noch zu billig ist. Bei mir funktioniert das alles ja eben nur über die Masse.

t3n.de: In den letzten Monaten sind immer mehr Plattformen auf dem Markt aufgetaucht, die Bilder unter CC0-Lizenz anbieten. Könnten die ein Problem für Fotografen wie dich werden?

„Wenn man mit Druck nicht umgehen kann, ist Microstock glaube ich der falsche Ort.“

Kneschke: Nein, das ist keine Konkurrenz. Einen Apfel auf Weiß, den mach ich Dir auch in ein paar Minuten. Aber nehmen wir wieder das Beispiel mit dem Business-Team: Das kannst Du nur dann kostenlos anbieten, wenn Du Geld zu verschenken hast. Bilder, die was kosten, verschenkt keiner. Oder es gibt eine andere Motivation, das zu machen. Death to the Stockfoto zu Beispiel ist eben auch eine Design-Firma, die ihre Produkte bewerben will. Und die Auswahl ist natürlich auch begrenzter als etwa bei Fotolia.

t3n.de: Was schätzt du, wird das Produkt Adobe Stock funktionieren? Werden die Nutzer es annehmen?

Kneschke: Da kann ich nur falsch liegen, das kann ich nicht sagen. Ich kann nur hoffen, dass es viele nutzen. Adobe hat das ja vor zehn Jahren schon mal probiert und das Projekt nach drei Jahren wieder eingestellt. Natürlich war damals die Technik auch noch nicht soweit. Aber ich hoffe natürlich, dass sie daraus gelernt haben und die gleichen Fehler nicht noch mal machen.

t3n.de: Ist der Stockfoto-Markt denn ein Markt, der wächst? Siehst du die Chance, dass durch Produkte wie Adobe Stock mehr Menschen die Chance kriegen, mit Stockfotos Geld zu machen?

Kneschke: Agenturen behaupten das natürlich immer, aber ich glaube das nicht. Ich glaube, der Markt wird immer noch ein bisschen von Macrostock kannibalisiert, aber viel größer wird er glaube ich nicht. Vielleicht irre ich mich auch und alles wird bald mit Bildern vollgepflastert. Auf der anderen Seite glaube ich schon, dass es von den 3,4 Millionen Creative-Cloud-Kunden etliche gibt, die bisher überhaupt nicht auf die Idee gekommen sind, ihre Sachen anzubieten. Das kann natürlich auf der Seite auch den Druck auch erhöhen, weil es mehr Anbieter gibt. Da muss man eben gut genug sein, um oben dabei zu bleiben.

t3n.de: Das klingt nicht so, als würdest du dir da Sorgen machen.

Kneschke: Druck ist ja jetzt auch schon da. Wenn man damit nicht umgehen kann, ist Microstock glaube ich der falsche Ort.

Ihr wollt wissen, was Adobe sonst noch an Neuerungen im Bereich Creative Cloud vorgestellt hat? Das Wichtigste haben wir hier für euch zusammengefasst.

Über den Interview-Partner

Robert Kneschke. (Foto: robertkneschke.de)

Robert Kneschke ist professioneller Fotoproduzent in Köln und arbeitet ausschließlich für verschiedene Bildagenturen im Microstock- und Macrostock-Bereich. In seinem persönlichen Blog unter alltageinesfotoproduzenten.de berichtet er regelmäßig über die Welt der Bilderbranche. Für die t3n Nr. 20 hat er den Artikel „Bildagenturen aus dem Stockphotography-Bereich clever nutzen: Bilder von der Stange“ geschrieben.

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1 Reaktionen
Michael_Fertig_
Michael_Fertig_

Das ja mal ein gutes Interview ;)

Grüße Michael Fertig
https://www.michael-fertig.de

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